Schade auch….

Eigentlich wollte ich vor lauter Frust vorerst garnix mehr schreiben, aber was soll’s wenigstens ein Update für die tapferen unter Euch, die offensichtlich immer wieder hier vorbeischauen – so sagt es die Statistik immerhin.

Moclobemid hatte im Kopf eine gute Wirkung (und ich war noch lange nicht auf Zieldosis), aber mein Magen ist nach ca. 3 Wochen komplett ausgeklingt. Auch mit Omep usw. war nichts zu machen. Also musste ich aufhören.

Ist ziemlich zum kotzen……

Jeder fängt mal klein an….

Moclobemid 0-75mg/d. Tag 5-7.

Tag 5 war wieder eine Nullrunde. Ich habe keine Ahnung, ob mir bei der ’normalen‘ Einstiegsdosis von 2x150mg/d schlicht der Kopf explodiert wäre, oder ob es mir sogar schon besser gegangen wäre – ich kann’s nicht sagen. Mein Weg sieht jedenfalls etwas vorsichtiger aus, wie es scheint.

Ich hatte auch mit meiner Ärztin am 5. Tag gesprochen und gefragt ob es bei dieser gefühlt unangenehmen Reaktion überhaupt eine Chance darauf gibt, das Moclobemid bei mir irgendwann später doch passen sollte (zumal Messwerte und Genetik deutlich darauf hinweisen). Sie hatte ein nettes Beispiel, in dem Sie mich mit jemandem Verglich, der ein Bein hat, das deutlich kürzer ist als das andere. Dieser Mensch wird vermutlich über Jahre eine Fehlstellung entwickeln und wohl auch Rückenschmerzen haben. Wenn man diesem Patienten nach über 40 Jahren dann sofort die gesamten Höhendifferenz ausgleicht, wird dieser wahrscheinlich mehr Schmerzen haben als in den Jahren davor. Deshalb muss man eine solche Einlage über längere Zeit ‚erhöhen‘. Das fand ich ein Beispiel, dass Hoffnung machte.

Tag 6 und 7 waren jedenfalls sehr angenehm und fast angstfrei (Wir sprechen nicht von einem Gefühl, dass mich die Welt erobern lassen will – aber ich war immerhin zu Hause so was wie angstfrei). Wenn überhaupt, ist es jeweils der Morgen nach dem Aufstehen, der sich unangenehmer anfühlt als der Rest des Tages, so dass ich am 7. Tag bereits überlegt hatte Abends noch einmal 75mg Moclobemid zu nehmen. Zumal zweimal täglich ja die übliche ‚Aufteilung‘ laut Beipackzettel ist.

Nun gut, vielleicht am 8. Tag – ich finde es schon mal gut, dass ich mir vorstellen kann keine Nullrunden mehr einzulegen und es wirklich angenehme Momente gibt. Vor allem Nachmittags und Abends.

Beim Gedanken daran, jetzt Einkaufen zu fahren (natürlich sowieso nicht alleine….) geht mir sofort die Düse. Ich habe also noch einen längeren Weg vor mir, wie es scheint. Man darf aber nicht ganz vergessen, dass ich jetzt seit einigen Monaten ohne ‚richtigen‘ Stoff bin (ich meine SSRIs oder SNRIs, die bisher als einzige einen wenigsten erträglichen Zustand schaffen könnten, in denen ich halbwegs funktionierte) und in dieser Zeit die Angst so schlimm war, wie schon viele Jahre nicht mehr. Deshalb ist meine Ausgangsbasis auch ziemlich schwach und alle Ängste, die ich jetzt so in diesen Tagen mit Moclobemid erlebt habe, wären vielleicht auch anders aufgetaucht. Gefühlt würde ich es aber der Umstellung durch Moclobemid zuordnen, aber da selbst ich vom Placeboeffekt weiß, ist es schwer einzuordnen. 😉

Bis demnächst, Petrocelli

Wie Sie sehen, sehen Sie nichts….

Moclobemid. 1.Tag, 75mg/75mg.

Was soll ich sagen – es ist nichts passiert 🙂
In den ersten ein, zwei Stunden etwas unruhig, aber das hatte sicher nichts mit dem Moclobemid zu tun. Schließlich hatte ich befürchtet, es könnte etwas Unangenehmes passieren. Da verselbstständig sich die Psyche genauso wie bei allen anderen Verrückten.

