Ein Leben mit Moclobemid?

Moclobemid 0-112,5mg/d. Tag 8-19.

Die letzten 12 Tage zeichneten sich im Grunde durch ein ständiges auf und ab aus. Es gab gute und richtig schlechte Tage dabei. Auffallend gut waren immer die Tage nach einem Tag ‚aussetzen‘. Besonders schlecht lief es, wenn ich mehrere Tage hintereinander 75mg/d genommen habe – was ja sowieso deutlich unter der eigentlichen Mindestdosis liegt.

Ich konnte mir also Einiges dabei denken: Entweder war es nach mehreren Tagen Einnahme ‚zuviel‘, oder – und das glaube ich z.Zt. am ehesten – der Körper war mehr auf Entzug als sonstwas. Denn warum geht es mir sonst auffällig besser, wenn ich nach einem Tag aussetzen dann wieder Moclobemid nehme?

Heute (Tag 19) war wieder ein Tag, an dem ich eigentlich aussetzen wollte, da der letzte Tag schon wieder eher doof als irgendwas war. Auf der anderen Seite fühlt sich das ganze nach fast 3 Wochen jedoch kaum noch agitierend an, so dass ich dachte es sei ein guter Versuch mal mehr zu nehmen. Angsthase, der ich bewiesener Maßen bin, wollte ich aber noch keine 150mg nehmen, sondern habe mir etwas ‚abgezwackt‘, so dass ich 3/4 schätzen würde, also ca. 112,5mg.

Nun gut. Jedenfalls war schon zu merken, dass es mehr als sonst war, denn heute fühlte ich mich deutlich besser als die Tage davor. Kaum agitiert, schon fast eher etwas in Watte gepackt, ein wenig entspannter, ruhiger. Natürlich ist Moclobemid kein sedierendes Mittel, aber es fühlt sich jedenfalls entspannter an, also sonst. Ich bin ja schon mal begeistert, dass ich nicht abgegangen bin wie ein Zäpfchen. Das ist ja immer meine Befürchtung und der Grund, warum ich überhaupt mit dieser Kindergarten Dosen rumhantiere.

Wir auch immer, es ist zwar noch keine Angstfreiheit in Sicht, aber ich bin ja noch nicht mal auf einem Viertel der Zieldosis. Da ist also noch Raum zur Besserung. Jedenfalls habe ich jetzt wirklich die Hoffnung, es kann weiter gesteigert werden und das sich dann auch etwas deutlich positiveres ergibt als unter den bisherigen Medikationen. Und vielleicht kommt ja sogar noch die gewünschte Entspannung, nach der ich seit so langer Zeit suche.

Achja, und die Magenprobleme kriege ich scheinbar mit Omeprazol 40mg/d besser in den Griff als mit Pantoprazol 40mg/d. Vielleicht gewöhnt sich mein Magen ja einfach auch langsam an das Moclobemid. Wer weiß.

Ich werde jedenfalls weiter berichten.

Jeder fängt mal klein an….

Moclobemid 0-75mg/d. Tag 5-7.

Tag 5 war wieder eine Nullrunde. Ich habe keine Ahnung, ob mir bei der ’normalen‘ Einstiegsdosis von 2x150mg/d schlicht der Kopf explodiert wäre, oder ob es mir sogar schon besser gegangen wäre – ich kann’s nicht sagen. Mein Weg sieht jedenfalls etwas vorsichtiger aus, wie es scheint.

Ich hatte auch mit meiner Ärztin am 5. Tag gesprochen und gefragt ob es bei dieser gefühlt unangenehmen Reaktion überhaupt eine Chance darauf gibt, das Moclobemid bei mir irgendwann später doch passen sollte (zumal Messwerte und Genetik deutlich darauf hinweisen). Sie hatte ein nettes Beispiel, in dem Sie mich mit jemandem Verglich, der ein Bein hat, das deutlich kürzer ist als das andere. Dieser Mensch wird vermutlich über Jahre eine Fehlstellung entwickeln und wohl auch Rückenschmerzen haben. Wenn man diesem Patienten nach über 40 Jahren dann sofort die gesamten Höhendifferenz ausgleicht, wird dieser wahrscheinlich mehr Schmerzen haben als in den Jahren davor. Deshalb muss man eine solche Einlage über längere Zeit ‚erhöhen‘. Das fand ich ein Beispiel, dass Hoffnung machte.

Tag 6 und 7 waren jedenfalls sehr angenehm und fast angstfrei (Wir sprechen nicht von einem Gefühl, dass mich die Welt erobern lassen will – aber ich war immerhin zu Hause so was wie angstfrei). Wenn überhaupt, ist es jeweils der Morgen nach dem Aufstehen, der sich unangenehmer anfühlt als der Rest des Tages, so dass ich am 7. Tag bereits überlegt hatte Abends noch einmal 75mg Moclobemid zu nehmen. Zumal zweimal täglich ja die übliche ‚Aufteilung‘ laut Beipackzettel ist.

Nun gut, vielleicht am 8. Tag – ich finde es schon mal gut, dass ich mir vorstellen kann keine Nullrunden mehr einzulegen und es wirklich angenehme Momente gibt. Vor allem Nachmittags und Abends.

