Ein Leben mit Moclobemid?

Moclobemid 0-112,5mg/d. Tag 8-19.

Die letzten 12 Tage zeichneten sich im Grunde durch ein ständiges auf und ab aus. Es gab gute und richtig schlechte Tage dabei. Auffallend gut waren immer die Tage nach einem Tag ‚aussetzen‘. Besonders schlecht lief es, wenn ich mehrere Tage hintereinander 75mg/d genommen habe – was ja sowieso deutlich unter der eigentlichen Mindestdosis liegt.

Ich konnte mir also Einiges dabei denken: Entweder war es nach mehreren Tagen Einnahme ‚zuviel‘, oder – und das glaube ich z.Zt. am ehesten – der Körper war mehr auf Entzug als sonstwas. Denn warum geht es mir sonst auffällig besser, wenn ich nach einem Tag aussetzen dann wieder Moclobemid nehme?

Heute (Tag 19) war wieder ein Tag, an dem ich eigentlich aussetzen wollte, da der letzte Tag schon wieder eher doof als irgendwas war. Auf der anderen Seite fühlt sich das ganze nach fast 3 Wochen jedoch kaum noch agitierend an, so dass ich dachte es sei ein guter Versuch mal mehr zu nehmen. Angsthase, der ich bewiesener Maßen bin, wollte ich aber noch keine 150mg nehmen, sondern habe mir etwas ‚abgezwackt‘, so dass ich 3/4 schätzen würde, also ca. 112,5mg.

Nun gut. Jedenfalls war schon zu merken, dass es mehr als sonst war, denn heute fühlte ich mich deutlich besser als die Tage davor. Kaum agitiert, schon fast eher etwas in Watte gepackt, ein wenig entspannter, ruhiger. Natürlich ist Moclobemid kein sedierendes Mittel, aber es fühlt sich jedenfalls entspannter an, also sonst. Ich bin ja schon mal begeistert, dass ich nicht abgegangen bin wie ein Zäpfchen. Das ist ja immer meine Befürchtung und der Grund, warum ich überhaupt mit dieser Kindergarten Dosen rumhantiere.

Wir auch immer, es ist zwar noch keine Angstfreiheit in Sicht, aber ich bin ja noch nicht mal auf einem Viertel der Zieldosis. Da ist also noch Raum zur Besserung. Jedenfalls habe ich jetzt wirklich die Hoffnung, es kann weiter gesteigert werden und das sich dann auch etwas deutlich positiveres ergibt als unter den bisherigen Medikationen. Und vielleicht kommt ja sogar noch die gewünschte Entspannung, nach der ich seit so langer Zeit suche.

Achja, und die Magenprobleme kriege ich scheinbar mit Omeprazol 40mg/d besser in den Griff als mit Pantoprazol 40mg/d. Vielleicht gewöhnt sich mein Magen ja einfach auch langsam an das Moclobemid. Wer weiß.

Ich werde jedenfalls weiter berichten.

Jeder fängt mal klein an….

Moclobemid 0-75mg/d. Tag 5-7.

Tag 5 war wieder eine Nullrunde. Ich habe keine Ahnung, ob mir bei der ’normalen‘ Einstiegsdosis von 2x150mg/d schlicht der Kopf explodiert wäre, oder ob es mir sogar schon besser gegangen wäre – ich kann’s nicht sagen. Mein Weg sieht jedenfalls etwas vorsichtiger aus, wie es scheint.

Ich hatte auch mit meiner Ärztin am 5. Tag gesprochen und gefragt ob es bei dieser gefühlt unangenehmen Reaktion überhaupt eine Chance darauf gibt, das Moclobemid bei mir irgendwann später doch passen sollte (zumal Messwerte und Genetik deutlich darauf hinweisen). Sie hatte ein nettes Beispiel, in dem Sie mich mit jemandem Verglich, der ein Bein hat, das deutlich kürzer ist als das andere. Dieser Mensch wird vermutlich über Jahre eine Fehlstellung entwickeln und wohl auch Rückenschmerzen haben. Wenn man diesem Patienten nach über 40 Jahren dann sofort die gesamten Höhendifferenz ausgleicht, wird dieser wahrscheinlich mehr Schmerzen haben als in den Jahren davor. Deshalb muss man eine solche Einlage über längere Zeit ‚erhöhen‘. Das fand ich ein Beispiel, dass Hoffnung machte.