Wie im letzten Post geschrieben, bin ich 50% unter der üblichen Einstiegsdosis, aber ich wollte es halt extra ruhig angehen, um nicht wegen anfänglichen Nebenwirkungen die gute Chance zu versauen ein Medikament zu nehmen, dass exakt zu meinem MAO-A Polymorphismus passt.

Heute hatte ich sogar einige Zeit länger konzentriert gearbeitet, als sonst, aber das hatte wahrscheinlich nichts mit dem Moclobemid zu tun. Gegen Ende war mein inneres Zittern wieder so stark, dass ich die Wände hochgehen könnte. Aber gut, ich kenne das ja leider und habe es wenigstens nicht als Grund genommen es dem Medikament ‚anzuhängen‘.

Ich denke noch ein oder zwei Tage bleibe ich bei der niedrigen Dosis, dann geht es aber auch weiter mit der Dosierung.

Methylphenidat. Zu gut um wahr zu sein?

Ich wollte nur ein kleines update vom ersten Tag unter mph geben. Und der Titel hier deutet es schon an. In jedem Fall war nichts von irgendwelchen negativen Nebenwirkungen zu spüren. Im Gegenteil. Nach der zweiten Dosis am Mittag und noch deutlicher nach der letzten Dosis am Nachmittag spürte ich eine lange nicht mehr erlebte ‚Sortierung‘ im Kopf. Das ist ganz schwer zu beschreiben und war auch nicht so ausgeprägt, dass ich ‚hui‘ rufen müsste. Aber sie war (und ist zum Teil noch) so deutlich da, dass ich schon beeindruckt bin. Ein wenig so, als würde man angenehm eingenordet werden. Das ständige springen zwischen unterschiedlichsten Gedanken, das dauernde Gefühl man kann das, was man gerade macht, eigentlich nicht machen, weil noch so viele andere Dinge zu tun sind – all das ging deutlich in den Hintergrund. Nicht weg, aber weniger spürbar als sonst. Wenn man bedenkt, dass ich aber auch nur eine echte Minidosis vom Methylphenidat nehme, dann wäre eine stärkere Wirkung wohl kaum zu erklären.

Als mir der Doc sagte, ich würde als erstes wohl merken, dass ich mich besser konzentrieren könnte, war meine Vorstellung eine andere. Konzentration verbinde ich immer mit Stress, Anstregung. Nicht, dass ich das nicht könnte, aber ich bin dann auf 150% Leistung. Und hinterher fühle ich mich dann auch so. Kann kaum runterkommen. Was ich aber heute erlebte, war eine deutliche Reduktion sämtlicher Störfaktoren. Angenehm und beeindruckend. Natürlich noch nicht so, wie ich es mir im idealfall wünsche, bzw. wie ich mich an seltene Zeiten aus meiner Jugend bzw. unter Trevilor erinnern kann. Aber in jedem Fall habe ich heute Gefühle und Eindrücke gehabt, wie schon ewig (wenn überhaupt) nicht mehr.

Was kommt nun? Im Moment spüre ich schon, dass etwas mehr Gedanken ‚dazwischen‘ kommen, als heute Nachmittag. Aber der Stoff ist ja auch körperlich auf dem Rückzug. Im bin jedenfalls sehr gespannt, wie es sich entwickelt und was passiert, wenn ich dann höher dosiere. Habe natürlich große Sorge davor, dass es sich noch dreht und in eine negative Richtung marschiert. Aber gut, dass werde ich wohl erstmal nicht abschalten können.

Und ich freue mich tatsächlich auf den heutigen Schlaf, da ich sehr gespannt bin wie ich unter mph schlafe – ich habe solches und solches gehört. Nachdem ich aber wohl von mpg eher beruhigt als agitiert werde, bin ich guter Dinge. Und ich bin schon positiv gespannt auf Morgen. Hoffentlich bleibt das 😉

 

LG Petrocelli

Tag 10 – alles wird gut….

