Serotonin, Noradrenalin, Dopamin, usw. – Wir bauen uns einen Menschen…..

Da gibt es noch mehr: Adrenalin, Cortisol, DHEA(S), dann rüber zur Schilddrüse: TSH, T3, T4 und blabla. Noch so einiges mehr an Hormonen regelt unser Mensch sein. Viele, sehr viele spielen dabei eine deutlich verbundene Rolle. Z.B. über ein sog. negatives Feedback (wie z.B. Insulin / Glucagon) aber auch schlicht durch Beteiligung an Entstehungsprozessen – z.B. T3 aus T4 usw,

Das könnten wir hier den ganzen Tag spielen und unser selbstgebauter Mensch wäre noch kein halber Frankenstein. Ich denke, dass ist a) der Grund, warum man bei vielen Krankheiten ‚probieren‘ muss und b) viele Zusammenhänge (noch) schlicht unbekannt sind.

Das mit dem ‚probieren‘ könnten böse Zungen als mein ‚Hobby‘ bezeichnen, aber ich versuche das schlicht zu ignorieren. Ich habe mir vor kurzem ein neues Hängeregister für meinen Papierkram angelegt, da steht drauf: „Ich bin nicht bekloppt. Ich bin nur krank…“ 😉

Wenn ich mir die meisten der oben genannten menschlichen ‚Bauteile‘ so anschaue, dann fällt mir eines auf (naja, nicht erst jetzt aber immer wieder), dass bei vielen Prozessen ganz wesentlich beteiligt ist, bzw. die Grundlage zum ‚Funktionieren‘ bildet: Das Cortisol.

Es wird z.B. benötigt um aus T4 T3 zu machen, es wird bei Entzündungen gebraucht, Allergien zu hemmen, es ‚wandelt‘ Eiweisse zu Zucker (zählt nicht umsonst zu den Glukocortikoiden) usw. Im Grunde ist es an so vielen Prozessen mit einer solchen Umfänglichkeit beteiligt, dass es schlicht zum Tode führt, wenn es fehlt.

Dieser Zustand (also der kurz bevor man tod ist…. :p ) gilt als Morbus Addison in der Schulmedizin.

Aber es gibt doch viele Hinweise darauf, dass es neben dem nicht reversiblen Ausfall der Nebenniere, also dem Morbus Addison, noch eine ‚Schwäche‘ der Nebenniere zu geben scheint, die in den Symptomen ganz ähnlich, aber vor allem unbehandelt nicht letal ist (sonst wäre es schon wieder Morbus Addison….). Zwischen ’sich wohl fühlen‘ und dem Tod gibt es aber einen weiten Spielraum. Und im unteren Drittel fühlt man sich ganz bestimmt nicht ‚wohl‘ – ich sag‘ das mal so 😉

Nun gut, man kann Cortisol und andere Hormone seit einigen Jahren ganz einfach im Speichel messen und auch ein sog. Tagesprofil durch mehrere Messungen am Tage erstellen, da die aktive Cortisolmenge im Verlauf eines Tages einem typischen Verlauf folgen sollte (morgens nach dem Aufstehen am höchsten, dann bis in den Abend fallend). Im Gegensatz zum alten, schulmedizinischen Verfahren nur den morgenlichen Blutwert Cortisol oder den 24h Urinwert Cortisol zu messen, kann man hier z.B. einen ‚falschen‘ Anstieg im Tagesverlauf oder einen viel zu schnellen Abfall am Vormittag feststellen. Wer Angst hat, das man sowas doch nicht mit ‚Spucke‘ testen kann, dem sei gesagt, dass selbst die WHO die Messung diverser Hormone usw. per Speicheltest empfiehlt, gerade weil hier solche Verläufe auch ausserhalb einer Praxis gemessen werden können und offensichtlich die tatsächlich ‚verfügbaren‘ Mengen gemessen werden. Das nur am Rande.

Ich habe einen solchen Test vor gut drei Jahren gemacht, mit dem Ergebnis, dass mein morgendlicher Wert im unteren Drittel der  Norm war und alle nachfolgenden Werte nur knapp über der unteren Normgrenze lagen. Also kurz vor den Werten, die man Morbus Addison zuordnet. Aber halt noch in der Norm.

Das Labor sprach von einer deutlichen Schwäche der Nebenniere und empfahl eine Substitution mit Cortisol. Mein Arzt sagte, ich könnte ja mal etwas von der frei verkäuflichen Kortisonsalbe benutzen – das könne ja nicht schaden……

Jedenfalls hat mir das mit der Salbe natürlich nichts gebracht – wie auch. Ich sollte die ja nicht essen. Also bin ich wieder davon abgekommen.