Tag 6 und 7 waren jedenfalls sehr angenehm und fast angstfrei (Wir sprechen nicht von einem Gefühl, dass mich die Welt erobern lassen will – aber ich war immerhin zu Hause so was wie angstfrei). Wenn überhaupt, ist es jeweils der Morgen nach dem Aufstehen, der sich unangenehmer anfühlt als der Rest des Tages, so dass ich am 7. Tag bereits überlegt hatte Abends noch einmal 75mg Moclobemid zu nehmen. Zumal zweimal täglich ja die übliche ‚Aufteilung‘ laut Beipackzettel ist.

Nun gut, vielleicht am 8. Tag – ich finde es schon mal gut, dass ich mir vorstellen kann keine Nullrunden mehr einzulegen und es wirklich angenehme Momente gibt. Vor allem Nachmittags und Abends.

Beim Gedanken daran, jetzt Einkaufen zu fahren (natürlich sowieso nicht alleine….) geht mir sofort die Düse. Ich habe also noch einen längeren Weg vor mir, wie es scheint. Man darf aber nicht ganz vergessen, dass ich jetzt seit einigen Monaten ohne ‚richtigen‘ Stoff bin (ich meine SSRIs oder SNRIs, die bisher als einzige einen wenigsten erträglichen Zustand schaffen könnten, in denen ich halbwegs funktionierte) und in dieser Zeit die Angst so schlimm war, wie schon viele Jahre nicht mehr. Deshalb ist meine Ausgangsbasis auch ziemlich schwach und alle Ängste, die ich jetzt so in diesen Tagen mit Moclobemid erlebt habe, wären vielleicht auch anders aufgetaucht. Gefühlt würde ich es aber der Umstellung durch Moclobemid zuordnen, aber da selbst ich vom Placeboeffekt weiß, ist es schwer einzuordnen. 😉

Bis demnächst, Petrocelli

Devise: Durchhalten

Moclobemid. Tag 2-4. 0 – 75mg/Tag.

Eigentlich hatte ich ja gehofft, durch meinen genetischen Polymorphismus bzgl. des überaktiven MAO-A Enzyms hätte ich es leicht und mein Körper ruft: Hurra, darauf habe ich seit meiner Geburt gewartet!
Aber Fehlanzeige – so einfach kriege ich es nicht.

Es geht mir gelinde gesagt beschissen, und das bei Kindergartendosis. Ich hatte in der Nacht vom 1. auf den 2. Tag unter moclobemid massive Schlafstörungen mit Aufwachen und Panikgefühlen, das ich mich ernsthaft fragte, was jetzt los ist.
Darauf hatte ich am 2. Tag beschlossen, eine Nullrunde einzulegen. Der Tag verlief eigentlich genauso unauffällig wie der Erste.

Präventiv habe ich eine gaaaanz kleine Dosis Bromazepam genommen, da ich besser schlafen wollte und dachte, es hilft mir am nächsten Tag, wenn ich wieder moclobemid nehme. Die Nacht war gut. Am Tag 3 habe ich nur morgens die 75mg genommen. An dem Tag fühlte ich mich sehr aktiv und fast agitiert, was mich persönlich sehr besorgt, da ich dann zu schnell in Ängste rutsche. Ich hatte aber im Grunde auch richtig gute Phasen dazwischen, insbesondere Morgens und am Vormittag. Gegen Abend, fühlte es sich dann unangenehmer an. Als würde ich den Puls im Hals und der Brust spüren – das geht für einen Angsthasen natürlich garnicht :/ Also beschloss ich Abends keine zu nehmen.
Ich bin mir tatsächlich ziemlich sicher, die unangenehmen Gefühle sind nicht eingebildet, frage mich aber, ob es eher an der Wirkung liegt, oder am Nachlassen der eh schon niedrigen Dosis, so das ich mir mit dem Auslassen der Abenddosis so gar keinen Gefallen tue. Das ist wohl etwas, das ich eher nie erfahre, da ich es noch einige Zeit mit dieser kleinen, einmaligen Dosis versuchen will. Wenn einer von Euch da draussen Erfahrung mit dem Einstieg von Moclobemid hat, dann bitte ich um einen Kommentar hierzu würde mich freuen.

Jedenfalls nehme ich jetzt Abends Bromazepam und mindestens morgens das Moclobemid. Im Grunde soll es ja genauso sein: In der ersten Zeit (bis 2-3 Wochen) agitierend, ab Woche 4 langsam beruhigend, anxiolytisch. Also bin ich noch im Soll und ich hoffe, dass die niedrige Dosis die Nebenwirkungen schwächer machen, dann aber dennoch eine Kehrtwende erkennbar ist, wenn diese verschwinden und etwas Positives bleibt. Sicher ist eine Steigerung dann wieder mit Nebenwirkungen verbunden, ich hoffe aber dann a) weiss ich es geht in die richtige Richtung und b) es fällt etwas unauffälliger mit den Nebenwirkungen aus. Soweit mit meiner neuesten Theorie….