Vor zwei oder drei Tagen war ich noch wesentlich unsicherer, welchen Weg das Ganze hier nehmen wird. Heute, denke ich nur das Ausmass ist noch nicht ganz sicher. Sprich: Gestern und insbesondere heute ging es mir garnicht schlecht. Das Gefühl benebelt zu sein ist ganz klar weniger geworden. Eine leichte Steigerung der Stimmung ist festzustellen, was nicht unbedingt auf das Verschwinden von Angst zurückzuführen wäre, denn die ist nicht wirklich verschwunden. Reduziert in den guten Phasen des Tages, aber nicht verschwunden. Aber immerhin reduziert. Die Stimmungsaufhellung ist aber definitiv da. Das bei einem GABAb-ergen Medikament verwundert mich schon, aber ich glaube es ist nicht gut die Botenstoffe in unserem Gehirn einzeln zu betrachten. Sicherlich ist es nicht falsch z.B. bei Depressionen anzunehmen, dass ein Serotoninmangel herrscht, jedoch ist dies vielleicht nur der auffälligste Wert aber nicht zwingend der Wert, der unser GEFÜHL am stärksten beinflusst. Da könnte es z.B. GABAb sein, oder GABAb wirkt wiederum auf einen anderen Botenstoff in unseren Regelkreisen, der dann dieses Gefühl von erhöhter Stimmung erzeugt.

Wie auch immer, es fühlt sich jedenfalls stabiler und besser an in den letzten Tagen. Die Nebenwirkungen wie Schwindel, Benommenheit und Müdigkeit sind fast nicht mehr da und zwischenzeitlich hätte ich hier und da tatsächlich gerne etwas mehr von der Müdigkeit, die ich ja teilweise als sogar angenehm empfunden habe. Aber gut, Entspannung ohne Müdigkeit wäre mir das Allerliebste.

Jedenfalls bin ich mittlerweile der Meinung, dass ich bei einer Steigerung der Dosis wahrscheinlich wieder etwas mehr von den Nebenwirkungen bekomme, diese aber dann wohl wieder verschwinden und womöglich mehr von der Entspannung und besseren Stimmung bleibt. Die Angst würde sich dann wohl noch weiter reduzieren. So wäre es, wenn ich es mit den Erfahrungen von anderen vergleiche. Und das würde mir gefallen 😉

In welches Maß sich diese Entspannung und Angstreduktion steigern lässt, ist jedoch genau dass, was mir momentan noch nicht klar ist. Ich habe schon immer das Problem gehabt, das wenn ich ein Medikament zur Angstreduktion nehme und dann trotzdem noch Angst bekam (auch wenn vielleicht verringert), ich dann Schiss davor bekam, was ich denn wohl machen sollte, wenn die Angst nun wirklich kommen würde. Denn meist finden die Medikamente es nicht witzig, wenn ich noch ein Benzo oben drauf kippe, was mir als Last-Resort bleibt, falls alle Stricke reissen. Also denke ich dann: Neee, Du kannst jetzt nicht noch etwas hinzunehmen! Und das macht mir dann noch mehr Angst vor der Symptomatik, so dass mir am Ende das Gefühl bleibt: Pfui, doofes Medikament – ich nehm es nicht mehr.

Auf diese Weise habe ich schon manches Medikament mindestens so schnell abgesetzt, wie ich es angefangen habe, Aber das wäre im Falle Baclofen wohl besonders schade, denn wenn ich die Tage so in der Summe betrachte, so hat sich einiges getan was mir gut gefallen hat. Es ist noch alles ziemlich neu und die Nebenwirkungen sind in den ersten Tagen besonders unangenehm gewesen, weil ich immer so pedantisch drauf geachtet habe. Hätte ich mich besser ablenken können, wäre es mir sicher noch leichter gefallen.

Ich glaube ich werde wohl Morgen abend mit der Dosis etwas höher gehen. Das letzte Mal klappte das ja nicht so gut, aber ich glaube jetzt könnte es gehen und Abends mehr zu nehmen hilft beim Schlaf und evtl. in den ersten Stunden am Morgen.

Apropos – die ersten Stunden am Morgen sind gestern und heute die unangenehmste Phase des Tages gewesen. Ich kann das nur vermuten, weil Morgens der Spiegel von Baclofen mit einer sehr kurzen Halbwertzeit am geringsten sein muss. Und wenn ich mehr nehme, ist Morgens vielleicht noch etwas mehr im Blut und alles würde etwas netter sein.

Aber wie auch immer – ich denke die Tendenz ist die richtige. Wir müssen nur etwas warten, um zu sehen wie weit es noch gehen kann. Ich halte mich da an Federicos Devise: Geduld, Geduld, Geduld.

In diesem Sinne!

Tag 6 – oder wieviel Tage hat die Woche?