Anfang Februar diesen Jahres bin ich aber wieder zu diesem Thema gekommen und ich habe wieder einen solchen Test gemacht. Diesmal übrigens bei einem anderen Labor – man weiß ja nie, dachte ich mir. Faszinierender Weise sind fast die gleichen Werte dabei herausgekommen. Auch vom DHEA, das damals auch mitgemessen wurde. In jedem Fall, war es damals also nicht ein ’schlechter Tag‘ oder sowas, der zu diesen Cortisolwerten geführt hat. Ein Gespräch mit einem der Laborärzte, bei dem ich auch die Werte aus 2010 zitierte führte blitzschnell zur eindringlichen Empfehlung kurzfristig einen Arzt aufzusuchen. Aha?!??

Nun gut, solche Werte über einen längeren Zeitraum zu haben, gefiel dem Mann also gar nicht. Und ja, ich bin natürlich zu einem Arzt – aber aus einem anderen Grund 😉 Einen Tag, nachdem ich diesen Test gemacht habe (und nicht vergessen, man nimmt nichts ein, man gibt Spucke in ein Röhrchen…..), habe ich am ganzen Körper einen Ausschlag und Juckreiz bekommen, wie vor über 25 Jahren das letzte mal, als ich noch aktive Neurodermitis hatte. Ich glaube zu wissen, was ich wohl ‚falsch‘ gegessen habe, aber es war schon faszinierend, wie schnell einen der Körper am Arsch haben kann, obwohl man kein Interesse daran hat.

Also noch bevor ich mit den Laborärzten über das Ergebnis reden konnte (ich hatte es ja gerade erst abgeschickt), bin ich zum Arzt und habe laut nach Kortison gerufen, da ich diesen Scheiss so schnell wie möglich wieder loswerden wollte. Ich brauchte nur meine Haut vorzeigen und wurde mit Kortison (Prednisolon) beworfen. Und ich kann sagen: das war auch gut so.

Ich habe für eine systemische Allergie eine ziemlich kleine Dosis genommen (20mg/d), aber es reichte absolut aus, warum also mehr nehmen. Nach zwei Tagen merkte man deutlich, wie alle Ausschläge und Schwellungen wieder rückläufig waren. Und: ich fühlte mich irgendwie…. GUT! Ich war nicht mehr dauernd platt, müde. Ich bin sogar seit Jaaaaahren wieder morgens frisch aus dem Bett rausgekommen. Ein wundersames Gefühl. Ich war nicht aufgeputscht, aber einfach ‚da‘.

Zusammen mit den dann eingetrudelten Werten meines Cortisolspiegels passte alles ziemlich gut ins Bild, so fand ich jedenfalls.

Mein Hausarzt hat mir mittlerweile Hydrocortison (dem Cortisol am ähnlichsten) verschrieben und ich taste mich an eine Wohlfühldosis unterhalb möglicher Überdosierungsnebenwirkungen heran. Die will auch kein Schwein. Es fühlt sich teilweise sehr schwankend an, da die eigene Cortisolproduktion unter Einnahme künstlichen Cortisols unterdrückt wird und man sich wohl erst einspielen muss, aber es gibt auch wirklich sehr gute Phasen. Bisher habe ich den Eindruck, vor allem wenn es wirklich ‚etwas mehr‘ ist. Ich habe nächste Woche einen Termin bei einem Arzt, der von sich selbst sagt, dass Hormone (was gerne zum Anti-Aging gezählt wird) sowas wie sein ‚Steckenpferd‘ sind. Na, Hurra, dann schauen wir mal wie er sich in seinem Hobby so auskennt 😉

Ich bin jedenfalls gespannt, ob es mit der Psyche noch weitere Verbesserungen geben kann, wenn man den Cortisolhaushalt in bessere Bereiche der ‚Norm‘ bringt. Ich posaune es dann wie üblich hier aus :p

LG

Petrocelli

 

 

Wilde Welt…..

Faszinierend. Da ist es doch mittlerweile mehr als ein Jahr her, dass ich hier etwas veröffentlicht habe.

Da gibt es wohl nur zwei Varianten: Entweder bin ich a) spontan geheilt und eile mit großer Abenteuerlust durch die Welt oder b) es hat (mal wieder) nicht nachhaltig etwas gebracht und das hat mich so sehr frustriert, dass ich selbst als anonymisierter Petrocelli keine Lust mehr hatte meine spinnerten Ideen, Versuche usw. zu veröffentlichen.