Beim Gedanken daran, jetzt Einkaufen zu fahren (natürlich sowieso nicht alleine….) geht mir sofort die Düse. Ich habe also noch einen längeren Weg vor mir, wie es scheint. Man darf aber nicht ganz vergessen, dass ich jetzt seit einigen Monaten ohne ‚richtigen‘ Stoff bin (ich meine SSRIs oder SNRIs, die bisher als einzige einen wenigsten erträglichen Zustand schaffen könnten, in denen ich halbwegs funktionierte) und in dieser Zeit die Angst so schlimm war, wie schon viele Jahre nicht mehr. Deshalb ist meine Ausgangsbasis auch ziemlich schwach und alle Ängste, die ich jetzt so in diesen Tagen mit Moclobemid erlebt habe, wären vielleicht auch anders aufgetaucht. Gefühlt würde ich es aber der Umstellung durch Moclobemid zuordnen, aber da selbst ich vom Placeboeffekt weiß, ist es schwer einzuordnen. 😉

Bis demnächst, Petrocelli

Insidon / Trevilor – Tag 35 / 15 – Irrsinn und andere Missverständnisse…

Ich finde es toll, dass ich nicht nur bekloppt bin und Ängste ohne wirklichen Grund erlebe, sondern dass auch mir ganz normale Dinge passieren wie ‚Missverständnisse‘. Da fühlt man sich doch spontan ‚ganz normal‘ 😉 Aber dazu gleich…

Ist ja schon einige Tage her, dass ich was geschrieben habe, zumal ich ja nun Einiges erwartet habe, dass in meinen dunklen Erinnerungen aus der ersten Einnahme von Trevilor ja wirklich toll war. Bisher ist es aber leider eher Fehlanzeige (aber hey! gelacht wird erst nach dem Missverständnis….). Also ich habe halt noch ein wenig vor mich hingewartet und Anfang dieser Woche so für mich gedacht, dass es wohl doch eher Einbildung gewesen sein muss, was ich damals erlebt hatte. Das pisst einen ziemlich an. Nicht, dass es mir schlecht geht – sicher nicht. Ich halte z.Zt. schon einiges mehr aus, als unter anderen oder keinen Medikamenten. Aber hat halt nichts mit dem Erwarteten zu tun.

Da habe ich also Anfang der Woche so vor mich her gedacht und überlegt, wieviel ich damals eigentlich genommen hatte, als es mir ’so viel besser‘ ging. Wirklich schon bei 37,5mg??  😐

Je mehr ich nachdachte, umso mehr dämmerte es mir, dass ich hier wohl vor lauter hin- und hergedenke was verpasst habe. Aber warum habe ich nur 37,5mg Tabletten bekommen? Ich wurde also etwas nervös und habe gestern dann endlich den Doc erreicht und fragte ihn, wie damals meine Dosissteigerung war und ob ich vielleicht nach 2 Wochen mit 37,5mg daneben liege.

Tja, da schmunzelte der Doc und verkniff sich ein lauteres Lachen (immerhin bin ich es ja, der bei ihm immer sitzt und Medikamenten- und Dosisvorschläge macht :p ). „Ja, natürlich müssten Sie längst auf 75mg sein! Die 37,5mg sind nur zum Ein- und Ausschleichen und keine therapeutische Dosis. Da kann nicht wirklich was passieren“. Ich hätte damals nur wenige Tage die 37,5mg von ihm bekommen.

Diesmal war die Packung halt größer 😉 Er dachte halt, ich nehme dann eben zwei….

Das zum Thema Missverständnisse :p Jedenfalls ist das Rezept  mit den 75mg Dingern schon unterwegs und ich habe heute 1 1/2 von den 37,5mg genommen. Da werde ich es bis So wohl auf die 75mg schaffen.

Damit kann ich mir also noch eine ‚Erlärung‘ herholen, warum Trevilor die letzten zwei Wochen keinen Raketenstart hingelegt hat, aber umso spannender wird es jetzt. So richtig lange dürfte es dann ja nun wirklich nicht mehr dauern. Ich sehe da wenig Raum für noch mehr ‚Missverständnisse‘. Dann müsste ich mir doch eingestehen, es war ein Reinfall und mich gleichzeitig fragen, was denn damals war. Alles nur Einbildung, weil ich es glauben wollte? Irgend ein anderer Umstand in meinem Leben, den ich mittlerweile vergessen habe (obwohl es mir so gut dabei ging??)?

Gut, wir werden sehen.

Was ich zur Zeit merke ist eine etwas stärkere Vergesslichkeit. Aber das hatte ich schon immer bei SSRIs und Kollegen. Schlägt schnell auf die Erinnerung bei mir 🙂 Schlafen ist ok, nur bei Vollmond etwas schlechter. Der Magen hält sich in Grenzen – nicht doll, aber auch nicht richtig schlecht. Die leichte Übelkeit aus den ersten Tagen ist meist weg und taucht nur sporadisch auf. Die Träume von Insidon sind noch immer da und angenehm, vielleicht aber nicht mehr so deutlich wie in der ersten Zeit. Ich schwanke bei Insidon zwischen einer und zwei am Abend (50-100mg), weil es tagsüber doch etwas müder macht. Manchmal frage ich mich aber, ob ich mich bei 100mg Insidon nicht besser und frischer am Tage fühle als nur mit 50mg. Weil ich tiefer schlafe? Egal.

So, dann schauen wir mal, ob noch etwas mehr an Wirkung kommt 😉

Insidon / Trevilor – Tag 23 / 3

So, nun bin ich mittlerweile auf 0-0-100 Isidon und 37,5-0-0 Trevilor.

Die Nebenwirkungen sind im Grunde nicht vorhanden – evtl. Ein wenig mehr Müdigkeit als am Ende mit kaum Cipralex und 100mg Insidon.
Die ‚innere Unruhe‘ die damals vollständig und überraschend verschwand, ist noch da. Evtl. Etwas weniger als sonst, aber in keinem Fall so, wie ich es gerne hätte und mich daran erinnern kann.

