Links, rechts, Wechselschritt. Und wieder…

Tja, seit meinem letzten Post ist doch einiges an Zeit vergangen. Was ist inzwischen passiert?

Mittlerweile habe ich mich von Baclofen verabschiedet – jedenfalls als therapeutisches Mittel. Noch schleiche ich aus, bin bei den letzten 5mg am Tag.
Baclofen hat mich enfach zu sehr gedämpft. Ich konnte kaum noch meiner Arbeit nachgehen. Die anxiolytische Wirkung war sicherlich vorhanden, aber nicht wie ich mir das gewünscht hätte. Im Verhältnis zur Angstlösung war die Dämpfung für mich viel zu stark – auch nach Wochen noch. Die beschriebenen Magenprobleme sind im übrigen weitestgehend zurückgegangen.

Seit dem ich Baclofen runterfahre nehme ich Baldrian in höheren Dosen (~2gr/d). Ein Scherz? Nein, aber nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Nach 2 Wochen tritt langsam eine spürbare Beruhigung ein – das Baldrian ein Spiegelmedikament ist, wird zu oft vergessen 😉 Dennoch reicht es nicht wirklich aus, aber zu Hause ist es damit erträglich.

Wo geht es hin? Naja, ich weiss nicht, ob es nur typisch für Angsterkrankte ist, aber ich finde es ’normal‘, dass ich nicht hinnehme, das Baclofen leider nicht mein Mittel ist.

Im letzten Post hatte ich von meiner Theorie bzgl. Dopamin, Elontril, ADHS, etc. geschrieben. Ich bin noch immer der Meinung, dass dies eine Option ist. Im Gegensatz zum Versuch mit Baclofen will ich dieses mal aber keinen solchen Alleingang mehr machen. Ich habe gemerkt, dass es das einfach nicht einfacher macht. Ich will damit nicht dagen, dass es mit Arzt geklappt hätte – ganz sicher nicht. Aber ein Angsthase möchte gerne viele Fragen stellen und selbst wenn er die Antwort vielleicht nicht hören will, so braucht er doch jemanden, dem er die Frage stellen kann.

Die Diagnose von ADHS im Erwachsenenalter ist jedoch keine ‚einfache Sache‘. Im Gegenteil, es gibt noch immer genug Ärzte, die glauben ADHS verschwindet am Ende der Jugend wie von Geisterhand. Die Kombination von ADHS und einer Angststörung und/oder Depression ist jedoch eine plausible Annahme, denn Erwachsene ‚hüpfen‘ weniger unbedarft in der Gegend rum oder springen in einem Meeting auf, um die Bauerbeiter vor de mFenster zu beobachten. Die Psyche sucht sich hierdurch womöglich andere ‚Kanäle‘, diesem inneren Drängen nachzukommen (Kampf/Flucht Symptomatik der Angststörung) oder zerbricht an diesem Verbot (Depresson).

Um das Ganze in kontrollierte Bahnen zu bekommen, werde ich am 9. Februar in einer Fachklinik (die sich wundersamer Weise in unserer Nähe befindet) eine entsprechende Diagnose beginnen. Das Ganze geht über mehrere Termine und kann einige Wochen dauern.

Sicher könnte ich wenigstens mein Elontril auch so nehmen, jedoch gibt es bei einer positiven Diagnose nicht nur medikamentöse Lösungen, sondern auch ein psychotherapeutischer Ansatz wäre dann ein Anderer. Vielleicht dann ja im Gegensatz zu meinen bisherigen X erfolglosen Therapien dann eine Erfolgreiche?

In jedem Fall werde ich vorerst nicht aufgeben einen Weg zu finden. Für Jemanden, der seit einem viertel Jahrhundert danach sucht, ein leichter Spruch 😉

LG Petrocelli