Heute, Tag 4, verlief ähnlich. Morgens noch etwas gerädert vom schwachem Schlaf und der ständigen Unruhe/Panik bei jedem Aufwachen. Dennoch ging es relativ gut, nur leichte Unruhe. Mittags waren wir was zu essen holen und ich fühlte mich trotz deutlicher Agitation fast gut und wenig ängstlich. Das machte mir tatsächlich Hoffnung darauf, dass es vielleicht doch noch besser wird. Der Nachmittag war noch unruhiger und manchmal mit Angst belegt, aber auch ganz wechselhaft mit etwas Ruhe.
Gegen Abend wurde es deutlich besser. Dennoch nehme ich heute Nacht sogar noch etwas mehr Bromazepam, da ich solche Nächte nicht mehr will.

Drei Sachen sind deutlich anders/besser als sonst: ich räume ständig auf und meine Konzentration ist etwas besser. Noch kein dramatischer Unterschied, aber irgendwas tut sich da. Die Ausdauer ist aber noch nicht wie früher. Die dritte Änderung ist ein deutlich geringerer Appetit. Nicht ständig dieses Gefühl mein Magen frisst sich selbst auf. Das finde ich sehr angenehm.

So, jetzt aber ins Bett. Die Bromazepam fängt an zu wirken 😉

Genetischer Müll

Nachdem nun auch der Versuch mit L-Tryptophan so auffällig wirkungslos war, suchte ich (wie üblich) weiter. Noch immer daran glaubend, dass es ‚irgendwo‘ etwas geben muss, dass mir eine Gefühlsgrundlage schaffen muss, die mir wieder Leben ermöglichen kann.
Noch immer glaube ich an Chemie.

Das Thema L-Tryptophan brachte mich zu einem interessanten Artikel, der erklärte warum es Menschen geben kann, die so garnicht die Vor-Vorstufe des Serotonins (5-HTP) erstellen können. Es gibt hier eine Genvariation (Polymorphismus), die dafür sorgt, dass das geschwindigkeitssteuernde Enzym (Tryptophanhydroxylase) zu wenig vorhanden ist und dadurch kein 5-HTP im Gehirn zur Verfügung steht, auch wenn man sich mit L-Tryptophan zuknallt. Also dachte ich mir: kann man das nicht auch testen? Dann würde das immerhin erklären, warum mit L-Tryptophan nix passiert bei mir 😉

Um es gleich vorweg zu nehmen: DEN Polymorphismus (TPH-2) habe ich nicht…

Es hatte etwas gedauert, bis ich ein Labor gefunden habe (bitte per mail oder Kommentar mit mail anschreiben, ich schicke bei Interesse den Kontakt), dass auch diesen relativ neuen (also der ist sicher alt wie die Menschheit, aber es ist neu, dass man ihn kennt 😉 ) Polymorphismus untersucht. Bei weitem nicht alle Labore, die Genuntersuchungen machen, bieten das an.

Am Ende habe ich mich für 8 Genuntersuchungen entschieden, die allesamt zum Thema Depression und/oder Angststörungen als relevant diskutiert werden. Es gibt kein ‚Angstgen‘ im singulären Sinn, aber viele ‚Verdächtige‘ – der eine offensichtlicher als der andere 🙂

Das ich mich hier nicht umsonst als Klappsenkalli oute, habe ich nun aus’m Labor bestätigt: Von den 8 Genen habe ich stolze 5, die nicht dem sog. ‚Wildtype‘ entsprechen, also in der Gattung kaukasischer Mensch (Jungs und Mädels in Europa) ’normal‘ vorkommen. Bei 3 dieser Polymorphismen (5HTR2A, 5HTT und BDNF) weiß man, dass diese mit Angststörungen korrelieren und teilweise auch die Wirkung von SSRIs vermindern – das hatte ich ja über Jahre ausprobieren dürfen 😉

Ein weiterer ‚meiner‘ Polymorphismen (GAD2) wird auch in Verbindung mit Angststörungen gebracht, bietet jedoch keinen zu guten therapeutischen Ansatz und eine Messung von GABA im Urin war völlig in Ordnung bei mir.