So ein Erfahrungsbericht ist schon doll. Zumal, wenn man irgendwie noch keine Erfahrung gemacht hat. Rede ich wirre? Ok, das ist tatsächlich eine der nervigeren Nebenwirkungen, die ich tatsächlich Baclofen zuschreiben muss. Ich stehe manchmal regelrecht neben mir und staune, wie alles an mir vorbei zieht. Bin dann irgendwie mein eigener Zuschauer. Oder auch ein Gefühl, als wäre man vom eigenen Körper leicht entkoppelt. Dann erschrickt man für eine Sekunde und gibt einen Steurbefehl an den Körper, um festzustellen, dass man noch Herr im Hause ist. Einfach die Arme mal ausstrecken, oder irgendwas anfassen.

Dieses Gefühl empfinde ich garnicht mal immer als negativ. Ich weiß, es gibt Angstgestörte, die haben sowas als Teil ihrer Krankheit – nennt sich dann dissoziative Störung. Ist sicher nicht das Gleiche, aber es fühlt sich schon so an, wie es manchmal von Patienten beschrieben wird. NUR mit einem entscheidenden Unterschied: es fühlt sich befremdlich an, jedoch bin ich gleichzeitig entspannt, was es wiederum nicht zu unangenehm macht. Manchmal finde ich es sogar angenehm.

Ich denke, dass man an solchen Momenten schon merkt, in welche Richtung Baclofen wirken könnte, wenn es mal ‚mehr‘ wird. Momentan macht es mir aber mindestens soviel Angst, wie es auch angenehm ist.

Was mich momentan besonders nervt, ist dass ich teilweise das Gefühl habe, dass ich nicht gut, tief durchatmen kann. Das hatte ich vor Jahren schonmal, kann also nicht viel mit Baclofen zu tun haben, nervt aber trotzdem total. Das hängt für mich ganz klar mit der momentanten Stresssituation zu tun. Da könnte Baclofen gerne etwas gegen tun. Vielleicht in einiger Zeit, wenn ich höher dosiere. Wobei – vielleicht werden die Nebenwirkungen auch nerviger, wie gestern, dann wird es schwierig.

So mir fallen die Augenn zu. Nachti!

Gladem

http://de.wikipedia.org/wiki/Sertralin

Gladem (auch ‚Zoloft‘) – mit dem Wirkstoff Sertralin – habe ich von meinem Neurologen erhalten, nachdem ich einige Monate Paroxetin genommen hatte, hier aber die Wirkung nachliess. Ich kann bis heute nicht sagen, wann genau das passierte, aber irgendwann merkte ich, dass die Motivation weniger wurde und häufiger Ängste auftauchten. Deswegen fragte ich den Arzt nach etwas ’stärkerem‘ – Paroxetin nahm ich schon einige Zeit in der höchsten Dosis, 60mg/d.

Warum ich bei diesem Wunsch Sertralin erhalten habe, ist zweifelhaft, da es nicht zu einer jüngeren Generation von Medikamenten gehört und auch nicht als besonders erfolgreich bei Angststörungen gilt. Nicht das es nicht wirken könnte, aber wohl kaum so erprobt wie Paroxetin.

Dennoch gibt es einen guten und wichtigen Grund, warum ein Arzt (und wie ich finde auch der Patient) so einen Versuch durchaus machen sollte: denn jeder Patient reagiert anders auf bestimmte Medikamente. Es hätte durchaus sein können, dass ich auf Gladem sogar noch Esser reagiere als auf Paroxetin. Alle Statistiken der Welt können darüber keine echte Vorhersage machen. Leider sollte es bei mir nicht so sein.

In meinem persönlichen Fall waren die Nebenwirkungen etwas moderater als unter Paroxetin. Das brachte mir jedoch herzlich wenig, da ich sogar noch weniger Wirkung erlebte als unter Paroxetin.

Ich blieb dennoch bei Sertralin für einige Zeit, da ich schnell merkte, wenn ich es absetzte, dass ich deutliche Probleme bekam. Ich glaube, es war eine Zeit in der ich mich weiter zurückentwickelt habe und statt nach vorne zu schauen irgendwie nicht an der Situation rütteln wollte. Das schloss auch die Wahl des Medikamentes ein.

Heute würde ich sagen, dass ein nicht unwichtiges Argument die etwas weniger störenden Nebenwirkungen waren. Ich hielt mich dadurch auf einem gewissen Status und steckte dabei den Kopf in den Sand. Es ist frustrierend, wenn man sieht wie einmal erreichtes so einfach wieder verlorengehen kann. Die Fortschritte, die ich unter Paroxetin gemacht waren nun dahin und ich wollte es nicht noch schlimmer werden lassen. Denn das befürchtete ich tatsächlich.

Sertralin war also eher ein Notnagel für mich.

