Schade auch….

Eigentlich wollte ich vor lauter Frust vorerst garnix mehr schreiben, aber was soll’s wenigstens ein Update für die tapferen unter Euch, die offensichtlich immer wieder hier vorbeischauen – so sagt es die Statistik immerhin.

Moclobemid hatte im Kopf eine gute Wirkung (und ich war noch lange nicht auf Zieldosis), aber mein Magen ist nach ca. 3 Wochen komplett ausgeklingt. Auch mit Omep usw. war nichts zu machen. Also musste ich aufhören.

Ist ziemlich zum kotzen……

Ein Leben mit Moclobemid?

Moclobemid 0-112,5mg/d. Tag 8-19.

Die letzten 12 Tage zeichneten sich im Grunde durch ein ständiges auf und ab aus. Es gab gute und richtig schlechte Tage dabei. Auffallend gut waren immer die Tage nach einem Tag ‚aussetzen‘. Besonders schlecht lief es, wenn ich mehrere Tage hintereinander 75mg/d genommen habe – was ja sowieso deutlich unter der eigentlichen Mindestdosis liegt.

Ich konnte mir also Einiges dabei denken: Entweder war es nach mehreren Tagen Einnahme ‚zuviel‘, oder – und das glaube ich z.Zt. am ehesten – der Körper war mehr auf Entzug als sonstwas. Denn warum geht es mir sonst auffällig besser, wenn ich nach einem Tag aussetzen dann wieder Moclobemid nehme?

Heute (Tag 19) war wieder ein Tag, an dem ich eigentlich aussetzen wollte, da der letzte Tag schon wieder eher doof als irgendwas war. Auf der anderen Seite fühlt sich das ganze nach fast 3 Wochen jedoch kaum noch agitierend an, so dass ich dachte es sei ein guter Versuch mal mehr zu nehmen. Angsthase, der ich bewiesener Maßen bin, wollte ich aber noch keine 150mg nehmen, sondern habe mir etwas ‚abgezwackt‘, so dass ich 3/4 schätzen würde, also ca. 112,5mg.

Nun gut. Jedenfalls war schon zu merken, dass es mehr als sonst war, denn heute fühlte ich mich deutlich besser als die Tage davor. Kaum agitiert, schon fast eher etwas in Watte gepackt, ein wenig entspannter, ruhiger. Natürlich ist Moclobemid kein sedierendes Mittel, aber es fühlt sich jedenfalls entspannter an, also sonst. Ich bin ja schon mal begeistert, dass ich nicht abgegangen bin wie ein Zäpfchen. Das ist ja immer meine Befürchtung und der Grund, warum ich überhaupt mit dieser Kindergarten Dosen rumhantiere.

Wir auch immer, es ist zwar noch keine Angstfreiheit in Sicht, aber ich bin ja noch nicht mal auf einem Viertel der Zieldosis. Da ist also noch Raum zur Besserung. Jedenfalls habe ich jetzt wirklich die Hoffnung, es kann weiter gesteigert werden und das sich dann auch etwas deutlich positiveres ergibt als unter den bisherigen Medikationen. Und vielleicht kommt ja sogar noch die gewünschte Entspannung, nach der ich seit so langer Zeit suche.

Achja, und die Magenprobleme kriege ich scheinbar mit Omeprazol 40mg/d besser in den Griff als mit Pantoprazol 40mg/d. Vielleicht gewöhnt sich mein Magen ja einfach auch langsam an das Moclobemid. Wer weiß.

Ich werde jedenfalls weiter berichten.

Insidon – Tag 10

Also, seid 2 Tagen bin ich auf 0-0-100mg, aber es macht mir im Moment noch den Kopf zu matschig. Nicht wirklich schlimm, aber nervig. Ich glaube Tagsüber möchte ich das Zeug nicht auch noch nehmen 😉 Naja, so schlimm ist es auch nicht.

Was mir aber immer deutlicher auffällt, ist die negative Wirkung auf meine Kondition. Vor ca. 4 Monaten habe ich mit regelmäßigem Ausdauertraining begonnen und seit dem ich Insidon nehme, fallen mir mein sonst üblichen Trainingseinheiten echt schwer. Passt zu diesem matschigen Gefühl 🙂
Achja, und der Magen ist offensichtlich auch etwas genervt – aber das ist noch alles im erträglichen Bereich. Ich befürchte, beim Beginn mit Trevilor ist das aber vorbei 🙂 Ich kann mich noch gut erinnern, wie hundeelend ich mich fühlte (bzgl. Magengrumeln und Übelkeit) als ich vor einigen Jahren das erste mal Trevilor genommen hatte. Aber auch damals war das nach wenigen Tagen vorbei. Und noch während es mit kotzelend war, ging es kopfmäßig aber schon klar nach oben. War damals also nicht ein gravierendes Problem.