Was aber gar nicht in Ordnung war, sind meine Werte des Serotonins und Noradrenalins. Leicht erniedrigt, aber noch im ordentlichen Rahmen, waren Adrenalin und Dopamin (da war doch was – siehe ältere Posts 😉 ). Und hierzu passt genau der Polymorphismus Nr. 5, den ich in der ’schöne scheisse‘ Variation habe (4.5 repeat). Diese ist nicht nur fein selten (<1% in unserer Gattung), sondern passt exakt zu meinen genannten Werten. Ich habe deutlich mehr – 10fach und mehr – des MAO-A Enzyms, als der Wildtype unserer Gattung, so dass bei mir Serotonin und Noradrenalin sehr stark und Adrenalin und Dopamin stärker abgebaut wird, als hätte ich diese Variation nicht. Passt faszinierender Weise genau zu den gemessenen Katecholaminwerten oben.

Was nun?

Im Grunde ist dies der ‚beste‘ Polymorphismus, den man sich wünschen kann, wenn man das überhaupt so sehen mag. Denn im Gegensatz zu den anderen gibt es hier seit ewigen Jahren Medikamente, die genau dieses MAO-A Enzym hemmen. Also dafür sorgen, dass nicht zuviel dieser netten Botenstoffe, die wir alle so brauchen, aufgefressen werden. Die anderen 4 Polymorphismen ‚ignoriere‘ ich einfach mal und freue mich darüber, dass es mich da auch noch schlechter hätte treffen können, da ich diese alle ’nur‘ heterozygot habe, so dass wenigstens die andere Hälfte der Erbinformation ’normal‘ ist. Es hätte also schlimmer kommen können. Womöglich. 😉

Etwas unangenehm ist, dass so ein MAO-A Hemmer unfreundliche bis tödliche Nebenwirkungen haben kann, wenn man das eine oder andere nicht beachtet. Aber ich bin ja äusserst achtsam und es wird schon nichts schief gehen.

Gespannt bin ich aber wirklich, ob es nun nach all den Jahren und mit dem Hintergrund der genetischen Befunde und dem hierzu passenden Status der Katecholamine bei mir mit dem neuen Medikament etwas wird. Ich glaube sonst bin ich wohl ziemlich am Arsch…. Dann gehen sogar mir die ‚Ausreden‘ aus.

Ich habe das Rezept für moclobemid (der MAO-A Hemmer) bereits da und werde wohl am Freitag oder Montag damit anfangen. Dann gibt es hier mal wieder ein Tagebuch.

In diesen Sinne: alles wird gut!

Petrocelli

Serotonin, Noradrenalin, Dopamin, usw. – Wir bauen uns einen Menschen…..

Da gibt es noch mehr: Adrenalin, Cortisol, DHEA(S), dann rüber zur Schilddrüse: TSH, T3, T4 und blabla. Noch so einiges mehr an Hormonen regelt unser Mensch sein. Viele, sehr viele spielen dabei eine deutlich verbundene Rolle. Z.B. über ein sog. negatives Feedback (wie z.B. Insulin / Glucagon) aber auch schlicht durch Beteiligung an Entstehungsprozessen – z.B. T3 aus T4 usw,

Das könnten wir hier den ganzen Tag spielen und unser selbstgebauter Mensch wäre noch kein halber Frankenstein. Ich denke, dass ist a) der Grund, warum man bei vielen Krankheiten ‚probieren‘ muss und b) viele Zusammenhänge (noch) schlicht unbekannt sind.

Das mit dem ‚probieren‘ könnten böse Zungen als mein ‚Hobby‘ bezeichnen, aber ich versuche das schlicht zu ignorieren. Ich habe mir vor kurzem ein neues Hängeregister für meinen Papierkram angelegt, da steht drauf: „Ich bin nicht bekloppt. Ich bin nur krank…“ 😉

Wenn ich mir die meisten der oben genannten menschlichen ‚Bauteile‘ so anschaue, dann fällt mir eines auf (naja, nicht erst jetzt aber immer wieder), dass bei vielen Prozessen ganz wesentlich beteiligt ist, bzw. die Grundlage zum ‚Funktionieren‘ bildet: Das Cortisol.

Es wird z.B. benötigt um aus T4 T3 zu machen, es wird bei Entzündungen gebraucht, Allergien zu hemmen, es ‚wandelt‘ Eiweisse zu Zucker (zählt nicht umsonst zu den Glukocortikoiden) usw. Im Grunde ist es an so vielen Prozessen mit einer solchen Umfänglichkeit beteiligt, dass es schlicht zum Tode führt, wenn es fehlt.

