Ich lebe noch – oder wie nennt man das?

Jaja, wer hätte gedacht, dass dieser Blog zwar seit ca. 6 Jahren lebt, aber echte ‚Löcher‘ von so einigen Monaten immer wieder vorkommen?

Ich selbst jedenfalls nicht nicht 😉 Ursprünglich hatte ich natürlich gehofft, dass der Versuch mit Baclofen mich nach all den Jahren endlich von meiner Angststörung befreit.

Mittlerweile lebe ich seit über 30 Jahren (Hui! Als Jugendlicher war ich so ’normal‘, dass ich lange nicht mal geglaubt hatte 30 Jahre ALT zu werden…) mit meiner Angststörung und habe an Therapien und Tabletten so ziemlich alles durchgemacht, was es wohl so gibt. Aber immer Fehlanzeige.

Halt nein – da war ja was!! Ich glaube das Erlebnis mit Venlaflaxin ist noch immer das, was mir nach all diesen Jahren die Hoffnung gibt, ich könnte diese Angststörung vielleicht doch eines Tages noch verlieren.

Ich habe in der Zeit seit meinem letzten Post hier wieder einige alte und neue Medikamente probiert – immerhin ist das wieder gute 3 Jahre her. Ich habe sogar irgendwelche russischen Tabletten aus dem Internet bestellt und auch genommen. Alleine das ist für eine Person mit einer Angststörung meist schon unverständlich. Wir Angsthasen haben üblicher Weise ja bereits Angst vor ‚richtigen‘ Medikamenten 😉

Aber das ist auch symptomatisch für den Wunsch, diese Scheisse endlich los zu werden. Dafür greife ich nach jedem Strohhalm – und wenn man meinen Blog liest, auch nach wirklich ‚fragwürdigen‘ Strohhalmen. Schon komisch – da ist man nicht in der Lage, alleine um den Pudding zu gehen, aber so ein Zeug aus dem Internet futtert man…

Wie auch immer, ich werde versuchen hier in nächster Zeit mal wieder etwas mehr zu schreiben. Vielleicht auch retrospektive über die letzten 3 Jahre. Eventuell ist auch für den einen oder anderen etwas dabei, was ihm oder ihr hilft.

Dann auf ein Neues 😉

6 thoughts on “Ich lebe noch – oder wie nennt man das?”

  1. Hi guten Tag,

    bin zufällig auf deinen Blog gestoßen. Ich leide auch seit ca. 5 Jahren an einer Angststörung und es hat lange gedauert bis ich die Angststörung akzeptiert habe! Am Anfang habe ich Paroxetin bekommen was die Angst sofort gekillt hat damals hatte ich auch kein Problem mit den Nebenwirkungen da ich nicht mal wusste das es sie gibt, leider ging es mir damit irgendwann nicht mehr so gut zwar keine Angst aber es ging mir einfach nicht gut, wenn ich jetzt zurück Blicke denke ich ich hatte das Paroxetin zu hoch dosiert 40 bis 60mg.
    Bei Setralin wurde ich ziehmlich Manisch und Venlaflaxin hat mein Leben zerstört. Das Venlafaxin ist eins der Potentesten Medikament dieser Gruppe es hilft sehr gut aber die Nebenwirkungen sind nicht ohne hatte eine brutale Sehstörung und ein Zustandsgefühl einer Psychose besonders nach dem man Alkohol getrunken hat. Venlafaxin hab ich in Dosen zwischen 37,5mg und 300mg genomen es braucht auch mind. 3 Monate bis es seine Wirkung entfaltet dann wirkt es ähnlich wie amphetamin. Besonders auf ab 225mg ist man druff kann nicht mehr schlafen usw..
    Jetzt nach diesen 2 Jahren bin ich auf Escitalopram umgestiegen (10mg) Damit geht es mir eigendtlich sehr gut nur damit gibt es Probleme beim Alkohol und wenn man mal einen Raucht, und aufgedreht ist man auch. Darum bin ich mir am überlegen ob ich wieder auf Paroxetin umsteigen soll so 15 bis 20mg. Wenn die Angst zu überhand nimmt helfen dir da auch keine Benzos? das sind ja richtige Angskiller die sofort helfen man fühlt sich danach aber leider auch wie als wenn man Bier getunken hat deswegen leider nichts für mich.
    Ich werde hier mal öfters vorbei schauen…

    MFG

    1. Hallo! Ja, wir reagieren leider alle ganz unterschiedlich auf Medikamente. Gerade bei den Nebenwirkungen gibt es wohl große Unterschiede, die einige von uns auch (zu sehr?) daran hindern verschiedene Medikamente zu probieren. Bei manchen mag aber nur die Psychotherapie helfen, wenn die Medikamente eher das gegenteilige bewirken. Ich wünsche dir eine angstfreie Zukunft!

  2. Hallo Admin,

    ich muss sagen: Hut ab! Dass du nach so vielen Jahren erfolgloser Behandlung nicht Benzodiazepin abhängig geworden bist, ist eine starke Leistung!!!
    Ich war leider nicht so stark: vor 20 habe ich vor meiner Angststörung kapituliert. Davor gab es 5 Jahre Psychotherapie, davon fast 1 Jahr stationär, und viele sinnlose Medikamente, die nicht halfen. Zudem hatte ich mein Studium abgebrochen und meinen Partner verloren. Da hat es mir dann gereicht!!! Für Selbstmord zu feige, habe ich mich dem Heroin zugewandt und bin süchtig geworden. Die Angst war vom ersten Tag an weg! Glücklicherweise traf ich sehr schnell meinen heutigen Partner, wurde schwanger und ging ins Methadon-Programm! Da bin ich bis heute, und lebe Angst frei! Aber rückblickend hat die Krankheit mein Leben zerstört!

    Ich bewundere deine Kraft und Ausdauer und wünsche dir weiterhin alles Gute!

    Liebe Grüße Alexa

    1. Wow! Ok, das ist allerdings harter Tobac. Das mit dem Heroin (kleiner Disclaimer: Liebe Leser, NICHT nachmachen!!!) ist zum Glück nicht der typische Weg, um mit einer Angst umzugehen, aber Daumen hoch, dass Du damit durch bist. Alles Gute!

  3. Ich bin auch der chronisch angstgeplagte und würde gerne erfahren ob irgendwas neues probiert wurde was vl. hilft? Wie ist es mit Intuniv ausgegangen?

    1. Intuniv war nix für mich. Ich brauche augenscheinlich eher ein Mehr an Dopamin/Noradrenalin als ein Senkung. Mich hat Intuniv eher platt gemacht. Das heisst aber nicht weniger ängstlich in meinen Augen. Wird gerne über einen Kamm gezogen, jedoch sehe ich das persönlich anders. Aber probieren muss es jeder selbst.

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