Ich gebe Euch einen kurzen Moment zum Raten … . . . . . . .  .   .   .   .    .     .      .

*Gong*

Es ist natürlich A) ich sitz nur noch auf meinem Motorrad und reise in der Welt umher, schaue mir fremde Länder an und erfreue mich meines schönen Lebens. Oder welcher war noch der zweite Buchstabe im Alphabet???

Ja, ich hör ja schon auf. Und nein, die Behandlung des Restless-Legs-Syndrom hat zwar meinem Schlaf geholfen (warum auch immer), aber sonst nicht viel bewegt. Hatte ich nun Restless-Legs? Ja/Nein/Keine Ahnung. Ich kann sagen, das Levodopa eine signifikante Verbesserung meiner Schlafqualität hervorgerufen hat, aber mittlerweile frage ich mich, ob das nicht bei jedem so ist, der beschissen schläft. Vielleicht auch bei denen, die kein pathologisches Problem im dopaminergen System haben. Aber was soll’s.

Ich habe also wie all die Zeit davor weitergesucht, hier das eine oder andere gefunden (hui, ich habe wohl eine feine WeißbrotGlutenOderWasDaSonstDrinIst-Allergie. Aber dazu später.) und auch mal wieder das eine oder andere ‚ältere‘ Zipperlein aus meinem Leben wieder rausgeholt. Einfach schön…..

Vor allem habe ich viel darüber nachgedacht, ob ich hier weiter schreiben soll, aber ich habe tatsächlich in den Monaten einiges an Mails bekommen, in denen immer wieder gefragt wurde, was denn nun los sei, wie es ‚weiter‘ gegangen ist. Ich entschuldige mich hier auch gleich mal, im Grunde keinem geantwortet zu haben 🙁

Das hat mich alles in allem dazu gebracht, mein schlaues Gequatsche weiterhin verbreiten zu wollen. Wer es liest ist am Ende ja doch selbst schuld und ich wollte es ja vor allem für mich selbst machen 😉

Ich werde also in den nächsten Tagen mal ein wenig versuchen das Geschehen der letzten Monate ein wenig in Worte zu fassen, die alle Interessierten auf den aktuellen Stand bringen. Ich bin stur, ich geb‘ nicht auf daran zu glauben, dass ich nicht einfach bekloppt bin. Empfindlich, speziell, kompliziert, anders, usw. – aber nicht einfach nur bekloppt. Der Scheiß kommt irgendwie chemisch um die Ecke. Ich glaub’s noch immer und das bringt wie immer alle Psychologen auf die ‚das ist ja pathologisch‘-Palme. Bitte sehr. Knackt Euch ne Kokosnuss, wenn Ihr schon da oben seid.

In diesem Sinne!

 

Petrocelli

 

Gib‘ mir mehr, gib‘ mir mehr…..

Ich habe immer daran geglaubt und glaube auch jetzt noch daran – vielleicht besonders jetzt. Ich glaube, dass ich nicht ‚einfach‘ nur bekloppt bin, sondern irgendwo da drin in meinem Körper etwas schief ist, das – wenigstens in großen Teilen – auch korrigiert werden kann.
Bisher war ich wohl vergebens auf der Suche nach dem, was mir helfen kann, aber ich glaubte seit meinem ‚Erlebnis‘ mit Trevilor, daß ich es finden kann, denn ich hatte es ja ‚erlebt‘.
Ich bin seit einem Artikel über den verspäteten Wirkungseintritt von SSRIs und SNRIs auf eine Erklärung gestoßen, warum Trevilor mir so sehr geholfen hat, obwohl der Wirkungseintritt doch erst nach ca. 4 Wochen kommen sollte.
Seit dem suche ich nach Krankheiten/Störungen im Dopaminhaushalt und deren Therapien. Spannender Weise wurde mir ja sogar ADHS diagnostiziert – die klassische Störung im Dopaminhaushalt, das unruhige ‚zappelige‘ Menschen hervorruft. Jedoch brachte mir die Therapie nicht den erhofften Erfolg. Ritalin und Elontril brachten keinerlei Beruhigung.
Schon länger zuvor bin ich auf das sog. Restless Legs Syndrom gestoßen. Aber als ich die ersten Berichte/Beschreibungen darüber gelesen hatte, bin ich schnell davon abgekommen, es würde zu meiner Krankheit passen. Fast alles stimmte – nur waren die ‚Bewegungen‘ nicht nur in meinen Beinen und vor allem wusste ich immer, das ICH diese Bewegungen mache. Und das ich nachts nicht unbewusst zappelte. Da glaubte ich noch, das gehört zum RLS dazu.
Vor kurzem habe ich erneut mehr über das RLS gelesen. Ich habe mir sogar (mal wieder) eine Doktorarbeit speziell über die Korrelation zwischen RLS und Depressionen/Angststörungen durchgelesen. Hier habe ich u.a. auch gelesen, dass die nächtlichen, unwillkürlichen Beinbewegungen NICHT zwangsläufig zum RLS gehören. Und das die Bewegungen des RLS nicht unwillkürlich sind, sondern vom Kranken als ‚Strategie‘ eingesetzt werden, um die Missempfindungen in den Extremitäten zu unterdrücken. Das ständige Wippen, Hibbeln oder Zappeln mit den Beinen und (bei mir auch) Armen ist also typisch RLS.
Es gibt eine Methode das RLS über einen schlichten Test zu diagnostizieren. Ex juvantibus, wie es lateinisch so schön heißt. Man schmeißt sich das typische RLS Medikament (Levodopa) rein und wenn es RLS ist, dann verspürt man meist schon nach der ersten Einnahme eine Besserung der Symptome. So die Theorie.