Dieser Zustand (also der kurz bevor man tod ist…. :p ) gilt als Morbus Addison in der Schulmedizin.

Aber es gibt doch viele Hinweise darauf, dass es neben dem nicht reversiblen Ausfall der Nebenniere, also dem Morbus Addison, noch eine ‚Schwäche‘ der Nebenniere zu geben scheint, die in den Symptomen ganz ähnlich, aber vor allem unbehandelt nicht letal ist (sonst wäre es schon wieder Morbus Addison….). Zwischen ’sich wohl fühlen‘ und dem Tod gibt es aber einen weiten Spielraum. Und im unteren Drittel fühlt man sich ganz bestimmt nicht ‚wohl‘ – ich sag‘ das mal so 😉

Nun gut, man kann Cortisol und andere Hormone seit einigen Jahren ganz einfach im Speichel messen und auch ein sog. Tagesprofil durch mehrere Messungen am Tage erstellen, da die aktive Cortisolmenge im Verlauf eines Tages einem typischen Verlauf folgen sollte (morgens nach dem Aufstehen am höchsten, dann bis in den Abend fallend). Im Gegensatz zum alten, schulmedizinischen Verfahren nur den morgenlichen Blutwert Cortisol oder den 24h Urinwert Cortisol zu messen, kann man hier z.B. einen ‚falschen‘ Anstieg im Tagesverlauf oder einen viel zu schnellen Abfall am Vormittag feststellen. Wer Angst hat, das man sowas doch nicht mit ‚Spucke‘ testen kann, dem sei gesagt, dass selbst die WHO die Messung diverser Hormone usw. per Speicheltest empfiehlt, gerade weil hier solche Verläufe auch ausserhalb einer Praxis gemessen werden können und offensichtlich die tatsächlich ‚verfügbaren‘ Mengen gemessen werden. Das nur am Rande.

Ich habe einen solchen Test vor gut drei Jahren gemacht, mit dem Ergebnis, dass mein morgendlicher Wert im unteren Drittel der  Norm war und alle nachfolgenden Werte nur knapp über der unteren Normgrenze lagen. Also kurz vor den Werten, die man Morbus Addison zuordnet. Aber halt noch in der Norm.

Das Labor sprach von einer deutlichen Schwäche der Nebenniere und empfahl eine Substitution mit Cortisol. Mein Arzt sagte, ich könnte ja mal etwas von der frei verkäuflichen Kortisonsalbe benutzen – das könne ja nicht schaden……

Jedenfalls hat mir das mit der Salbe natürlich nichts gebracht – wie auch. Ich sollte die ja nicht essen. Also bin ich wieder davon abgekommen.

Anfang Februar diesen Jahres bin ich aber wieder zu diesem Thema gekommen und ich habe wieder einen solchen Test gemacht. Diesmal übrigens bei einem anderen Labor – man weiß ja nie, dachte ich mir. Faszinierender Weise sind fast die gleichen Werte dabei herausgekommen. Auch vom DHEA, das damals auch mitgemessen wurde. In jedem Fall, war es damals also nicht ein ’schlechter Tag‘ oder sowas, der zu diesen Cortisolwerten geführt hat. Ein Gespräch mit einem der Laborärzte, bei dem ich auch die Werte aus 2010 zitierte führte blitzschnell zur eindringlichen Empfehlung kurzfristig einen Arzt aufzusuchen. Aha?!??

Nun gut, solche Werte über einen längeren Zeitraum zu haben, gefiel dem Mann also gar nicht. Und ja, ich bin natürlich zu einem Arzt – aber aus einem anderen Grund 😉 Einen Tag, nachdem ich diesen Test gemacht habe (und nicht vergessen, man nimmt nichts ein, man gibt Spucke in ein Röhrchen…..), habe ich am ganzen Körper einen Ausschlag und Juckreiz bekommen, wie vor über 25 Jahren das letzte mal, als ich noch aktive Neurodermitis hatte. Ich glaube zu wissen, was ich wohl ‚falsch‘ gegessen habe, aber es war schon faszinierend, wie schnell einen der Körper am Arsch haben kann, obwohl man kein Interesse daran hat.

Also noch bevor ich mit den Laborärzten über das Ergebnis reden konnte (ich hatte es ja gerade erst abgeschickt), bin ich zum Arzt und habe laut nach Kortison gerufen, da ich diesen Scheiss so schnell wie möglich wieder loswerden wollte. Ich brauchte nur meine Haut vorzeigen und wurde mit Kortison (Prednisolon) beworfen. Und ich kann sagen: das war auch gut so.