Nun gut, am dritten Tag war es vielleicht auch damals nicht der Hammer – nach meiner Erinnerung und den Notizen vom Doc, war am Anfang vor allemm Schwindel und Übelkeit das Thema. Wann genau die Entspannung kam, hatte keiner von uns beiden genauer notiert. Deswegen ja auch der Blog hier – der ist vor allem für mich 😉

Ein weiterer Unterschied zu damals ist ja auch das vorherige Cipralex. Ich denke nicht, dass Trevilor deswegen nicht so wirken könnte wie damals, aber das ich weniger Schwindel und Übelkeit versprüre könnte schon daran liegen, dass mein Körper die Wirkung von einem Serotoninwiederaufnahmehemmer noch gut kennt, so das beim Trevilor nun ’nur noch‘ die Wiederaufnahmehemmung des Noradrenalin hinzukommt.

Jedenfalls hoffe ich wohl, das es solche Gründe hat, sonst müsste ich ja jetzt schon an der möglichen Reproduktion der damaligen guten Wirkung zweifeln, wenn die Schlechte auch nicht mehr kommt…..

Wie auch immer, ich wollte nur das hier als Udate für die ersten Tagen hinterlassen, damit ich die Entwicklung später selbst genauer betrachten kann.

LG Petrocelli

Insidon, Tag 5

0-0-50 mg, Cipralex 10-0-0 mg

Noch hab ich nix verändert und ich denke, ich bleibe eher einige Tage länger bei dieser Cipralex Dosis, da ich in den nächsten Tagen noch Einiges erledigen muss. Weniger Cipralex könnte doch zu Entzugserscheinungen führen und da habe momentan gar keinen Nerv drauf.
Und ich denke es ist kein Nachteil, wenn Insidon noch etwas mehr seinen Spiegel aufbauen kann – ich habe es damals vor dem switch zu Trevilor einige Monate genommen. Und es lässt mich das Absetzen von Cipralex evtl. leichter durchführen.

Zur Zeit lauft wenigstens ohne große Nebenwirkungen – das ist schon mal nett. Was ich heute deutlich gemerkt habe, ist eine stärkere Belastung beim Sport – ich habe mich deutlich schlapper gefühlt. Aber ich glaube, das vergeht als Nebenwirkung wieder. Ich habe damals am Ende mit 50-50-100mg/d keinerlei Nebenwirkungen mehr gehabt.

So, weiter geht’s!

Petrocelli

Tag 27 – Tiefe Wasser sind still….

Ich will meinem einmonatigen Baclofen-Jubiläum eigentlich nicht vorgreifen, aber es kommt mir in jedem Fall schon wie ein Monat vor 😉

Nun aber zu den Wahrheiten: Heute hatte ich ein Erlebnis, das mir leider zeigte, wieviel ich mich eigentlich in diesem Monat bewegt habe. Bisher hatte ich mir in negativen Momenten immer hergeholt, dass ich ja eigentlich nichts auszustehen habe und einfach viel zu sehr auf alle möglichen Symptome achte – ganz wie es mein ’style‘ ist.

Heute hatte ich etwas auszustehen. Vielleicht nichts besonderes für andere, aber rege mich sehr schnell und stark auf, wenn Dinge in meinen Augen ungerecht und unfair sind. Früher bin ich in solchen Situation abgehauen oder habe mich sofort geprügelt. Das war nicht immer witzig. Geprügelt habe ich mich nun jahrelang nicht mehr und das abhauen gelingt nicht, wenn man in seinem eigenen Haus in eine solche Situation gerät. Details sind eigentlich nicht nötig, aber ich habe heute ein ‚abschliessendes‘ Gespräch mit einem Handwerker gehabt, um über Mängelbeseitigung zu sprechen. Als kleiner Hintergrund: Wir haben einen grossen Kamin (wirklich groß….) eingebaut bekommen, der leider nicht mal das Zimmer heizt in dem er steht. Der Inhaber der Firma kam mit 2 weiteren Personen aus dem Unternehmen (von denen übrigens keiner am Bau beteiligt war….) und erklärte mir minutenlang wie ‚ordnungsgemäß‘ das alles ausgeführt wurde.

Das ich hätte platzen können begann schon damit, das 3 Leute dämlich in meinem (kalten) Wohnzimmer standen, obwohl keiner von denen beim Bau des Kamins dabei war. Warum drei? Hat einer von den anderen am Bau gesagt: der ist groß und breit. Geh da bloss nicht alleine hin, wenn Du was verkackt hast! Dann faselt der minutenlang von den tollen Reglern am Kaminfenster und schön man alles einstellen kann und ich hatte das Gefühl der möchte mir das Teil direkt nochmal verkaufen. Als ich ihn dann (wirklich noch freundlich – wenn vielleicht auch etwas zickig) fragte, was der Vortrag der letzten Minuten denn mit meinem Problem zu tun hätte, drehte der sich allen ernstes zu seinen Kollegen um und fragte: „Welches Problem haben Sie denn?“

An diesem Punkt war ich auf Tausend! Mein Problem? Ich habe einen 13.000 Watt Kamin in einem 60qm Raum. Das sind über 200Watt/qm (alle zuhörenden Heizungsbauer wissen, dass 100W/qm ausreichen um die Bude warm zu machen) und der scheiss Raum ist auch nach 4 Stunden dauerheizen noch kalt (irgenwas bei 17°C). Mein Schornsteinfeger hatte mir bereits bei der vorhergegangenen Abnahme erklärt, warum das nicht warm wird und welchen Fehler die Ofenbauer gemacht haben. Übrigens nichts was nicht mehr zu korrigieren wäre.