Vor drei Tagen am 11.11.11 habe ich diesen Test begonnen. Es war für mich der ruhigste Abend seit Jahren. Eigentlich der ruhigste seit ich denken kann – mal von der besagten Trevilorzeit abgesehen. Es war noch lange nicht so perfekt wie damals, aber so deutlich besser als sonst, dass ich es kaum glauben wollte. Und ich weiß, das die Dosis, die ich für den Test bekommen habe, weit unter der therapeutischen Dosis war. Da ist also noch Spielraum.

Ich hoffe und glaube, dass ich womöglich die Quelle meiner Unruhe und damit auch Ängste gefunden habe. Wer über Jahre nicht richtig Schläfen kann und nie richtig zur Ruhe kommt, der darf meiner bescheidenen Meinung nach auch schneller in Stress geraten als andere. Die Doktorarbeit, die ich zu dem Thema gelesen habe zeigte auch genau diesen Zusammenhang auf. Wer unter RLS leidet, ist statistisch signifikant stärker gefährdet an einer Angststörungen zu erkranken als andere Menschen. Das klingt so nett harmlos, wenn man nicht selbst zu so einem statistischen Fall geworden ist.

Wie auch immer – ich bin gespannt, was meine Ärztin morgen zu meinen Empfindungen in den drei Tagen Levodopa-Test sagt. Und vor allem, was dann kommt. Wie sich eine höhere Dosis anfühlt usw. Ich bin jedenfalls sehr gespannt.

LG Petrocelli

Diagnose 2.0

So, ist zwar schon 3 Tage her, aber ich wollte es doch noch in den Blog schreiben.

Die gute Nachfolgerin meines langjährigen Neurologen ist doch eine wirklich erfreuliche Überraschung gewesen (naja, sie ist es noch immer). Ursprünglich hatte ich ja befürchtet, zum x-ten Mal jemanden zu erleben, den es nicht interessiert, nur seinen kleinen Senf hinzugibt und fertig. Und bloss nicht zuviel eigenen Senf, weil dann müssten die Damen und Herren sich ja womöglich für das Thema interessieren (manchmal glaube ich, die befürchten innerlich, es sei doch ansteckend….) und als Angstpatient bekommt man seinen Stempel leider schneller als ein Teenie an der Discokasse. Wenn der Grund für diesen Stempel vom Vorarzt stammt – umso besser. So kann man sich eine mögliche Fehldiagnose immer gleich mit einem anderen Arzt ‚teilen‘.

Die Gute ist da aber anders gelagert. So scheint es immerhin. Und ich denke es liegt nicht nur daran, dass Sie eine ‚richtige‘ Psychologin – statt Neurologin – ist (sie war Oberärztin in einer psychatrischen Fachklinik), sondern sie scheint sich wenigstens in einem gewissen Masse sogar für den Patienten zu interessieren. Sie will sich offensichtlich ein eigenes Bild machen (sogar im wahrsten Sinne des Wortes – aber dazu später).

Ich erzählte zuerst natürlich die übliche Historie herunter. Schließlich kann sie nichts für die anderen, die nichts daraus gemacht haben. Sie notierte sich einiges im Computer  (oder vielleicht nur eine eMail an ihren Schatzie?? 🙂 ) und verwies bei ihren Nachfragen gerne darauf, das die Kriggelschrift ihres Vorgängers schlicht nicht zu entziffern war. Ich habe es gesehen – da hatte sie wohl Recht….