Tag 3,5 – Eine Frage der Geduld

Hmm, es ist der vierte Tag, und bis auf den frühen Morgen an dem ich noch überlegte, wer ich denn eigentlich bin, wohin ich will und warum ich gerade hier langgekommen bin, fühle ich mich ganz wohl. Es scheint, als geht es mir nach der Mittagsdosis sogar noch besser, als am späten Nachmittag…. Warum ich darüber so philosophiere? Naja, die ersten 3 Tage waren ja nicht nur gut und nach der Nummer mit meiner dämlichen Ärztin (man bekommt schon den Eindruck, ich meckere nur auf der rum, oder? :p ) überprüfe ich mein Befinden wahrscheinlich stärker als es gut wäre. Aber deswegen freue ich ich eigentlich so über das Gefühl in den letzten Stunden.

Natürlich fühlt es sich noch nicht stabil an, aber ich hatte ja schon befürchtet ich würde mich vielleicht nich an die Nebenwirkungen gewöhnen, bzw. die würden nicht verschwinden und ich müsste ewig auf einer Dosis rumeiern, die nix hilft, mir aber die Nebenwirkungen verpasst. Ich könnte mir nun vorstellen, die NW verschwinden sehr wohl schon bald.

Was ich nur überlege ist, ob die vielleicht eher aufhören, wenn ich schneller hochdosiere. Klingt paradox, aber soweit ich mich entsinne, beschrieb Olivier Ameisen in seinem Buch auch einen Effekt, dass er nach einem bestimmten Schwellenwert die wirklich deutlichste Wirkung verspürte, die er vorher nicht hatte aber auch nach dem späteren runterdosieren nicht mehr verlor. Daher so meine Überlegungen. Ansonsten, wenn ich mir das Medikament pharmakologisch als GABAb-Agonisten anschaue, müsste mehr Wirkstoff auch (wenigstens zu Beginn) mehr Nebenwirkungen zeigen. Und mit denen fühle ich mich aber nich so wohl. Die müssen ganz bestimmt noch verschwinden, wenn ich da irgendwann einen Erfolg verbuchen möchte.

Gut, das erstmal als kleines Feedback am Tag.

Tag 3 – wie war mein Name?

Also in manchen Minuten des heutigen Tages wollte ich mir diese Frage schon stellen 😉
Baclofen kann einen schon platt machen – nicht auf diese betäubende Art wie ein Benzodiazepin, aber für wenige Minuten bin ich so müde, dass ich mich an Ort und Stelle schlafen legen möchte. Weitere Minuten später bin ich dann zwar noch immer entspannt, aber wieder wach und fit im Kopf. Das ist dann sehr angenehm.

Es gilt also abzuwarten und die doofen Momente auszuhalten. In der Summe würde ich folgende Besonderheiten in Stichpunkten notieren:

– Morgens wacher als sonst
– Öfter mal stark ermüdet, fast Schwäche, aber nicht zu unangenehm
– Generell entspannt
– die Phasen in denen ich entspannt und nicht müde bin, sind noch der kleinere Teil

Ein Mitkrieger von http://alkohol-und-baclofen-forum.de gab mir den Tipp nicht sofort höher zu dosieren, um weitere Nebenwirkungen nicht zu provozieren. Es besteht wohl die gute Chance, das ich schon in einigen Tagen weniger Nebenwirkungen habe. Dann kann ich wieder über ein aufdosieren nachdenken. Der Dosierungsempfehlung aus dem Beipackzettel folge ich also vorerst NICHT.

Es gibt zwischendurch tatsächlich Momente, in denen ich mich schon fast richtig wohl fühle. Aber wir wollen mal nicht übertreiben – z.Zt. überwiegen noch die Nebenwirkungen, welche aber selbst für mich als Angsthasen wirklich zu ertragen sind.

In jedem Fall habe ich keine Verstärkung der Angst oder gar Selbstmordgedanken. Meine Ex-Ärztin ist, wie ich schon vermuten musste, ganz offensichtlich so dummdreist, dass sie mich einfach stumpf belogen hat, nur um mich bzgl. Baclofen ‚los‘ zu werden.

Es ist einfach armselig, dass Personen, die früher mal den Eid des Hippokrates abgelegt haben sich aus Faulheit, Ignoranz oder Feigheit mit Lügen aus der Affäre ziehen und einen Patienten verrecken lassen, weil sie meinen eine Angststörung sei nichts schlimmes. Denn so kommt es an, wenn man so behandelt wird. Wie hieß es im Eid? „Ich werde ärztliche Verordnungen treffen zum Nutzen der Kranken nach meiner Fähigkeit und meinem Urteil…“
Vielleicht ist es ja ganz gut, das Ärzte den nicht mehr ablegen.