Ich habe für eine systemische Allergie eine ziemlich kleine Dosis genommen (20mg/d), aber es reichte absolut aus, warum also mehr nehmen. Nach zwei Tagen merkte man deutlich, wie alle Ausschläge und Schwellungen wieder rückläufig waren. Und: ich fühlte mich irgendwie…. GUT! Ich war nicht mehr dauernd platt, müde. Ich bin sogar seit Jaaaaahren wieder morgens frisch aus dem Bett rausgekommen. Ein wundersames Gefühl. Ich war nicht aufgeputscht, aber einfach ‚da‘.

Zusammen mit den dann eingetrudelten Werten meines Cortisolspiegels passte alles ziemlich gut ins Bild, so fand ich jedenfalls.

Mein Hausarzt hat mir mittlerweile Hydrocortison (dem Cortisol am ähnlichsten) verschrieben und ich taste mich an eine Wohlfühldosis unterhalb möglicher Überdosierungsnebenwirkungen heran. Die will auch kein Schwein. Es fühlt sich teilweise sehr schwankend an, da die eigene Cortisolproduktion unter Einnahme künstlichen Cortisols unterdrückt wird und man sich wohl erst einspielen muss, aber es gibt auch wirklich sehr gute Phasen. Bisher habe ich den Eindruck, vor allem wenn es wirklich ‚etwas mehr‘ ist. Ich habe nächste Woche einen Termin bei einem Arzt, der von sich selbst sagt, dass Hormone (was gerne zum Anti-Aging gezählt wird) sowas wie sein ‚Steckenpferd‘ sind. Na, Hurra, dann schauen wir mal wie er sich in seinem Hobby so auskennt 😉

Ich bin jedenfalls gespannt, ob es mit der Psyche noch weitere Verbesserungen geben kann, wenn man den Cortisolhaushalt in bessere Bereiche der ‚Norm‘ bringt. Ich posaune es dann wie üblich hier aus :p

LG

Petrocelli

 

 

Wilde Welt…..

Faszinierend. Da ist es doch mittlerweile mehr als ein Jahr her, dass ich hier etwas veröffentlicht habe.

Da gibt es wohl nur zwei Varianten: Entweder bin ich a) spontan geheilt und eile mit großer Abenteuerlust durch die Welt oder b) es hat (mal wieder) nicht nachhaltig etwas gebracht und das hat mich so sehr frustriert, dass ich selbst als anonymisierter Petrocelli keine Lust mehr hatte meine spinnerten Ideen, Versuche usw. zu veröffentlichen.

Ich gebe Euch einen kurzen Moment zum Raten … . . . . . . .  .   .   .   .    .     .      .

*Gong*

Es ist natürlich A) ich sitz nur noch auf meinem Motorrad und reise in der Welt umher, schaue mir fremde Länder an und erfreue mich meines schönen Lebens. Oder welcher war noch der zweite Buchstabe im Alphabet???

Ja, ich hör ja schon auf. Und nein, die Behandlung des Restless-Legs-Syndrom hat zwar meinem Schlaf geholfen (warum auch immer), aber sonst nicht viel bewegt. Hatte ich nun Restless-Legs? Ja/Nein/Keine Ahnung. Ich kann sagen, das Levodopa eine signifikante Verbesserung meiner Schlafqualität hervorgerufen hat, aber mittlerweile frage ich mich, ob das nicht bei jedem so ist, der beschissen schläft. Vielleicht auch bei denen, die kein pathologisches Problem im dopaminergen System haben. Aber was soll’s.

Ich habe also wie all die Zeit davor weitergesucht, hier das eine oder andere gefunden (hui, ich habe wohl eine feine WeißbrotGlutenOderWasDaSonstDrinIst-Allergie. Aber dazu später.) und auch mal wieder das eine oder andere ‚ältere‘ Zipperlein aus meinem Leben wieder rausgeholt. Einfach schön…..

Vor allem habe ich viel darüber nachgedacht, ob ich hier weiter schreiben soll, aber ich habe tatsächlich in den Monaten einiges an Mails bekommen, in denen immer wieder gefragt wurde, was denn nun los sei, wie es ‚weiter‘ gegangen ist. Ich entschuldige mich hier auch gleich mal, im Grunde keinem geantwortet zu haben 🙁

Das hat mich alles in allem dazu gebracht, mein schlaues Gequatsche weiterhin verbreiten zu wollen. Wer es liest ist am Ende ja doch selbst schuld und ich wollte es ja vor allem für mich selbst machen 😉

Ich werde also in den nächsten Tagen mal ein wenig versuchen das Geschehen der letzten Monate ein wenig in Worte zu fassen, die alle Interessierten auf den aktuellen Stand bringen. Ich bin stur, ich geb‘ nicht auf daran zu glauben, dass ich nicht einfach bekloppt bin. Empfindlich, speziell, kompliziert, anders, usw. – aber nicht einfach nur bekloppt. Der Scheiß kommt irgendwie chemisch um die Ecke. Ich glaub’s noch immer und das bringt wie immer alle Psychologen auf die ‚das ist ja pathologisch‘-Palme. Bitte sehr. Knackt Euch ne Kokosnuss, wenn Ihr schon da oben seid.