Natürlich wollte ich sie auch auf meine ’neue Theorie‘ ansprechen und erwähnte besonders deutlich meine körperlichen Empfindungen in Beinen und Armen. Diese ständige Unruhe, die Unfähigkeit einzuschlafen etc. Ich sagte, dass ich auf Grund dieser Symptome glaube (immer mit dem ‚Trevilor-Erlebnis‘ und der ADHS Diagnose im Hintergrund), es könnte doch das sog. Restless Legs Syndrom sein, dass ‚unter‘ allem schlummert und mir die Nerven raubt. Schließlich ist es zwar häufig erst ab dem dreißigsten Lebensjahr zu finden, aber doch auch bei anderen schon im Jugend- / Kindesalter.

Sie stimmte mir ohne weiteres zu (wobei sie natürlich nicht meinte, es wäre RLS und nicht eine dicke Angststörung). Denn es wäre auch bei RLS nicht ‚unüblich‘, dass diese unbehandelt – wie ADHS – schnell andere Komorbiditäten wie Depressionen und Ängste addiert. Ob das – wenn es denn RLS ist – die Ängste vermindert, darüber ließ sie sich schlauer Weise garnicht erst aus. Sie scheint wenig der Typ für Spekulationen zu sein, aber der Typ für sinnvolle Tests und/oder Ausschlüsse – wie man es denn sehen mag.

Entsprechend kam Sie sofort auf einen Test mit Levodopa (L-Dopa), der natürlichen Dopaminvorstufe, mit der u.a. auch Parkinsonpatienten behandelt werden. Die Störung am Dopaminsystem ist bei ADHS und RLS sehr ähnlich, aber an unterschiedlichen ‚Stellen‘ manifestiert, so dass es zwar zu Überschneidungen in der Symptomatik kommen kann, aber man unterschiedliche Medikamente benutzt, obwohl alle gemeinsam auf das Dopaminsystem gehen. Ritalin scheint z.B. bei RLS nichts zu helfen, andere Dopaminagonisten scheinbar mehr bei RLS und Parkinson, aber nicht bei ADHS.

Bei RLS ist ein L-Dopa Test eine sog. ‚Diagnosis ex juvantibus‘  – also eine Diagnose durch Heilung. Sprich, wenn das Zeug hilft, dann war es wohl RLS 😉 Und tatsächlich soll schon bei der ersten Gabe von Levodopa ein positiver Effekt eintreten, wenn es denn die richtige Schraube ist.

Genau darauf wollte ich ja hinaus – ich wollte Levodopa um festzustellen, ob die körperlichen Symptome – die für mich die Quelle meiner Unruhe und Ängste sind – damit gestoppt werden können. Denn nach wie vor glaube ich, ich bin nur halb so bekloppt, wie wenigstens die Psychotherapeuten und sicher auch Teile meiner Umwelt das so meinen. Aber mal ehrlich – wenn man über zig Jahre von einem unerträglichem Gekribbel und Gewuschel in Beinen und Armen genervt wird und alle sagen: da ist nix, dann fragst Du Dich a) ‚wie irre bist Du eigentlich?‘ und b) ‚was mag noch kommen, von Du glaubst es ist da und andere sagen, Du bildest es Dir ein…‘. Und ich darf allen sagen: das ist nicht witzig. Sprüche wie ’stell Dich nicht so an‘, sind dann gerne die automatisch folgende Krönung aus dem Umfeld.

Für mich ist jedenfalls spätestens seit dem Erlebnis mit Trevilor vor einigen Jahren klar, dass es da noch etwas ‚technisches‘ geben muss. Und ich mir einfach nicht alles einbilde, worunter ich so lange leide. Wie hätte es sonst so deutlich ‚verschwinden‘ können? Ja, ich höre die Psychologen über die ‚Wunder des Geistes‘ reden und was der alles kann, aber wenn ich denen das Knie breche, kommen die mit dem Geist auch nicht weiter. Kaputt ist kaputt. Und ich bin mir sicher, die Medizin hat nur Bruchteile unseres System erkannt und kann deshalb nicht jede Fehlfunktion entdecken, die auf chemischer Basis ablaufen. Und der Geist ist nun mal Elektrochemie – mindestens in großen Teilen. Warum es mit Trevilor nicht nochmal genauso funktioniert hat? Tja, das weiß ich allerdings auch nicht, aber ich behaupte ja garnicht, dass ich weiß, sondern, dass ich suche.

