Insidon – Tag 10

Also, seid 2 Tagen bin ich auf 0-0-100mg, aber es macht mir im Moment noch den Kopf zu matschig. Nicht wirklich schlimm, aber nervig. Ich glaube Tagsüber möchte ich das Zeug nicht auch noch nehmen 😉 Naja, so schlimm ist es auch nicht.

Was mir aber immer deutlicher auffällt, ist die negative Wirkung auf meine Kondition. Vor ca. 4 Monaten habe ich mit regelmäßigem Ausdauertraining begonnen und seit dem ich Insidon nehme, fallen mir mein sonst üblichen Trainingseinheiten echt schwer. Passt zu diesem matschigen Gefühl 🙂
Achja, und der Magen ist offensichtlich auch etwas genervt – aber das ist noch alles im erträglichen Bereich. Ich befürchte, beim Beginn mit Trevilor ist das aber vorbei 🙂 Ich kann mich noch gut erinnern, wie hundeelend ich mich fühlte (bzgl. Magengrumeln und Übelkeit) als ich vor einigen Jahren das erste mal Trevilor genommen hatte. Aber auch damals war das nach wenigen Tagen vorbei. Und noch während es mit kotzelend war, ging es kopfmäßig aber schon klar nach oben. War damals also nicht ein gravierendes Problem.

Ich bin also weiter gespannt. Auf der positiven Seite kann ich aber auch schon beim Insidon sagen, dass es mich auch innerlich entspannter macht. Ich merke es einfach an Situationen, die mich sonst unruhig werden lassen. Die halte ich schon jetzt etwas besser aus.

Gerade in solchen Momenten kommt mir irgendetwas von den Gefühlen aus der damaligen Trevilor-Zeit sehr bekannt vor. Vielleicht kann man das nicht einem Medikament zuordnen, aber irgendwie schürt es schon meine Hoffnung, dass der besondere Erfolg von Trevilor bei mir durch die damalige Kombination von Insidon(resten) im Serum und Trevilor kam und deshalb durch das Verschwinden des Insidon im Serum auch diese unglaubliche Zeit beendet wurde. Ok, ich wiederhole mich 🙂

Jedenfalls ist das etwas Positives im Moment. Mir z.Zt. egal, ob eingebildet oder nicht.

LG Petrocelli

Insidon, Tag 7 bis 8? Verdammt, ich hab‘ mich verzählt ;)

Man, da ist man schon Irre und dann verzählt man sich noch 😉

Am Dienstag meinte ich, es wäre Tag 5, dann kann es heute am Freitag kaum Tag 7 sein. Also ich meine, wenigstens nicht in diesem Universum :p.

Ich hatte Freitag Abend mit Insidon angefangen, demnach wäre Dienstag, der Tag 5 und heute Tag 8. So weit, so gut. Aber die Dosisrduktion vom Cipralex (und wohl auch die erste Möglichkeit zur Wirkung des Insidons) habe ich ja erst am Samstag gemacht. Demnach hätten wir heute erst Tag 7 und Dienstag wäre nicht Tag 5 sondern 4 gewesen.

Ok, wer sich bis hierher getraut hat wird sich sagen, der arme Petrocelli hat jetzt sämtlichen Grips verloren 😉 Neee, ich wollte nur plappern und amüsierte mich selbst über diese ‚Problematik‘, die irgendwie garkeine ist. Und, ja – ich habe schon lange sämtlichen Grips verloren 😀

Was gibt es also über Tag 7,5 zu sagen? Oder besser gerade über die letzten Tage?

Das Insidon wirkt ganz deutlich auf meinen Schlaf und vor allem meine Träume. Der Hammer, ich träume, als gäbe es am nachsten Tag Geld dafür. Und das ist wirklich angenehm – keine Albträume. Verwirrend, aber nicht unangenehm.
Tagsüber bin ich dann ein wenig müder, aber das (wie auch die Träume) kenne ich noch aus der damaligen Zeit. Von daher, funktioniert die ‚Vorbereitung‘ des Versuchs planmäßig 🙂 Auf Insidon reagiere ich also schonmal sehr ähnlich wie damals. In einigen Tagen, Wochen wird die Müdikeit verschwinden und das mit den Träumen weniger. So war es jedenfalls damals.