In diesem Sinne!

 

Petrocelli

 

Insidon / Trevilor – Tag 36 / 16 – mir geht’s schlecht, das ist schön!

Schau einer an – jetzt bin ich knapp auf 75mg (eine 37,5 und eine ‚Teilentleerte‘), und schon fühle ich ich hundsmiserabel und schwindelig. Also alles, wie beim letzten mal Trevilor vor einigen Jahr.

Natürlich geht es auch mir schlecht, wenn mir kotzübel ist, aber ich freue mich natürlich, das dadurch das Ganze bisher wie damals läuft und deshalb vielleicht ja auch bei den wirklich positiven Erlebnissen?!

Ich habe es damals ja nicht ‚protokolliert‘ und lebe nur von den Erinnerungen und dem, was mein Doc notiert hatte. Aber wenn man mal die Nummer mit dem zu lange 37,5mg weglässt, so passt es zu den Erinnerungen und ich müsste eigentlich innerhalb von Tagen eine deutliche Besserung merken.

Noch kaue ich Fingernägel – vielleicht ein guter Parameter zum Vergleichen 🙂

Insidon / Trevilor – Tag 35 / 15 – Irrsinn und andere Missverständnisse…

Ich finde es toll, dass ich nicht nur bekloppt bin und Ängste ohne wirklichen Grund erlebe, sondern dass auch mir ganz normale Dinge passieren wie ‚Missverständnisse‘. Da fühlt man sich doch spontan ‚ganz normal‘ 😉 Aber dazu gleich…

Ist ja schon einige Tage her, dass ich was geschrieben habe, zumal ich ja nun Einiges erwartet habe, dass in meinen dunklen Erinnerungen aus der ersten Einnahme von Trevilor ja wirklich toll war. Bisher ist es aber leider eher Fehlanzeige (aber hey! gelacht wird erst nach dem Missverständnis….). Also ich habe halt noch ein wenig vor mich hingewartet und Anfang dieser Woche so für mich gedacht, dass es wohl doch eher Einbildung gewesen sein muss, was ich damals erlebt hatte. Das pisst einen ziemlich an. Nicht, dass es mir schlecht geht – sicher nicht. Ich halte z.Zt. schon einiges mehr aus, als unter anderen oder keinen Medikamenten. Aber hat halt nichts mit dem Erwarteten zu tun.

Da habe ich also Anfang der Woche so vor mich her gedacht und überlegt, wieviel ich damals eigentlich genommen hatte, als es mir ’so viel besser‘ ging. Wirklich schon bei 37,5mg??  😐

Je mehr ich nachdachte, umso mehr dämmerte es mir, dass ich hier wohl vor lauter hin- und hergedenke was verpasst habe. Aber warum habe ich nur 37,5mg Tabletten bekommen? Ich wurde also etwas nervös und habe gestern dann endlich den Doc erreicht und fragte ihn, wie damals meine Dosissteigerung war und ob ich vielleicht nach 2 Wochen mit 37,5mg daneben liege.

Tja, da schmunzelte der Doc und verkniff sich ein lauteres Lachen (immerhin bin ich es ja, der bei ihm immer sitzt und Medikamenten- und Dosisvorschläge macht :p ). „Ja, natürlich müssten Sie längst auf 75mg sein! Die 37,5mg sind nur zum Ein- und Ausschleichen und keine therapeutische Dosis. Da kann nicht wirklich was passieren“. Ich hätte damals nur wenige Tage die 37,5mg von ihm bekommen.

Diesmal war die Packung halt größer 😉 Er dachte halt, ich nehme dann eben zwei….

Das zum Thema Missverständnisse :p Jedenfalls ist das Rezept  mit den 75mg Dingern schon unterwegs und ich habe heute 1 1/2 von den 37,5mg genommen. Da werde ich es bis So wohl auf die 75mg schaffen.