Wie auch immer, ich werde jetzt brav für Frau Doktor meine bisherigen Medikamente mit ungefährer Zeit, Dosis und Neben-/Wirkungen notieren und dann sehe ich sie schon am nächsten Montag wieder. Dann wollte sie den L-Dopa Test mit mir machen (ähm, in der Praxis, oder nehme ich was mit nach Hause??…hmm..) und schauen, was ich in Sachen Medikamente vielleicht noch garnicht genommen habe (Kann kaum glauben, dass es da noch was gibt :p )

Achja – noch die Sache mit dem ein eigenes Bild machen. Sie fragte, wann denn das letzte mal ein MRT von meinem Kopf gemacht wurde??!? Als ich das mit einem ’noch nie‘ beantwortete schüttelte sie verwirrt den Kopf und schrieb noch eine eMail an ihren Freund…..
Jedenfalls will sie, dass ich da irgendwo kurzfristig einen Termin mache, um Läsionen etc. auszuschließen. Sie sagte, dass man mittlerweile so einiges auf den Bildern sehen kann und es sich – sei es nur zum Ausschluss – lohnt dies abzuklopfen.
Ich bin also nicht der einzige, der nicht nur an die ungreifbare ‚Psyche‘ glaubt. Diagnose 2.0 eben….

LG Petrocelli

Zeit des Erwachens

Schau einer an. Ist doch zwei Monate her, seit dem ich das letzte mal etwas geschrieben hatte…..
Es gab auch wenig Gründe zu plaudern. 🙁

Trevilor funktioniert gut gegen die Depressionen und in gewisser Weise sicher auch gegen die Ängste, aber in keinem Fall, so wie ich es mir erhofft hatte, oder es damals erlebt hatte. Dennoch bin ich von meiner ‚Theorie‘ überzeugt, dass mein damaliges Empfinden mit Trevilor zusammenhing (siehe meine Theorie zu ADHS und Dopaminspiegel hier im Blog) und nicht eingebildet war. Und gleichzeitig zweifle ich natürlich an meinen Ideen zu diesem Thema. Bin ja nur angstgestört und nicht vollkommen irre 😉

Ich wäre nicht ich, wenn ich keine neue Variante meiner Theorie hätte. Und ich glaube, die liegt garnicht so weit entfernt von allem was mir bisher dazu einfiel. Es ist und bleibt am Ende hält auch ein Probieren.

Und ja, liebe Psychologen, ich sehe nach wie vor eine körperliche/chemische Ursache. Denn es heißt nicht umsonst in der Medizin: „Ohne Befund.“ was nichts anderes heißt, als „Ich ganz persönlich habe nichts gefunden.“ Es heißt sicher nicht was leider zu viele Ärzte daraus machen : „Der ist gesund. Wenigstens körperlich.“

Mein langjähriger Neurologe ist Ende September in den Ruhestand gegangen (böse Zungen behaupten, er habe meine Theorien und Ideen nicht mehr ertragen….) und am Montag habe ich einen Termin bei seiner Nachfolgerin. Mit der werde ich meine ’neue‘ Theorie besprechen, mal sehen, was das für Lacher gibt 😉 Wer sich den Titel des heutigen Entrags genauer anschaut und sich ein wenig mit Filmen auskennt, hat schon einen Wink mit dem Zaunpfahl bekommen.

Denn was Trevilor dieses mal leider garnicht verändert, ist diese unerträgliche innere Unruhe, die für mich immer wieder die grundlegende Ursache meiner Ängste ist. Ich habe schon oft geschrieben, das ich es einfach nicht glauben will, es liegt ’nur‘ am Kopf und ich müsste nur umlernen. Denn genau das will ja auch nach zig Therapien nie passieren. Diese Unruhe macht es einfach unmöglich irgendwie eine Basis für sich zu finden. Man will aus seinem Körper einfach nur ‚aussteigen‘. Aber des klappt nicht so einfach 🙂

Wie auch immer, ich werde als am Montag mal schauen, wie es läuft und ob mein Vorschlag zur ‚Diagnosis ex juvantibus‘ angenommen wird. Mehr wird aber nicht verraten 😉

LG Petrocelli

Insidon / Trevilor – Tag 36 / 16 – mir geht’s schlecht, das ist schön!

Schau einer an – jetzt bin ich knapp auf 75mg (eine 37,5 und eine ‚Teilentleerte‘), und schon fühle ich ich hundsmiserabel und schwindelig. Also alles, wie beim letzten mal Trevilor vor einigen Jahr.

Natürlich geht es auch mir schlecht, wenn mir kotzübel ist, aber ich freue mich natürlich, das dadurch das Ganze bisher wie damals läuft und deshalb vielleicht ja auch bei den wirklich positiven Erlebnissen?!

