Tag 10 – alles wird gut….

Vor zwei oder drei Tagen war ich noch wesentlich unsicherer, welchen Weg das Ganze hier nehmen wird. Heute, denke ich nur das Ausmass ist noch nicht ganz sicher. Sprich: Gestern und insbesondere heute ging es mir garnicht schlecht. Das Gefühl benebelt zu sein ist ganz klar weniger geworden. Eine leichte Steigerung der Stimmung ist festzustellen, was nicht unbedingt auf das Verschwinden von Angst zurückzuführen wäre, denn die ist nicht wirklich verschwunden. Reduziert in den guten Phasen des Tages, aber nicht verschwunden. Aber immerhin reduziert. Die Stimmungsaufhellung ist aber definitiv da. Das bei einem GABAb-ergen Medikament verwundert mich schon, aber ich glaube es ist nicht gut die Botenstoffe in unserem Gehirn einzeln zu betrachten. Sicherlich ist es nicht falsch z.B. bei Depressionen anzunehmen, dass ein Serotoninmangel herrscht, jedoch ist dies vielleicht nur der auffälligste Wert aber nicht zwingend der Wert, der unser GEFÜHL am stärksten beinflusst. Da könnte es z.B. GABAb sein, oder GABAb wirkt wiederum auf einen anderen Botenstoff in unseren Regelkreisen, der dann dieses Gefühl von erhöhter Stimmung erzeugt.

Wie auch immer, es fühlt sich jedenfalls stabiler und besser an in den letzten Tagen. Die Nebenwirkungen wie Schwindel, Benommenheit und Müdigkeit sind fast nicht mehr da und zwischenzeitlich hätte ich hier und da tatsächlich gerne etwas mehr von der Müdigkeit, die ich ja teilweise als sogar angenehm empfunden habe. Aber gut, Entspannung ohne Müdigkeit wäre mir das Allerliebste.

Jedenfalls bin ich mittlerweile der Meinung, dass ich bei einer Steigerung der Dosis wahrscheinlich wieder etwas mehr von den Nebenwirkungen bekomme, diese aber dann wohl wieder verschwinden und womöglich mehr von der Entspannung und besseren Stimmung bleibt. Die Angst würde sich dann wohl noch weiter reduzieren. So wäre es, wenn ich es mit den Erfahrungen von anderen vergleiche. Und das würde mir gefallen 😉

In welches Maß sich diese Entspannung und Angstreduktion steigern lässt, ist jedoch genau dass, was mir momentan noch nicht klar ist. Ich habe schon immer das Problem gehabt, das wenn ich ein Medikament zur Angstreduktion nehme und dann trotzdem noch Angst bekam (auch wenn vielleicht verringert), ich dann Schiss davor bekam, was ich denn wohl machen sollte, wenn die Angst nun wirklich kommen würde. Denn meist finden die Medikamente es nicht witzig, wenn ich noch ein Benzo oben drauf kippe, was mir als Last-Resort bleibt, falls alle Stricke reissen. Also denke ich dann: Neee, Du kannst jetzt nicht noch etwas hinzunehmen! Und das macht mir dann noch mehr Angst vor der Symptomatik, so dass mir am Ende das Gefühl bleibt: Pfui, doofes Medikament – ich nehm es nicht mehr.

Auf diese Weise habe ich schon manches Medikament mindestens so schnell abgesetzt, wie ich es angefangen habe, Aber das wäre im Falle Baclofen wohl besonders schade, denn wenn ich die Tage so in der Summe betrachte, so hat sich einiges getan was mir gut gefallen hat. Es ist noch alles ziemlich neu und die Nebenwirkungen sind in den ersten Tagen besonders unangenehm gewesen, weil ich immer so pedantisch drauf geachtet habe. Hätte ich mich besser ablenken können, wäre es mir sicher noch leichter gefallen.

Ich glaube ich werde wohl Morgen abend mit der Dosis etwas höher gehen. Das letzte Mal klappte das ja nicht so gut, aber ich glaube jetzt könnte es gehen und Abends mehr zu nehmen hilft beim Schlaf und evtl. in den ersten Stunden am Morgen.

Apropos – die ersten Stunden am Morgen sind gestern und heute die unangenehmste Phase des Tages gewesen. Ich kann das nur vermuten, weil Morgens der Spiegel von Baclofen mit einer sehr kurzen Halbwertzeit am geringsten sein muss. Und wenn ich mehr nehme, ist Morgens vielleicht noch etwas mehr im Blut und alles würde etwas netter sein.

Aber wie auch immer – ich denke die Tendenz ist die richtige. Wir müssen nur etwas warten, um zu sehen wie weit es noch gehen kann. Ich halte mich da an Federicos Devise: Geduld, Geduld, Geduld.

In diesem Sinne!

Eine Chance, die Angst macht?

Gestern, war nur bedingt gut. Heute ist es klar schlechter.
Schon am Morgen fühlte ich mir grundsätzlich unsicher. Wie wird der Tag? Wird er besser, oder womöglich schlechter? Alleine darüber nachzudenken, ist ein Fehler, aber ich kann es mir offensichtlich nicht aussuchen. Leicht gesagt? Würde ein Therapeut wieder sagen: ja er macht es sich leicht, er sieht es als nicht beeinflussbar und nimmt sich somit aus der Schuld!

Ja, nur das ich mich damit auch aus dem Leben befördere. Und nicht, dass ich mich ’nur‘ töte. Nein, das wäre zu einfach – ich quäle mich auch noch schön. Naja, wahrscheinlich stimmt, es und ich mache es mir nur leicht. Ganz ehrlich? Dann wüsste ich zu gerne, wie es ist, wenn ich es mir schwer mache!

Wieso der Titel? Naja, ich habe mich ja nun schon länger mit Baclofen beschäftigt und eine offensichtliche Fähigkeit (in diesem Fall die eigentliche Indikation von Baclofen) ist ja die Eigenschaft entkrampfend zu wirken. Da sehe ich mehr als eine Chance, denn – so fühlt es sich gerade in den letzten Tagen an – ist das Zittern ein wesentlicher Teil meiner Angstempfindung – und zwar als Auslöser, wie auch als Symptom. Genau das, finde ich im Moment extrem spannend. Denn das kann ich wiederholbar durch wohlige und gute Wärme stoppen und in etwas angenehmes umkehren – hilft manchmal sogar bei deutlich anders induzierten Ängsten. Da ist es mir nur so noch nicht aufgefallen, da ich mehr auf den Auslöser fixiert war.

Es macht mir tatsächlich eine deutliche Hoffnung, denn eine andere Hilfe für eine (so nenne ich es einfach mal) durch Zittern induzierte Angst wäre ja Baclofen weil das Zittern doch nichts anderes ist als viele kleine Verkrampfungen, oder?

Und da ich weiß, dass mir die Wärme auch bei Ängsten gut tut, die nichts mit Kälte zu tun haben, finde ich das ein starkes Indiz für eine mögliche Hilfe bei Angststörungen durch Baclofen!

Jetzt, wo es kälter wird, empfinde ich es deutlicher als Zittern, wenn ich in Angst gerate. Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass ich zu wärmeren Zeiten auch zittere, es nur nicht so deutlich wie z.Zt. merke.

Tja, also es wird wirklich spannend – sogar im positiven Sinne.