Damit kann ich mir also noch eine ‚Erlärung‘ herholen, warum Trevilor die letzten zwei Wochen keinen Raketenstart hingelegt hat, aber umso spannender wird es jetzt. So richtig lange dürfte es dann ja nun wirklich nicht mehr dauern. Ich sehe da wenig Raum für noch mehr ‚Missverständnisse‘. Dann müsste ich mir doch eingestehen, es war ein Reinfall und mich gleichzeitig fragen, was denn damals war. Alles nur Einbildung, weil ich es glauben wollte? Irgend ein anderer Umstand in meinem Leben, den ich mittlerweile vergessen habe (obwohl es mir so gut dabei ging??)?

Gut, wir werden sehen.

Was ich zur Zeit merke ist eine etwas stärkere Vergesslichkeit. Aber das hatte ich schon immer bei SSRIs und Kollegen. Schlägt schnell auf die Erinnerung bei mir 🙂 Schlafen ist ok, nur bei Vollmond etwas schlechter. Der Magen hält sich in Grenzen – nicht doll, aber auch nicht richtig schlecht. Die leichte Übelkeit aus den ersten Tagen ist meist weg und taucht nur sporadisch auf. Die Träume von Insidon sind noch immer da und angenehm, vielleicht aber nicht mehr so deutlich wie in der ersten Zeit. Ich schwanke bei Insidon zwischen einer und zwei am Abend (50-100mg), weil es tagsüber doch etwas müder macht. Manchmal frage ich mich aber, ob ich mich bei 100mg Insidon nicht besser und frischer am Tage fühle als nur mit 50mg. Weil ich tiefer schlafe? Egal.

So, dann schauen wir mal, ob noch etwas mehr an Wirkung kommt 😉

Insidon / Trevilor – Tag 26 / 6

Heute Abend bin ich das erste mal it Insidon etwas runter 0-0-50mg. Trevilor moch identisch auf 37,5-0-0mg. Ich glaube das Insidon kacht doch etwas matschig. Ist einfach mal ein Versuch.

Tja nach sechs Tagen hatte ich eigenlich mehr erhofft, aber bis gestern war ich regelrecht enttäuscht. Aber heute kam etwas neues dazu: deutlichere Nebenwirkungen 😉 Und auch eine neuere Entspannung und stärkere Konzentration.

Warum ich mich über die Nebenwirkungen freue? Weil diese damals auch deutlich zu spüren waren, bevor die beeindruckende Wirkung kam. Also hoffe ich natürlich, dass – wenn jetzt vielleicht doch noch mehr Nebenwirkungen für eine Zeit augkommen – auch die gewünschte Wirkung noch kommt.

Also, mehr wollte ich garnicht loswerden 😉

LG Petrocelli

Insidon / Trevilor – Tag 23 / 3

So, nun bin ich mittlerweile auf 0-0-100 Isidon und 37,5-0-0 Trevilor.

Die Nebenwirkungen sind im Grunde nicht vorhanden – evtl. Ein wenig mehr Müdigkeit als am Ende mit kaum Cipralex und 100mg Insidon.
Die ‚innere Unruhe‘ die damals vollständig und überraschend verschwand, ist noch da. Evtl. Etwas weniger als sonst, aber in keinem Fall so, wie ich es gerne hätte und mich daran erinnern kann.

Nun gut, am dritten Tag war es vielleicht auch damals nicht der Hammer – nach meiner Erinnerung und den Notizen vom Doc, war am Anfang vor allemm Schwindel und Übelkeit das Thema. Wann genau die Entspannung kam, hatte keiner von uns beiden genauer notiert. Deswegen ja auch der Blog hier – der ist vor allem für mich 😉

Ein weiterer Unterschied zu damals ist ja auch das vorherige Cipralex. Ich denke nicht, dass Trevilor deswegen nicht so wirken könnte wie damals, aber das ich weniger Schwindel und Übelkeit versprüre könnte schon daran liegen, dass mein Körper die Wirkung von einem Serotoninwiederaufnahmehemmer noch gut kennt, so das beim Trevilor nun ’nur noch‘ die Wiederaufnahmehemmung des Noradrenalin hinzukommt.

Jedenfalls hoffe ich wohl, das es solche Gründe hat, sonst müsste ich ja jetzt schon an der möglichen Reproduktion der damaligen guten Wirkung zweifeln, wenn die Schlechte auch nicht mehr kommt…..

Wie auch immer, ich wollte nur das hier als Udate für die ersten Tagen hinterlassen, damit ich die Entwicklung später selbst genauer betrachten kann.

LG Petrocelli