Devise: Durchhalten

Moclobemid. Tag 2-4. 0 – 75mg/Tag.

Eigentlich hatte ich ja gehofft, durch meinen genetischen Polymorphismus bzgl. des überaktiven MAO-A Enzyms hätte ich es leicht und mein Körper ruft: Hurra, darauf habe ich seit meiner Geburt gewartet!
Aber Fehlanzeige – so einfach kriege ich es nicht.

Es geht mir gelinde gesagt beschissen, und das bei Kindergartendosis. Ich hatte in der Nacht vom 1. auf den 2. Tag unter moclobemid massive Schlafstörungen mit Aufwachen und Panikgefühlen, das ich mich ernsthaft fragte, was jetzt los ist.
Darauf hatte ich am 2. Tag beschlossen, eine Nullrunde einzulegen. Der Tag verlief eigentlich genauso unauffällig wie der Erste.

Präventiv habe ich eine gaaaanz kleine Dosis Bromazepam genommen, da ich besser schlafen wollte und dachte, es hilft mir am nächsten Tag, wenn ich wieder moclobemid nehme. Die Nacht war gut. Am Tag 3 habe ich nur morgens die 75mg genommen. An dem Tag fühlte ich mich sehr aktiv und fast agitiert, was mich persönlich sehr besorgt, da ich dann zu schnell in Ängste rutsche. Ich hatte aber im Grunde auch richtig gute Phasen dazwischen, insbesondere Morgens und am Vormittag. Gegen Abend, fühlte es sich dann unangenehmer an. Als würde ich den Puls im Hals und der Brust spüren – das geht für einen Angsthasen natürlich garnicht :/ Also beschloss ich Abends keine zu nehmen.
Ich bin mir tatsächlich ziemlich sicher, die unangenehmen Gefühle sind nicht eingebildet, frage mich aber, ob es eher an der Wirkung liegt, oder am Nachlassen der eh schon niedrigen Dosis, so das ich mir mit dem Auslassen der Abenddosis so gar keinen Gefallen tue. Das ist wohl etwas, das ich eher nie erfahre, da ich es noch einige Zeit mit dieser kleinen, einmaligen Dosis versuchen will. Wenn einer von Euch da draussen Erfahrung mit dem Einstieg von Moclobemid hat, dann bitte ich um einen Kommentar hierzu würde mich freuen.

Jedenfalls nehme ich jetzt Abends Bromazepam und mindestens morgens das Moclobemid. Im Grunde soll es ja genauso sein: In der ersten Zeit (bis 2-3 Wochen) agitierend, ab Woche 4 langsam beruhigend, anxiolytisch. Also bin ich noch im Soll und ich hoffe, dass die niedrige Dosis die Nebenwirkungen schwächer machen, dann aber dennoch eine Kehrtwende erkennbar ist, wenn diese verschwinden und etwas Positives bleibt. Sicher ist eine Steigerung dann wieder mit Nebenwirkungen verbunden, ich hoffe aber dann a) weiss ich es geht in die richtige Richtung und b) es fällt etwas unauffälliger mit den Nebenwirkungen aus. Soweit mit meiner neuesten Theorie….

Heute, Tag 4, verlief ähnlich. Morgens noch etwas gerädert vom schwachem Schlaf und der ständigen Unruhe/Panik bei jedem Aufwachen. Dennoch ging es relativ gut, nur leichte Unruhe. Mittags waren wir was zu essen holen und ich fühlte mich trotz deutlicher Agitation fast gut und wenig ängstlich. Das machte mir tatsächlich Hoffnung darauf, dass es vielleicht doch noch besser wird. Der Nachmittag war noch unruhiger und manchmal mit Angst belegt, aber auch ganz wechselhaft mit etwas Ruhe.
Gegen Abend wurde es deutlich besser. Dennoch nehme ich heute Nacht sogar noch etwas mehr Bromazepam, da ich solche Nächte nicht mehr will.

Drei Sachen sind deutlich anders/besser als sonst: ich räume ständig auf und meine Konzentration ist etwas besser. Noch kein dramatischer Unterschied, aber irgendwas tut sich da. Die Ausdauer ist aber noch nicht wie früher. Die dritte Änderung ist ein deutlich geringerer Appetit. Nicht ständig dieses Gefühl mein Magen frisst sich selbst auf. Das finde ich sehr angenehm.

So, jetzt aber ins Bett. Die Bromazepam fängt an zu wirken 😉

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