Ich habe es damals ja nicht ‚protokolliert‘ und lebe nur von den Erinnerungen und dem, was mein Doc notiert hatte. Aber wenn man mal die Nummer mit dem zu lange 37,5mg weglässt, so passt es zu den Erinnerungen und ich müsste eigentlich innerhalb von Tagen eine deutliche Besserung merken.

Noch kaue ich Fingernägel – vielleicht ein guter Parameter zum Vergleichen 🙂

Insidon / Trevilor – Tag 35 / 15 – Irrsinn und andere Missverständnisse…

Ich finde es toll, dass ich nicht nur bekloppt bin und Ängste ohne wirklichen Grund erlebe, sondern dass auch mir ganz normale Dinge passieren wie ‚Missverständnisse‘. Da fühlt man sich doch spontan ‚ganz normal‘ 😉 Aber dazu gleich…

Ist ja schon einige Tage her, dass ich was geschrieben habe, zumal ich ja nun Einiges erwartet habe, dass in meinen dunklen Erinnerungen aus der ersten Einnahme von Trevilor ja wirklich toll war. Bisher ist es aber leider eher Fehlanzeige (aber hey! gelacht wird erst nach dem Missverständnis….). Also ich habe halt noch ein wenig vor mich hingewartet und Anfang dieser Woche so für mich gedacht, dass es wohl doch eher Einbildung gewesen sein muss, was ich damals erlebt hatte. Das pisst einen ziemlich an. Nicht, dass es mir schlecht geht – sicher nicht. Ich halte z.Zt. schon einiges mehr aus, als unter anderen oder keinen Medikamenten. Aber hat halt nichts mit dem Erwarteten zu tun.

Da habe ich also Anfang der Woche so vor mich her gedacht und überlegt, wieviel ich damals eigentlich genommen hatte, als es mir ’so viel besser‘ ging. Wirklich schon bei 37,5mg??  😐

Je mehr ich nachdachte, umso mehr dämmerte es mir, dass ich hier wohl vor lauter hin- und hergedenke was verpasst habe. Aber warum habe ich nur 37,5mg Tabletten bekommen? Ich wurde also etwas nervös und habe gestern dann endlich den Doc erreicht und fragte ihn, wie damals meine Dosissteigerung war und ob ich vielleicht nach 2 Wochen mit 37,5mg daneben liege.

Tja, da schmunzelte der Doc und verkniff sich ein lauteres Lachen (immerhin bin ich es ja, der bei ihm immer sitzt und Medikamenten- und Dosisvorschläge macht :p ). „Ja, natürlich müssten Sie längst auf 75mg sein! Die 37,5mg sind nur zum Ein- und Ausschleichen und keine therapeutische Dosis. Da kann nicht wirklich was passieren“. Ich hätte damals nur wenige Tage die 37,5mg von ihm bekommen.

Diesmal war die Packung halt größer 😉 Er dachte halt, ich nehme dann eben zwei….

Das zum Thema Missverständnisse :p Jedenfalls ist das Rezept  mit den 75mg Dingern schon unterwegs und ich habe heute 1 1/2 von den 37,5mg genommen. Da werde ich es bis So wohl auf die 75mg schaffen.

Damit kann ich mir also noch eine ‚Erlärung‘ herholen, warum Trevilor die letzten zwei Wochen keinen Raketenstart hingelegt hat, aber umso spannender wird es jetzt. So richtig lange dürfte es dann ja nun wirklich nicht mehr dauern. Ich sehe da wenig Raum für noch mehr ‚Missverständnisse‘. Dann müsste ich mir doch eingestehen, es war ein Reinfall und mich gleichzeitig fragen, was denn damals war. Alles nur Einbildung, weil ich es glauben wollte? Irgend ein anderer Umstand in meinem Leben, den ich mittlerweile vergessen habe (obwohl es mir so gut dabei ging??)?

Gut, wir werden sehen.

Was ich zur Zeit merke ist eine etwas stärkere Vergesslichkeit. Aber das hatte ich schon immer bei SSRIs und Kollegen. Schlägt schnell auf die Erinnerung bei mir 🙂 Schlafen ist ok, nur bei Vollmond etwas schlechter. Der Magen hält sich in Grenzen – nicht doll, aber auch nicht richtig schlecht. Die leichte Übelkeit aus den ersten Tagen ist meist weg und taucht nur sporadisch auf. Die Träume von Insidon sind noch immer da und angenehm, vielleicht aber nicht mehr so deutlich wie in der ersten Zeit. Ich schwanke bei Insidon zwischen einer und zwei am Abend (50-100mg), weil es tagsüber doch etwas müder macht. Manchmal frage ich mich aber, ob ich mich bei 100mg Insidon nicht besser und frischer am Tage fühle als nur mit 50mg. Weil ich tiefer schlafe? Egal.