Da stand ich also mit diesen 3 Schiessbudenfiguren und dachte mir platzt die Halsschlagader. Mein Fehler war sicherlich, dass ich diesen Gruppenauftritt schon als ‚Angriff‘ in meinen eigenen vier Wänden interpretiert hatte. Wenn aber der Pappa-Schlumpf der Truppe (ohne scheiss, der sah wirklich so aus!), drei Sekunden im Raum ist und vollmundig rumplappert wie geil das eigentlich ist und KEINE Sau überhaupt sowas sagt wie: „Oh, Herr Petrocelli, es tut uns Leid, dass Sie nicht zufrieden sind. Vielen Dank nochmal, das Sie uns so freundlich per Fax auf dieses Problem hingewiesen haben. Wir schauen uns das jetzt mal zusammen an und stellen mal fest, warum Ihr Zimmer den so garnicht auftauen will….“, tja, dann pisst mich das wirklich an. Und ich frage mich, ob er seine Gründe hat, warum er mit mir das nicht alleine klären kann? Aber es verdichtete sich der Eindruck, das es für ihn nichts zu klären gab.

Nachdem ich ihn auf die vom Schornsteinfeger erkannten Ursachen für die geringe Heizleistung ansprach, sagte er nur, das sie alles besonders toll und ordnungsgemäß ausgeführt hätten. Eigentlich war von den Herren noch eine ‚Probefeuerung‘ angedacht (Wie lange wollten die bei mir bleiben? Hatten die was zu Essen mit?), aber nach dieser Ansage habe ich Papaschlumpf mitgeteilt, dass – wenn das hier sein finale Meinung ist – er seine beiden Hilfsschlümpfe wieder mitnehmen kann und das Kaminfest hiermit beendet ist.

Nach aussen hin habe ich das wohl so kommuniziert, dass die 3 wohl im Grunde froh waren mit dem Leben davongekommen zu sein. Obwohl keiner von denen Verstand, was da gerade abgelaufen ist und warum ich nicht freudestrahlend mit Ihnen das ‚dieser Kamin ist toll‘-Lied gesungen habe. Meinen abschliessenden Kommentar über die dreidimensionale Fototapete, die da an meiner Wand steht hat auch keiner verstanden. Ich für meinen Teil war jedenfalls komplett im Arsch. Ich hatte das Gefühl, falls mein Herz nicht gleich einfach ‚Plopp‘ macht und stehenbleibt, würden sich sicher gleich Teile meiner Halsschlagader aufreissen und einige Liter Blut auf den schönen Putz des Kamins verteilen (dann wäre er wenigstens ein bisschen warm geworden). Alles an und in mir zitterte und ich habe mich einfach nach draussen verpisst, während die Ihren wichtigen Kamin-Untersuchungs-Koffer wieder einpackten. Bei uns ist momentan das ganze Haus Baustellte und deshalb war es ziemlich egal, ob ich die Herren hinausgeleitet hätte oder nicht. Momentan laufen so viele Handwerker da ein und aus, dass ich mich manchmal frage, ob die alle zu uns gehören….

Ich habe draussen noch einige Minuten gebraucht, bis ich wieder runter kam. Eigentlich erst, als ich mitbekommen habe, dass die Spacken vom Grundstück gefahren sind. Bis dahin entwickelte sich das Gezitter zu regelrechten Krämpfen, was mich unter Baclofen zusätzlich mehr als nervös machte. Baclofen <> Krämpfe – war da nicht was?

Das Ende von diesem endlosen Lied ist also (und ich hatte mir wirklich vorgenommen mich kurz zu fassen bzgl. des Urpsrungs meines Ärgers – wirklich, ich schwör!), dass ich nun weiß, dass ich mich nicht nur in relativ stressfreien oder ’normalen‘ Situationen nicht wirklich besser fühle unter Baclofen, sondern, dass ich in einer richtigen Stress- und Paniksituation keine Hilfe von Baclofen erfahre. Es sei denn, man nimmt an, ich wäre ohne Baclofen heute tot vor meinem verfickten Kamin aufgefunden worden.

Waum ich nicht alles hinschmeisse, Baclofen ab heute nurnoch doof finde und damit aufhöre?

Ich weiß es nicht. Weil ich irgendwo da drinne es einfach nicht wahr haben will? Mich bloss weigere einfach meinen letzten Strohhalm wegzuwerfen? Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung – wie denn auch? Aber ich denke, ich weigere mich wirklich hinzunehmen, dass ich von so vielen guten Erfolgen von Baclofen bei Angst gehört habe und ich derjenige sein soll, bei dem es ‚mal wieder‘ nicht wirkt. Aber es gibt so wenig ‚Statistik‘ zu Baclofen und Angst. Keiner kann mir wirklich sagen, ob es vor allem durch zeitliche Summierung irgendwann hilft oder nur oder in Kombination mit der richtigen, hohen Dosis? Die vor allem auch wieder keiner bezeichnen kann, da bei jedem Bericht von positiven Erfolgen hast jedesmal eine andere Dosis genannt wird.

Es wird ständig von der ‚persönlichen‘ Dosis gesprochen und – wenigstens manchmal – auch von nicht unerheblichen Zeiten bis es ‚richtig‘ gewirkt hat. Aber leider auch so oft von ‚…am dritten Tag war die Angst wie weggeblasen…‘ – leider, weil es mich natürlich befürchten lässt, dass es dann bei mir wohl nicht helfen soll.