Ich bin also weiter gespannt. Auf der positiven Seite kann ich aber auch schon beim Insidon sagen, dass es mich auch innerlich entspannter macht. Ich merke es einfach an Situationen, die mich sonst unruhig werden lassen. Die halte ich schon jetzt etwas besser aus.

Gerade in solchen Momenten kommt mir irgendetwas von den Gefühlen aus der damaligen Trevilor-Zeit sehr bekannt vor. Vielleicht kann man das nicht einem Medikament zuordnen, aber irgendwie schürt es schon meine Hoffnung, dass der besondere Erfolg von Trevilor bei mir durch die damalige Kombination von Insidon(resten) im Serum und Trevilor kam und deshalb durch das Verschwinden des Insidon im Serum auch diese unglaubliche Zeit beendet wurde. Ok, ich wiederhole mich 🙂

Jedenfalls ist das etwas Positives im Moment. Mir z.Zt. egal, ob eingebildet oder nicht.

LG Petrocelli

Tag 25 – zwischen wollen und können

Heute versuche ich mal weniger über meine täglichen Für und Wieder zu sprechen (irgendwo hörte ich, ich würde mit der Angst ‚kokettieren‘ – Hallo Invorio;)), sondern etwas über den status quo meiner gesamten Situation zu berichten. Einfach nur, um vielleicht ein besseres Bild über meine Ausgangsbasis in diesem ‚Versuch‘ zu liefern.

Nach den ersten Jahren veränderte sich die Angst vor bestimmten Situation, zu einer Angst – ich denke mittlerweile seit gut 15 Jahren – die mich dazu bringt, das ich seither nicht mehr alleine oder mit weniger vertrauten Personen das Haus verlasse noch alleine zu Hause sein kann (sei ca. 10 Jahren). Die Abhängigkeit, das Minderwertigkeitsgefühl und der ständige Lebensüberdruss, welche so ein krankhaftes Vermeidungsverhalten mit sich bringt, ist nur für wenige arme Schweine nachvollziehbar und jeder, der ‚meint‘ er wüsste, wie das ist, ohne selbst so zu Leben, möge darüber nochmals nachdenken.

Ich habe in vielen Therapien darüber nachgedacht, habe Tipps erhalten usw., denn es ist nicht so, dass mir die ’normalen‘ therapeutischen Ansätze unbekannt wären. Aber wenn dies einem immer wieder als etwas erscheint, dass nur Fremde betrifft und nur bei einem selbst nicht funktioniert und zeitgleich genau solche ‚Erklärungen‘ als Muster bekannt sind, dann fühlt sich das frustrierend an. Man erkennt ein falsches Muster und ist aber nicht in der Lage, daran etwas zu drehen, da die körperlichen Symptome so massiv sind, dass sie einem mächtiger als man selbst vorkommt. So echt, dass nur die Theorie falsch sein kann. Ich sage dann immer gerne: wie soll ich mächtiger als ich selbst sein??

Ich darf also behaupten, ja, ich kokettiere mit der Angst. Manchmal frötzel und singe ich sogar mit ihr. Denn würde ich das nicht tun, dann könnte ich mich nur noch aufhängen oder vollends am letzten bisschen Verstand zweifeln, dass mir vielleicht geblieben ist. Selbstverständlich, lieber Invorio, erwähne ich das hier nicht umsonst zwölf mal. Es beschäftigt mich, da ich natürlich immer wieder versuche zu hinterfragen, was denn in meinem Oberstübchen so garnicht stimmt. Und was ich womöglich dagegen tun kann und auch will!

Ich traue mich nicht, ist sicher korrekt. Aber warum? Was habe ich wirklich zu verlieren? Worauf warte ich denn? Wieso riskiere ich nicht einfach, das Risiko des Todes einzugehen? Ich könnte doch einfach losgehen und einfach mal Brötchen beim Bäcker holen. Sind von hier 8km. Mehr nicht.