Eigentlich sagt das ja noch garnichts, aber wenn ich mir meine Ängste schon alle einrede, darf ich mir ja auch mal was Positives einreden… Für mich heisst es nämlich, dass ich auf Trevilor vielleicht wieder genauso reagiere?! Und wenn es auf Grund der Kombination nicht verschwindet, sondern bleibt, dann wäre es traumhaft. Vielleicht bleibt es ja auch nicht und ich muss es immer mal wieder absetzen und neu anfangen, weil wenigstens die ersten 4 Wochen gut sind? 🙂 Ja, spekulieren ist schon fein.

Achja und auch tagsüber merke ich schon etwas – trotz halber Cipralex Dosis bin ich der Meinung, die ‚guten‘ Gefühle, die Entspannung ist stärker als die leichten Ansätze des Entzuges. Also alles im Rahmen. Fast eher besser also nur Cipralex. Aber auch hier – egal ob Tag 7 oder 8 – kann ich nur sagen, es wird noch deutlicher werden (müssen). Auch Insidon braucht enige Wochen, bis es seine volle Wirkung hat. Aber bisher fühlt es sich besser an als vorher. Und es ist ’nur‘ Insidon. Noch bin ich also guter Dinge. Vielleicht fange ich Morgen bei gleicher Cipralex Dosis mit 50-0-50mg Insidon an. Könnte nur helfen, wenn ich mit Cipralex noch weiter runter gehe. Aber da lasse ich mir noch einige Tage Zeit.

So, das war’s erstmal für heute.

LG Petrocelli

Insidon, Tag 5

0-0-50 mg, Cipralex 10-0-0 mg

Noch hab ich nix verändert und ich denke, ich bleibe eher einige Tage länger bei dieser Cipralex Dosis, da ich in den nächsten Tagen noch Einiges erledigen muss. Weniger Cipralex könnte doch zu Entzugserscheinungen führen und da habe momentan gar keinen Nerv drauf.
Und ich denke es ist kein Nachteil, wenn Insidon noch etwas mehr seinen Spiegel aufbauen kann – ich habe es damals vor dem switch zu Trevilor einige Monate genommen. Und es lässt mich das Absetzen von Cipralex evtl. leichter durchführen.

Zur Zeit lauft wenigstens ohne große Nebenwirkungen – das ist schon mal nett. Was ich heute deutlich gemerkt habe, ist eine stärkere Belastung beim Sport – ich habe mich deutlich schlapper gefühlt. Aber ich glaube, das vergeht als Nebenwirkung wieder. Ich habe damals am Ende mit 50-50-100mg/d keinerlei Nebenwirkungen mehr gehabt.

So, weiter geht’s!

Petrocelli

Back to the roots, oder was soll das hier eigentlich…….

„Ach“, werden einige sagen, „der lebt noch?“ – Ja, so gerade 😉
Wie auch immer, ich dachte mir, es wäre Zeit für ein Update:

Methylphenidat ist bestimmt eine tolle Sache, aber bei mir brachte es nichts ausser Bauchschmerzen. Ich habe noch viel dazu gehört und gelesen und es scheint, als wäre ich auch nicht mal ein Sonderling, dass mph bei mir nicht wirkt. (Also immerhin bin ich deswegen kein Sonderling 😉 ). Alternativen wie Amphetaminsaft und/oder Strattera habe ich nicht probiert. Ob ich das schade finden soll? Ich weiß es nicht.

Was man aber in jedem Fall sagen kann ist, dass meine Ängste einfach mein größeres Problem sind. Die ADHS typischen Probleme kenne ich zwar zu genüge, aber darunter leide ich nur zweitrangig. Sicher ist beides miteiander verstrickt, aber nur eines macht mich richtig kaputt.

Warum also ‚Back to the roots‘?