Tja, wie auch immer. Die Nebenwirkungen sind mittlerweile – nach einigen Tagen 30mg/d – gering. Leichter Schwindel und das auch nicht ständig. Ich könnte mir tatsächlich vorstellen, dass dieser nach einigen Wochen ohne Dosisänderung verschwinden würde. Deshalb denke ich, dass ich evtl. am Wochenende mit 3x15mg beginne. Dazu muss ich leider sagen, dass ich hier und da schon manchmal Angst habe, ich könnte spontan und unverhofft mit dem Atmen aufhören, wenn ich weiter hoch gehe, aber naja, das ist realistisch gesehen wohl eher unwarscheinlich. (jaja, dieses fiieeese Restrisiko – das macht uns Hypochondern schon richtig zu schaffen 😉 ).

Wie auch immer. Ich bitte um Kommentare, falls mir überhaupt noch einer zuhört 😉 . Natürlich freue ich mich auch über alle Durchalteparolen, die Euch so einfallen. Ich glaube, ich könnte sie gebrauchen. Und, ok Herr Lehmann, Du darfst auch wieder was dichten. Ich werde es aushalten 🙂

In diesem Sinne. Gute Nacht!

Tag 23 – gib mir mehr, gib mir mehr!

Da sage nochmal einer ich wäre einfach zufrieden zu stellen (nicht das sich das jemals einer trauen würde, der mich kennt!), aber wenn man selbst nicht mehr weiß, was man so will, dann wird es anstrengend!

Das schöne als Irrer ist, man hat eine gewisse Narrenfreiheit und diese sollte man auch ausnutzen. Wozu sonst all der Ärger? Worüber rede ich also? Über die offensichtliche ‚Kurve‘, die ich mit Baclofen fahre. Ich versuche das mal zu beschreiben:

Zum Beginn einer Dosiserhöhung: Müdigkeit, leichte Benommenheit, Drehschwindel  usw. – dafür eine gewisse Dankbarkeit, da die Benommenheit in keinem Fall als unabgenehm zu bezeichnen wäre. Jetzt bloss nicht Autofahren, die eigene Karre wäre gefährdet und Gummibäume werden ja wohl nur gerüchteweise aufgestellt.

Tag 2-4 nach einer Dosiserhöhung: Müdigkeit usw. nehmen ab, verschwinden aber nicht. Es wird aber klar, dass die Müdigkeit/Benommenheit keine vorrangig angstlösende Wirkung hat (jedenfalls noch nicht).

Tag 5 nach einer Dosiserhöhung: Fast schlagartig verschwindet die Tagesmüdigkeit und Benommenheit. Nur ganz leicht – und witziger Weise nur in Phasen über den Tag verteilt – tauchen diese Nebenwirkungen manchmal stark abgeschwächt auf. Selbst ein Profiselbstbeobachter wie ich, muss genau hinschauen.

Diese Kurve, die sich bisher bei allen (vier) Dosiserhöhungen wiederholt hat, scheint nicht wirklich weit von dem entfernt zu sein, was man bei vielen anderen bzgl. Baclofen lesen kann. Ich als ‚Schau Dir in den Körper, Kleiner‘-Spezialist brauche offensichtlich deshalb 5 und nicht 2 Tage, weil ich halt wesentlich stärker auch nach negativen Effekten suche. Dass muss selbst ich mir mittlerweile bei all der Skepsis eingestehen, die da so innewohnt in mir.

Faszinierend finde ich aber, dass ich heute, am 6. Tag mit 30mg Baclofen, wie schon bei den Stufen vorher schon einige Momente hatte, in denen ich mir so gedacht habe, dass es sich womöglich ‚besser‘ anfühlen würde, wenn ich spontan mal noch eine Tablette einwerfe, um die Dosis zu steigern. Sprich: mein Köpfchen meint, es könnte weitergehen, obwohl ich auf der anderen Seite ja ständig darauf bedacht bin, bloss nicht das Risiko für Nebenwirkungen zu erhöhen. Paradox? Selbstverständlich! Fühlt sich aber so an. Und noch ein Effekt, der mir auch schon öfter aufgefallen ist, den ich aber nicht wirklich verifizieren kann, da hier warscheinlich das meiste mit feinster Einbildung dahergeht: Gerade dann, wenn der Spiegel von Baclofen abfällt (also wenige Stunden nach Einnahme) glaubte ich hier und da schon, dass die Nebenwirkungen höher sind, als einige Minuten nach der Einnahme, wenn der Wirkstoff mit maximaler Stärke durch die Adern saust. Wenn ich dann z.B. Mittags die zweite Tablette nehme, dann werden die Nebenwirkungen nach einer knappen Stunde – ich sage mal – angenehmer.

Ich will garnicht behaupten, dass diese Beobachtung direkt aus meinem kranken Köpfchen entspring und jeglicher Grundlage entbehrt, aber der Gedanke kam mir jetzt schon so oft, dass es schon auffällig ist.

Also an alle Lehmänner und Goldfinger da draussen: kommt Euch sowas irgendwie bekannt vor, oder galoppieren die kleinen Klappsepferdchen mit mir davon? Ich glaube jedenfalls, ich sollte die 3x15mg in Angriff nehmen in den nächsten Tagen. Auch hier bin ich an Meinungen und Erfahrungen interessiert. Passiert irgendwas auffälliges bei der ‚richtigen‘ Dosis, das ich nicht übersehen kann oder marschiere ich dumm dran vorbei und latsche ich direkt in komatöse Dosen, die mich nurnoch sabbernd in der Ecke liegen lassen?