Ich werde weiterhin auf die Suche nach einem Arzt mit Eiern in der Hose gehen; kann ja kaum sein, dass die alle nur den Sportlehrer machen, oder? Irgendeiner wird schon dabei sein, der bereit ist sich erst zu informieren, um dann angemessen neue Wege zu gehen. Der Gesetzgeber ermöglicht die Vergabe von Medikamenten außerhalb der ursprünglichen Zulassung ausdrücklich. Mann/Frau muss nur mitdenken wollen.

In diesem Sinne – alles wird gut!

Tag 1 ;)

So, der erste Tag ist also ‚geschafft‘.

Im Grunde lief alles sehr unspektakulär und ’normal‘ – sprich keine starken Nebenwirkungen. Das einzige, was ich am Nachmittag deutlich gespürt hatte war eine Müdigkeit, die mich auch gleich zu einem zweistündigen Nickerchen bewegt hat 😉 Mach ich sonst eigentlich nicht, aber heute sollte es so sein. Und das obwohl es keine unangenehme Müdigkeit im Sinne von betäubt gewesen ist. Eine weitere ‚Besonderheit‘, die mir aufgefallen ist, sind Schmerzen (oder eher Zwicken, kleine Krämpfe?) in den Beinen – hauptsächlich um die Knie herum. Das klingt für mich aber so absurd als Nebenwirkung, dass ich das mal als Dummsinn und zu genaue Betrachtung meines Körpers eintüte 😉

Ansonsten – nix; kein Schwindel, keine Benommenheit, keine Magen/Darm Probleme, usw. Also eigentlich nichts von dem, was ich sonst von SSRIs oder triziklischen Antidepressiva kenne, wenn man beginnt. Tja, Baclofen gehört halt nicht zu diesen Arzneigruppen.

Das finde ich schon mal richtig gut, denn wie im – ich glaube vorletzten – Blogeintrag zu lesen war, habe ich sehr gerne Angst vor Medikamenten und deren Nebenwirkungen ;). Das ist natürlich kontraproduktiv, wenn man irgendwie etwas davon haben will.

Ich habe das Glück persönlichen Kontakt zu zwei Personen zu haben, die schon einige Monate Baclofen einnehmen. Einer seit gut einem Jahr und der andere 7-8 Monate. Beide sagten mir, dass ich am Anfang mit hoher Wahrscheinlichkeit sowieso nichts merken werde, also auch keine Nebenwirkungen. Die Müdigkeit vergeht wieder, wenn man Baclofen länger nimmt – so die einhellige Meinung. Soweit passt es erstmal.

Tja, und nun? Ich weiß es nicht. Im Moment bin ich müde und werde wohl gleich den Kasten hier ausmachen ;).

Was ich allerdings ‚witzig‘ finde und worauf ich wirklich sehr gespannt bin, da ich nach wie vor große Hoffnung in Baclofen habe: Die Depressionen, die auch ich öfter mal verspüre, selbst wenn die Angst immer mein größtes Problem ist, die sollen zuerst verschwinden. Und das sogar innerhalb überschaubarer Tage. Da bin ich wirklich gespannt, wie ich mit Müdigkeit eine Depression verdrängen kann. Vielleicht schlaf ich die platt? :>

Das alleine wäre ja eigentlich eine Sensation, denn viele Menschen leiden unter Depressionen und brauch lange Medikamente, bis sich wirklich was ‚tut‘. Und SSRIs, die gerne gegen Depressionen eingesetzt werden, fangen bei vielen an nach einigen Wochen/Monaten nicht mehr so gut zu wirken, wie am Anfang. Es hört nicht auf zu helfen, aber wer gerne eine noch stärkere Unterstützung durch das Medikament erhofft hatte, wird dann gerne durch eine Verringerung der Wirkung zusätzlich enttäuscht.
Hier bei Baclofen bin ich wirklich gespannt, in wie weit das auf mich wirkt. Ich vermute es ist, wenn es dann auch positiv auf die Angst wirkt, eh nicht mehr zu trennen, denn wenn die Angst weniger werden würde, wäre ich sofort weniger Depressiv.

Ich bin jedenfalls schon mal froh, den ersten Tag so ’stressfrei‘ hinter mich gebracht zu haben und bin guter Dinge für die nächsten. Ich bin gespannt!