So, dann schauen wir mal, ob noch etwas mehr an Wirkung kommt 😉

Insidon / Trevilor – Tag 26 / 6

Heute Abend bin ich das erste mal it Insidon etwas runter 0-0-50mg. Trevilor moch identisch auf 37,5-0-0mg. Ich glaube das Insidon kacht doch etwas matschig. Ist einfach mal ein Versuch.

Tja nach sechs Tagen hatte ich eigenlich mehr erhofft, aber bis gestern war ich regelrecht enttäuscht. Aber heute kam etwas neues dazu: deutlichere Nebenwirkungen 😉 Und auch eine neuere Entspannung und stärkere Konzentration.

Warum ich mich über die Nebenwirkungen freue? Weil diese damals auch deutlich zu spüren waren, bevor die beeindruckende Wirkung kam. Also hoffe ich natürlich, dass – wenn jetzt vielleicht doch noch mehr Nebenwirkungen für eine Zeit augkommen – auch die gewünschte Wirkung noch kommt.

Also, mehr wollte ich garnicht loswerden 😉

LG Petrocelli

Insidon / Trevilor – Tag 23 / 3

So, nun bin ich mittlerweile auf 0-0-100 Isidon und 37,5-0-0 Trevilor.

Die Nebenwirkungen sind im Grunde nicht vorhanden – evtl. Ein wenig mehr Müdigkeit als am Ende mit kaum Cipralex und 100mg Insidon.
Die ‚innere Unruhe‘ die damals vollständig und überraschend verschwand, ist noch da. Evtl. Etwas weniger als sonst, aber in keinem Fall so, wie ich es gerne hätte und mich daran erinnern kann.

Nun gut, am dritten Tag war es vielleicht auch damals nicht der Hammer – nach meiner Erinnerung und den Notizen vom Doc, war am Anfang vor allemm Schwindel und Übelkeit das Thema. Wann genau die Entspannung kam, hatte keiner von uns beiden genauer notiert. Deswegen ja auch der Blog hier – der ist vor allem für mich 😉

Ein weiterer Unterschied zu damals ist ja auch das vorherige Cipralex. Ich denke nicht, dass Trevilor deswegen nicht so wirken könnte wie damals, aber das ich weniger Schwindel und Übelkeit versprüre könnte schon daran liegen, dass mein Körper die Wirkung von einem Serotoninwiederaufnahmehemmer noch gut kennt, so das beim Trevilor nun ’nur noch‘ die Wiederaufnahmehemmung des Noradrenalin hinzukommt.

Jedenfalls hoffe ich wohl, das es solche Gründe hat, sonst müsste ich ja jetzt schon an der möglichen Reproduktion der damaligen guten Wirkung zweifeln, wenn die Schlechte auch nicht mehr kommt…..

Wie auch immer, ich wollte nur das hier als Udate für die ersten Tagen hinterlassen, damit ich die Entwicklung später selbst genauer betrachten kann.

LG Petrocelli

Insidon / Trevilor – Tag 21 / 1

So, heute habe ich also die erste Trevilor (naja, also die erste seit einigen Jahren 😉 ) genommen. Auch keine Ganze, sondern nur die Hälfte einer 37,5mg, aber entsprechend habe ich nur minimalste Nebenwirkungen gehabt. Ein kleines bischen Übelkeit und vielleicht etwas Schwindel – aber vieleicht war das auch nur meine Erwartung. Und mein Bauch macht eh immer was er will und ich nicht 😉

Ich werde Morgen früh mal schauen, ob ich schon etwas mehr nehmen, aber vielleicht bleibe ich auch erstmal so.

Es bleibt einfach die Sorge, dass sich auch nach einigen Tagen nichts tut und es vor einigen Jahren alles nur eingebildet gewesen sein muss. Schon ein scheiss Gedanke – wievielen meiner Gefühle kann ich dann überhaupt noch trauen? Dann bin ich wohl schlicht nur ‚bekloppt‘ und bilde mir halt alles ein. Frustrierender, aber leider nicht unmöglicher Gedanke. Ewig kann es nicht mehr dauern, bis ich es weiß. Und der Blog hilft schon ein bischen dabei – also abwarten 🙂

LG Petrocelli