Jaja, ich bin berühmt für meine sinnigen Fragen 😉

Tag 22 – darf ich mal durch ihre Brille schauen?

Klingt philosophisch, ist es aber womöglich garnicht. Da komme ich aber gleich zu 😉

Heute St der 5. Tag mit 3x10mg Baclofen und der erste, seit dem ‚upgrade‘ der Dosis ohne wirkliche Nebenwirkungen. Sie sind nicht ganz weg (noch leichter Schwindel), aber z.B. die hier und da angenehme Tagesmüdigkeit ist seit heute Mittag vollkommen weg. Ich hatte vorhin sogar beim Film schauen für ein, zwei Minuten sogar das leichte Kribbeln und Zittern, mit dem bei mir gerne die Angst beginnt. Davon war die letzten Tage nicht mal im Anflug was zu merken.

Es reicht zwar nicht um länger präsent zu sein oder gar wirklich zu einer Angst zu werden, aber es war schon auffällig, das es überhaupt so auftauchte. Das bringt mich auf Folgendes: a) es ist also gut und gerne anzunehmen, dass die Nebenwirkungen nach dem Aufdosieren wirklich verschwinden – so war es bisher ja auch. Es scheint bei mir aber halt 5 Tage oder sowas zu dauern und nicht 2, wie man es bei anderen manchmal gelesen hat. Das wäre absolut akzeptabel. Zumal – und nun komme ich zum Titel – ich vor 3 oder 4 Tagen meine bisherige Brille terminiert habe und seither meine Ersatzbrille trage. Die Stärke der Brille ist ok, jedoch bildet jede Brille durch andere Glasformen und leichte Unterschiede im Augenabstand usw. etwas anders ab, was gerne für einige Tage zu leichtem Schwindel führen kann. Täräääh! Also bin ich wohl ungerecht gesen, was 😉
Und b) (jaja, oben war irgendwo ein a) ! ) frage ich mich als geübter Angsthase nun: verschwindet die positive Wirkung, die Entspannung mit den Nebenwirkungen?? Bin ich dann ‚voll auf’m Stoff‘ und habe trotzdem Angst? Wie geil wäre das denn: Petrocelli, Du hast den Hauptpreis gezogen! Hurra!

Naja, ok, ich denke das wird kaum so kommen, aber warum bin ich denn Angsthase, wenn ich mir nicht mal solche Überlegungen erlauben dürfte 😉

Aber mal im Ernst, versuchen wir doch mal ein wenig die positiven Dinge vom Baclofen in diesen 3 Wochen aufzulisten (Federico hat dasmnicht umsonst empfohlen!):

1. Die spontanen Ängste – die, die mit dem oben genannten Frieren so ätzend daherschleichen – sind immerhin 3 Wochen vollkommen weg gewesen. Das heute ignorieren wir mal….
2. Ich bin definitiv entspannter. So generell. Noch nicht, wie ich es mir wünsche, aber besser als sonst.
3. Ich kann mich besser konzentrieren. Ist sehr auffällig, da meine Probleme diesbezüglich über die Jahre immer schlimmer wurden. Hierzu muss ich aber auch sagen, dass ich das Cipralex – welches ich noch immer genommen hatte – vor ca. 2 Wochen ausgeschlichen habe und SSRIs haben mich seit Paroxetin reichlich ‚dumm‘ gemacht. Kann also ein Effekt durch das absetzen sein.
4. Wo wir gerade dabei sind: Das Absetzen von SSRIs geht sonst so leicht nicht von der Hand – kann man Baclofen evtl. auch zuschreiben.
5. Trotz Schwindel in den letzten Tagen, bin ich in Situationen wie Einkaufen usw. wesentlich ruhiger geblieben als früher. Noch im Sommer wäre ich beim Einkaufen mit solchem Schwindel ausgeflippt. Mit Baclofen finde ich es noch immer nicht toll, aber kann zu starke Panik ganz klar unterdrücken.
6. Der Schlaf ist wirklich besser. Es gab schlechtere Tage dazwischen, aber wenn ich es mit dem Status der letzten Jahre (Jahrzente bis Vierteljahrhundert – boah, wie scheiße klingt das eigentlich… ) vergleiche, dann ist es ein Traum! Im besten Sinne des Wortes.

Tja, alles in allem muss man also schon gestehen, dass Baclofen schon in den ersten 3 Wochen positive Wirkungen gezeigt hat. Bei allen Nebenwirkungen, die ich als professioneller Selbstbeobachter intensiv beäuge und wohl größer mache, als erlaubt, darf man das Positive einfach nicht vergessen.

Das Einzige, was bei mir nicht ganz so passt, im Vergleich mit den Berichten derer, mit denen ich in Kontakt stehe, oder von denen ich gelesen habe, ist das mit dem schnellen Verschwinden der Nebenwirkungen und vor allem mit dem schnellen positiven Wirkungseintritt.
Hierzu habe aber auch gleich eine Theorie parat (wer hätte das vermutet!): das mit den Nebenwirkungen ist leicht erklärt – ich bin halt auch ein Hypochonder. Das mit dem nicht ganz so schnellen Wirkungseintritt? Tja, da denke ich an mehrere Komponenten: Die lange Zeit von nunmehr 25 Jahren konditioniert einen nicht unerheblich. Ich glaube, eine Änderung, die nachhaltig wirkt und auch IM KOPF ankommt ist nicht innerhalb von Tagen zu schaffen. Es könnte ein Prozess sein, bis ich wieder lerne, dass das eine oder andere gar keine Angst mehr auslöst. Und ich muss gestehen, dass ich mir z.Zt. noch schlichtweg nicht trauen würde, etwas wirklich zu ‚riskieren‘. Und ich glaube, dass wird aber nötig sein. Doch ich glaube auch, ich darf mir hier ruhig etwas Zeit lassen. Hauptsache ich bin mit mir selbst nicht zu ungeduldig.