Wer aufmerksam meinem Geplappere gefolgt ist, der hat auch ein besonder wichtiges und auffälliges Erlebnis vor einigen Jahren zu lesen bekommen. Ich habe für einen kurzen Zeitraum von ca. 4 Wochen vollkommen symptomfrei gelebt. Eigentlich ständig damit beschäftigt zu beobachten, dass es partout nichts mehr zu beobachten gab. Völlige Entspannung usw. Hier eine kurze Beschreibung aus Herr Kern besitzt ‘nen Pudel :

…., aber es gab ein einziges Mal in den letzten 25 Jahren, in denen ALLES – und das meine ich auch so – wieder gut war: Ich hatte KEINE Angst mehr, ich war die Ruhe selbst. Es kreisten keine unendlichen Gedanken durch meinen Kopf, ich war hoch konzentriert und das ewige innere Kribbeln war schlicht WEG. Ich habe Abends manchmal für ne Dreiviertelstunde im Garten auf nem Stuhl gesessen und einfach in die Luft geguckt (da war nix!) und mich dabei ‘beobachtet’ wie entspannt ich bin. Eine unglaubliche Phase von 3-4 Wochen. Ca. 6 Jahre her. In dieser Zeit habe ich sogar vollständig aufgehört an meinen Fingernägeln zu kauen – und das mache ich immerhin seit locker 35 Jahren…. Es ergab sich z.B., dass sich in dieser Phase ein alter Freund bei mir gemeldet hatte und fragte, ob er sich unseren Transporter ausleihen könnte, er wollte aus der Nähe von Hamburg ein Fahrrad für seine Mutter abholen. Ich fragte nur, wann er den haben wollte und nach der Antwort fragte ich einfach, ob er was dagegen hätte, wenn ich ihn abhole und wir zusammen nach Hamburg fahren (gute 120 km)….

Wenn man bedenkt, dass ich schon zu dieser Zeit das Haus seit Jahren nicht alleine verlassen konnte (und wenn NUR mit meiner Frau), dann dürfte man die Skepsis des besagten Freundes erahnen können. Noch mehr, denn jeder wusste auch mit meiner Frau war es fast unmöglich nur den Stadtrand zu verlassen. Eine Fahrt nach Hamburg war eine grössere Katastrophe.

Nun gut, natürlich freute er sich, denn letztendlich konnte eh keiner richtig nachvollziehen, was diese Krankheit bedeutet und eine Spontanheilung – ja warum nicht. Der Petrocelli war ja irgendwie nie richtig krank. Nichts faulte, alle Beine und Arme dran und ne Augenklappe hat er auch nicht.

Wer nur ungefähr die Lebenssituation kennt in der ich mich auch damals befand, wird das ganze genau wie ich als ein ‘Wunder’ betrachten müssen. So habe ich es damals gesehen. Denn die Fahrt nach Hamburg hatte sogar Spass gemacht. Keine Angst, kein Stress. Nur eine nette Fahrt mit einem guten Freund.

Tja, meine Theorien dazu brachten mich ja auch auf ADHS usw. Da Methylphenidat aber nun offensichtlich nicht mein Problem löste, aber das ‚Erlebnis‘ von damals für mich nach wie vor ‚echt‘ ist, suchte ich nach weitere Gründen, warum Trevilor für kurze Zeit wirkte und dann nicht mehr. Wundersamer Weise ja auch viel ‚zu schnell‘, denn der Hersteller selbst spricht von gut 2 Wochen, bis man überhaupt was Positives merken soll. Also alles sehr paradox.

Ich habe mich vor kurzem aber gefragt, ob es vielleicht mit dem Medikament zu tun hatte, das ich direkt davor genommen habe. Und das die Kombination der ‚Trick‘ war. Schließlich bleiben einige Medikamente noch wesentlich länger über das Serum dem Körper zu Verfügung als es vielleicht eine Halbwertszeit von einigen Stunden vermuten lässt. Ich fragte also bei meinem damaligen Neurologen nach und erfuhr, dass es ‚Insidon‘ war (Opipramol). Es war damals so, dass ich Übergangslos von Insidon auf Trevilor umgestiegen bin, was einer gewissen ‚gleichzeitigen Medikation‘ entsprechen dürfte. Also habe ich mich zu meinem Neurologen aufgemacht und ihn danach gefragt.

