Zeit des Erwachens

Schau einer an. Ist doch zwei Monate her, seit dem ich das letzte mal etwas geschrieben hatte…..
Es gab auch wenig Gründe zu plaudern. 🙁

Trevilor funktioniert gut gegen die Depressionen und in gewisser Weise sicher auch gegen die Ängste, aber in keinem Fall, so wie ich es mir erhofft hatte, oder es damals erlebt hatte. Dennoch bin ich von meiner ‚Theorie‘ überzeugt, dass mein damaliges Empfinden mit Trevilor zusammenhing (siehe meine Theorie zu ADHS und Dopaminspiegel hier im Blog) und nicht eingebildet war. Und gleichzeitig zweifle ich natürlich an meinen Ideen zu diesem Thema. Bin ja nur angstgestört und nicht vollkommen irre 😉

Ich wäre nicht ich, wenn ich keine neue Variante meiner Theorie hätte. Und ich glaube, die liegt garnicht so weit entfernt von allem was mir bisher dazu einfiel. Es ist und bleibt am Ende hält auch ein Probieren.

Und ja, liebe Psychologen, ich sehe nach wie vor eine körperliche/chemische Ursache. Denn es heißt nicht umsonst in der Medizin: „Ohne Befund.“ was nichts anderes heißt, als „Ich ganz persönlich habe nichts gefunden.“ Es heißt sicher nicht was leider zu viele Ärzte daraus machen : „Der ist gesund. Wenigstens körperlich.“

Mein langjähriger Neurologe ist Ende September in den Ruhestand gegangen (böse Zungen behaupten, er habe meine Theorien und Ideen nicht mehr ertragen….) und am Montag habe ich einen Termin bei seiner Nachfolgerin. Mit der werde ich meine ’neue‘ Theorie besprechen, mal sehen, was das für Lacher gibt 😉 Wer sich den Titel des heutigen Entrags genauer anschaut und sich ein wenig mit Filmen auskennt, hat schon einen Wink mit dem Zaunpfahl bekommen.

Denn was Trevilor dieses mal leider garnicht verändert, ist diese unerträgliche innere Unruhe, die für mich immer wieder die grundlegende Ursache meiner Ängste ist. Ich habe schon oft geschrieben, das ich es einfach nicht glauben will, es liegt ’nur‘ am Kopf und ich müsste nur umlernen. Denn genau das will ja auch nach zig Therapien nie passieren. Diese Unruhe macht es einfach unmöglich irgendwie eine Basis für sich zu finden. Man will aus seinem Körper einfach nur ‚aussteigen‘. Aber des klappt nicht so einfach 🙂

Wie auch immer, ich werde als am Montag mal schauen, wie es läuft und ob mein Vorschlag zur ‚Diagnosis ex juvantibus‘ angenommen wird. Mehr wird aber nicht verraten 😉

LG Petrocelli

Links, rechts, Wechselschritt. Und wieder…

Tja, seit meinem letzten Post ist doch einiges an Zeit vergangen. Was ist inzwischen passiert?

Mittlerweile habe ich mich von Baclofen verabschiedet – jedenfalls als therapeutisches Mittel. Noch schleiche ich aus, bin bei den letzten 5mg am Tag.
Baclofen hat mich enfach zu sehr gedämpft. Ich konnte kaum noch meiner Arbeit nachgehen. Die anxiolytische Wirkung war sicherlich vorhanden, aber nicht wie ich mir das gewünscht hätte. Im Verhältnis zur Angstlösung war die Dämpfung für mich viel zu stark – auch nach Wochen noch. Die beschriebenen Magenprobleme sind im übrigen weitestgehend zurückgegangen.

Seit dem ich Baclofen runterfahre nehme ich Baldrian in höheren Dosen (~2gr/d). Ein Scherz? Nein, aber nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Nach 2 Wochen tritt langsam eine spürbare Beruhigung ein – das Baldrian ein Spiegelmedikament ist, wird zu oft vergessen 😉 Dennoch reicht es nicht wirklich aus, aber zu Hause ist es damit erträglich.

Wo geht es hin? Naja, ich weiss nicht, ob es nur typisch für Angsterkrankte ist, aber ich finde es ’normal‘, dass ich nicht hinnehme, das Baclofen leider nicht mein Mittel ist.

Im letzten Post hatte ich von meiner Theorie bzgl. Dopamin, Elontril, ADHS, etc. geschrieben. Ich bin noch immer der Meinung, dass dies eine Option ist. Im Gegensatz zum Versuch mit Baclofen will ich dieses mal aber keinen solchen Alleingang mehr machen. Ich habe gemerkt, dass es das einfach nicht einfacher macht. Ich will damit nicht dagen, dass es mit Arzt geklappt hätte – ganz sicher nicht. Aber ein Angsthase möchte gerne viele Fragen stellen und selbst wenn er die Antwort vielleicht nicht hören will, so braucht er doch jemanden, dem er die Frage stellen kann.

Die Diagnose von ADHS im Erwachsenenalter ist jedoch keine ‚einfache Sache‘. Im Gegenteil, es gibt noch immer genug Ärzte, die glauben ADHS verschwindet am Ende der Jugend wie von Geisterhand. Die Kombination von ADHS und einer Angststörung und/oder Depression ist jedoch eine plausible Annahme, denn Erwachsene ‚hüpfen‘ weniger unbedarft in der Gegend rum oder springen in einem Meeting auf, um die Bauerbeiter vor de mFenster zu beobachten. Die Psyche sucht sich hierdurch womöglich andere ‚Kanäle‘, diesem inneren Drängen nachzukommen (Kampf/Flucht Symptomatik der Angststörung) oder zerbricht an diesem Verbot (Depresson).

Um das Ganze in kontrollierte Bahnen zu bekommen, werde ich am 9. Februar in einer Fachklinik (die sich wundersamer Weise in unserer Nähe befindet) eine entsprechende Diagnose beginnen. Das Ganze geht über mehrere Termine und kann einige Wochen dauern.

Sicher könnte ich wenigstens mein Elontril auch so nehmen, jedoch gibt es bei einer positiven Diagnose nicht nur medikamentöse Lösungen, sondern auch ein psychotherapeutischer Ansatz wäre dann ein Anderer. Vielleicht dann ja im Gegensatz zu meinen bisherigen X erfolglosen Therapien dann eine Erfolgreiche?

In jedem Fall werde ich vorerst nicht aufgeben einen Weg zu finden. Für Jemanden, der seit einem viertel Jahrhundert danach sucht, ein leichter Spruch 😉

LG Petrocelli