Die Tendenz ist die Richtige würde ich sagen. Und wenn das Meiste bei mir genauso ist, wie bei denen, die Erfolg mit Baclofen hatten, dann könnte bei mir ja auch das Erreichen einer bestimmten Dosis, den eigentlichen, positiven Fortschritt auslösen? Und da bin ich einfach noch nicht. Aber, wer weiss – wenn es noch ein, zwei Tage wieder gut läuft, dann steigere ich die Dosis weiter und wir werden dann feststellen, wie es mit den höheren Dosen funktioniert!

Tag 18 – redlich ernährt sich das Eichhörnchen

Ich wollte eigentlich Abends keine Einträge mehr schreiben, da ich ganz klar sagen kann, dass ich Abends – nicht zuletzt durch die stärkeren Magenprobleme am Abend – irgendwie schlechter drauf bin als tagsüber. Es könnte also ohne weiteres sein, dass ich vielleicht eine klitzekleines bisschen zu unfair gegenüber Baclofen bin, wenn ich Abends nurnoch angefressen im Bett liege und gerne schlafen möchte, der Magen mich aber nicht lässt.

Tja, nun ist es aber schon wieder Abend geworden 😉 Ich versuche mich also mal an den Tag zu erinnern. Heute war ich zum letzten Mal (wenigstens für diesen einen Zahn) beim Zahnarzt und von den anfänglichen Angstgefühlen bei der Hinfahrt mal abgesehen, war ich schon sehr gechilled beim Zahnarzt. Das lief sogar darauf hinaus, dass ich dem Mann fast eingeschlafen wäre auf dem Behandlungsstuhl. Ich war nicht betäubt oder sowas, sondern einfach so entspannt und auch im Bauch problemfrei, dass ich wohl ein wenig Schlaf von gestern nachholen wollte. Und wo kann man das besser als auf diesen wunderbar geformten Zahnarztstühlen? Das mit dem Bohrer wird gemeinhin stark überbewertet 🙂

Es gibt Leute mit denen ich in meinem Beruf zu tun habe, die gehen mir wesentlich mehr auf die Nerven. Da wurde mir doch heute vorgehalten, ich wäre einem Mitbewerber gegenüber ‚ausfallend‘ geworden! Oho! Aber ganz ehrlich: ich habe nicht einmal ‚Arschloch‘ oder sowas bösartiges zu dem gesagt. Vielleicht hätte ich nicht sagen sollen, dass ich ihm das ganze nochmal wie bei der Sendung mit der Maus erkläre… Aber ‚ausfallend‘ – na, ich bitte doch – das ist ne Kindersendung. Was ist daran ausfallend? Nur weil es Erwachsene gibt, die davon auch mal eine Lektion brauchen? Der Zahnarztstuhl ist also im Grunde garnicht schlimm, wenn man nur die richtigen Vergleiche heranzieht.

Und bei all den Magenproblemen, die ich so mit mir herumtrage, kann man aber ganz klar sagen, dass es sehrwohl auch positive Wirkungen geben muss. Sonst würde ich kaum solche Erlebnisse beim Zahnarzt haben? Zugegeben ist der Zahnarzt ein langjährig bekannter, fast befreundeter Mann, aber weh tut er mir schon – in solchen Momenten ist es egal, wie nett er sonst ist.

Die Nebenwirkungen sind nun, am 2. Tag mit 3x10mg fast wieder so wie noch vor einigen Tagen, als ich schon länger auf 3x5mg war. Und ich bin mir (mal vom Magen abgesehen) ziemlich sicher, dass die restlichen Nebenwirkungen, wie der leichte Schwindel etc., auch tatsächlich ganz auf Null gehen können. Nur ein wenig Zeit ist wohl nötig.

Und wenn ich mir dann so überlege, dass die Nebenwirkungen verschwinden können, die Magenproblematik evtl. auch mit anderen Mitteln zu behandeln sind, dann gefällt mir das schon wieder ziemlich gut, für ’18‘ Tage. Und ich glaube ja wirklich, dass ein nicht unwesentlicher Teil der psychischen Wirkung über den guten Schlaf zu erreichen ist. Und der ist ja leicht eingeschränkt, durch den Magen. Wenn also der Magen wieder auf seine Spur zurück kommt, dann habe ich gute Hoffnungen.

Ich weiß noch nicht, wie dann vielleicht spätere Fortschritte aussehen könnten, aber egal. Ich werde es feststellen, weil die Nebenwirkungen bisher nicht so schlimm sind, dass ich bald aufhören möchte. Wie schon gesagt eher im Gegenteil.

Ok, ich werde murrig und möchte es nicht ‚am Blog auslassen‘. Ich werde einfach mal schauen, in wie weit mit Famotidin das ganze hier verbessert werden kann. Die Nacht wird es zeigen.

Tag 15 – warten um zu gehen?