Seine Notizen bestätigten die Erinnerung, dass ich beides direkt hintereinnander genommen habe. Auch bestätigte er, dass Insidon noch länger als nur einige Tage dem Körper zur Verfügung stand. Obwohl er damals nur von einem ‚Honeymoon-Effekt‘ beim Trevilor ausgegangen ist, als es wieder schlechter wurde (er notierte bei meinem Besuch während der ‚guten‘ Phase mit Trevilor eine deutliche Verbesserung meiner Erscheinung und Stimmung), gefiel ihm diese ‚Idee‘ so gut, dass er es für eine mögliche Erklärung hält, auch wenn Sie ihm damals nicht eingefallen ist. Es wäre ungewöhnlich, sich eine so deutliche Verbesserung ‚einzubilden‘, deshalb vermutete er damals schon, das es vom Trevilor kam, aber es wunderte ihn auch, dass es so schnell kam und bereits weg war, wenn es bei den meisten Patienten eigentlich mit der positiven Phase erst losgeht.

Wie auch immer. Trotz der damaligen Blutungen als Nebenwirkung, haben wir beschlossen diese medikamentöse Konstellation nochmals herzustellen. Wenn die Kombination wirklich der Schlüssel ist, könnte man evtl. Trevilor bei Nebenwirkungen mit dem einzigen anderen in Deutschland verfügbaren SNRI, Cymbalta, austauschen – das habe ich immer problemlos vertragen. Ich möchte es aber unbedingt zuerst mit Trevilor probieren, um kein ‚Hintertürchen‘ für Ausreden offen zu lassen, wenn es nicht klappt. Bevor ich mich totblute, muss die positive Wirkung längst schon da sein – dann könnte man immer noch stoppen und Cymbalta probieren. Das Risiko scheint also doch begrenzt.

Ich habe Ende April wieder mit Cipralex angefangen, was auch etwas geholfen hat. Wenigstens habe ich die letzte Zeit nicht ständig rumgeheult 😉 Das Cipralex schleiche ich nun jedenfalls aus und habe schon vor 4 Tagen mit Insidon angefangen. Ganz sachte 50mg Abends, um einzusteigen. Hier hat mir der Neurologe gesagt, ich muss das Aufdosieren selbst – je nach befinden – entscheiden. Nach dem Ausschleichen (so in ca. 1o Tagen) soll ich 3 Tage ausser Insidon nichts nehmen und dann mit Trevilor anfangen….

Tja, vielleicht denkt es sich schon der eine oder andere. Die meiste Angst habe ich davor, dass nichts (ausser Nebenwirkungen wie Schwindel und Übelkeit, die ich damals auch zu Beginn reichlich hatte) passiert und ich mir womöglich doch endlich eingestehen muss, dass es mit Medikamenten als Angstler einfach nichts zu holen gibt. Das es damals irgendetwas anderes war, dass ich heute völlig vergessen habe und nichts mit den Medikamenten zu tun hatte. Genauso, wie die wenigen positiven Meldungen unter Baclofen vielleicht garnichts mit Baclofen zu tun haben, sondern mit anderen Lebensumständen, die mit Baclofen nur begleitet wurden. Oder mit welchen Medikamenten auch immer. Ja, ich glaube davor habe ich am meisten Angst. Dann bliebe nurnoch ich selbst als Grund und ich bin leider noch immer davon überzeugt, dass ich es alleine einfach nie schaffen werde. Zu viele Chancen habe ich vermasselt und zu beständig gekniffen aus Angst vor der Angst. Was sollte schon aus mir heraus dafür sorgen, dass ich plötzlich so anders werde? Ich meine, das ist keine ‚Episode‘, die vielleicht erst wenige Monate andauert….

 

Insidon, Tag 4, 0-0-50 mg, Cipralex 10-0-0 mg (statt 20mg):

Eigentlich alles fast wie immer. Vielleicht ein wenig schläfriger, vor allem Morgens. Und hier und da etwas mehr Schwindel als sonst. Kann aber gut und gerne am Wetter oder einfachen Alienstrahlen liegen und nix mit dem Medikamenten zu tun haben 😉 Noch kaue ich auch brav die Fingernägel und alle 2 Sekunden hüpfen die Gedanken hin und her wie eh und je.

So, wir lesen uns.

LG Petrocelli