Die gestrige Nacht war wieder sehr gut. Endlich, um erhlich zu sein. Mir wurde von Federico zwar gesagt, Baclofen würde dem Magen nicht zusetzen, aber – Federico ahnt es schon längst – ich bin mir da leider nicht sicher. Im alkohol-und-baclofen-forum.de finde ich auch verschiedene Bericht von Baclofen-Usern, die mit Ihrer Gastritis mehr zu tun haben, wenn sie Bac nehmen. Ob Baclofen das verursacht will ich ja garnicht meinen, aber ich denke es verstärkt die Magenprobleme bei denen, die eh damit zu tun haben. Der zeitliche Zusammenhang ist schon deutlich.

Das Ganze ist aber auch nicht kriegsentscheidend, denn ich werde einfach mit Motilium und Famotidin gegensteuern, dann wird das schon wieder. Seit gestern nehme ich ja wieder Motilium und die Nacht hat ja schon gezeigt, dass es besser wird.

Aber nun zu meinem Titel: heute kann ich sagen, dass ich kaum noch Nebenwirkungen merke. Also denke ich, dass ich vielleicht Morgen auf 3x10mg gehe. Die Nebenwirkungen schwinden, aber die Angst vor der Angst ist noch fast unvermindert da. Und natürlich frage ich mich, ob es irgendwann ‚klick‘ macht, und ich dann spüre, das die Angst nicht kommen würde, wenn ich etwas mache, was ich schon lange vermeide? Oder MUSS ich erst losrennen, irgendwas machen, wovor ich bisher immer Angst hatte, Amir ich merke, da die Angst garnicht mehr ausbricht?
Was passiert aber, wenn ich etwas ausprobiere und dann bricht die Angst aus. Verstecke ich mich dann total und würde ich es dann nicht mehr mitbekommen, wenn es dann doch ginge? Ich bin vor zwei Tagen – als aber auch die Magenprobleme sehr stark waren, unter denen ich mich immer noch kleiner mache – in ein kleines Einkaufszentrum und wollte etwas Bargeld aus einem Automaten holen. Meine Frau wartete im Auto. Und für mich war es eine Tortour: Der scheiß Automat war besetzt und der Typ sah aus, also würde er bei einem Telespiel den Highscore knacken wollen und nicht wie jemand, der einfach nur Geld abheben will. Und es schien mir, es dauerte ewig, bis der Highscore geknackt war….
Während ich selbst auf mein Geld wartete (ich glaube ja manchmal, die drucken das Geld da drin….), drehte sich alles wie in ‚alten Zeiten‘ und meine Blicke suchten den Ausgang, noch bevor ich wenigstens meine dämliche Karte aus dem Automaten raus hatte.

Tja, also dafür, dass das Tag 13 mit Baclofen war, ziemlich kacke. Und das frustriert mich nicht nur, sondern bringt halt immer wieder zu der Frage, welche Reihenfolge ist die richtige? Und wenn es nur über denn Weg des ausprobierens geht – wann geht es los? Ich habe nämlich keinen Bock mehr auf diese Geldautomatenerlebnisse. Klar, hab‘ ich ja überlebt, aber nur weil ich weiß, ich überlebe das immer, macht es das Ganze nicht ein bisschen besser. Den Zahnarzt überlebt man im allgemeinen auch immer – und? Wer will sich das jeden Tag immer wieder reintun? Also nicht vergessen: ohne was davon zu lernen! (jeden Tag zum Zahnarzt dürfte die meisten nach einiger Zeit auch nicht mehr tangieren, soviel Zähne hat keiner 😉 )
Denn da liegt ja wieder das Angsthasenproblem: zu wissen, dass es einen nicht umbringt, macht die Quälerei nicht wirklich besser, denn in den Momenten der Angst, weiß man davon schlicht nichts. In diesen Momenten fühlt man sich mit dem schlichten Tod bedroht.

Also, die Tipps mit ‚Hey, dann musst Du los, es ausprobieren!‘ sind ganz toll, aber wenn ich das zwei, drei mal mache und jedes mal auf die Fresse bekomme, dann versuche ich es das vierte mal nicht mehr. Dannn gehe ich davon aus, Baclofen ist halt nichts für mich und aus die Maus. Genau deswegen, sitze ich also hier und warte ab, was passiert. Ich kenne Gefühle (z.B. von der raten Zeit Trevilor oder und ausreichender Dosis Alprazolam), die sind da, ohne das ich was ‚teste‘ und ich weiß, wenn ich jetzt losgehen würde, passiert nichts. Alles wäre gut. Und genau auf das Gefühl warte ich eigentlich, habe aber mittlerweile ein wenig Angst, das Gefühl kommt nicht. Vieleicht ist das auch ein unrealistischer Punkt, auf so ein Gefühl zu warten, ohne ‚was tun zu wollen‘. Ich weiß es nicht.

Bei vielen Erfahrungsberichten, von Leuten, die Baclofen gegen Ihre Ängste genommen haben, klang es für mich oft so, dass es tatsächlich irgendwann einfach Klick gemacht hat, und sie hatten keine Angst mehr. Und bei vielen nicht erst nach Wochen, sondern schon nach wenigen Tagen. Das klang für mich immer unrealistisch, aber dafür haben es zu viele geschrieben. Naja, und ich befürchte halt, da falle ich mal wieder aus dem Schema.

Nun gut, ich werde mal ein wenig schlafen und dann warten wir mal ab. Ich dosiere ja auch viel langsamer hoch, als die meisten, die ich oben gemeint habe. Also vielleicht ist das ja schon der Grund, warum es bei mir noch nicht losgegangen ist 😉