So ,ich habe es nicht nur geschrieben, ich kann es auch lesen. Das einzige was fehlt ist ’nur‘ die Umsetzung. Die Bereitschaft einfach zu sterben, wobei ich aus reichlichster Literatur natürlich auch weiß (solange ich nicht wirklich losgehe), das die eine unrealistische Angst ist und ich es nach aller Wahrscheinlichkeit überleben würde.
Ok gut. Habt Ihr eine Idee, was ich sagen will? Ich will sagen, ich verstehe mich selbst nicht. Ich sehe, wie meine Hand in Flammen aufgeht, aber ich fühle es nicht. Ich weiss, dass diese Ängste ungefährlich sind, nur fühlen sie sich tödlich an, sobald ich nur in die Nähe meiner Grundstücksgrenze gehe, oder gar meine Frau das Haus verlassen will ohne mich mitzunehmen.

Ich kann also mein Wissen ganz schlicht nicht mit meinen körperlichen Gefühlen koppeln. Und wenn die Symptome beginnen, geht mein Gehirn zum Sandkasten und lässt mich alleine. Dann weiß ich von aller Theorie gar nichts mehr. Nur Minuten später kann ich das schon alles nicht mehr glauben. Weitere Sekunden später befürchte ich aber, dass es gleich genauso weitergeht.

An dieser Stelle treten Sarkasmus und Baclofen in Konkurrenz. Der Sarkasmus um wenigstens irgendeine Form zu haben, damit umzugehen, wenn ich es schon nicht erfolgreich bekämpfen kann. Baclofen hingegen ist meine Hoffnung auf die entscheidende Unterdrückung dieser frei galoppierenden Angst auf ‚chemischer‘ Ebene. Und wenn es dann mal ein wenig schief geht und ich hier etwas negativer daher plappere, dann versteht ihr jetzt vielleicht ein wenig mehr warum das so ist. Damit würdet ihr wirklich weiter sein als ich.

Tag 18 – redlich ernährt sich das Eichhörnchen

Ich wollte eigentlich Abends keine Einträge mehr schreiben, da ich ganz klar sagen kann, dass ich Abends – nicht zuletzt durch die stärkeren Magenprobleme am Abend – irgendwie schlechter drauf bin als tagsüber. Es könnte also ohne weiteres sein, dass ich vielleicht eine klitzekleines bisschen zu unfair gegenüber Baclofen bin, wenn ich Abends nurnoch angefressen im Bett liege und gerne schlafen möchte, der Magen mich aber nicht lässt.

Tja, nun ist es aber schon wieder Abend geworden 😉 Ich versuche mich also mal an den Tag zu erinnern. Heute war ich zum letzten Mal (wenigstens für diesen einen Zahn) beim Zahnarzt und von den anfänglichen Angstgefühlen bei der Hinfahrt mal abgesehen, war ich schon sehr gechilled beim Zahnarzt. Das lief sogar darauf hinaus, dass ich dem Mann fast eingeschlafen wäre auf dem Behandlungsstuhl. Ich war nicht betäubt oder sowas, sondern einfach so entspannt und auch im Bauch problemfrei, dass ich wohl ein wenig Schlaf von gestern nachholen wollte. Und wo kann man das besser als auf diesen wunderbar geformten Zahnarztstühlen? Das mit dem Bohrer wird gemeinhin stark überbewertet 🙂

Es gibt Leute mit denen ich in meinem Beruf zu tun habe, die gehen mir wesentlich mehr auf die Nerven. Da wurde mir doch heute vorgehalten, ich wäre einem Mitbewerber gegenüber ‚ausfallend‘ geworden! Oho! Aber ganz ehrlich: ich habe nicht einmal ‚Arschloch‘ oder sowas bösartiges zu dem gesagt. Vielleicht hätte ich nicht sagen sollen, dass ich ihm das ganze nochmal wie bei der Sendung mit der Maus erkläre… Aber ‚ausfallend‘ – na, ich bitte doch – das ist ne Kindersendung. Was ist daran ausfallend? Nur weil es Erwachsene gibt, die davon auch mal eine Lektion brauchen? Der Zahnarztstuhl ist also im Grunde garnicht schlimm, wenn man nur die richtigen Vergleiche heranzieht.

Und bei all den Magenproblemen, die ich so mit mir herumtrage, kann man aber ganz klar sagen, dass es sehrwohl auch positive Wirkungen geben muss. Sonst würde ich kaum solche Erlebnisse beim Zahnarzt haben? Zugegeben ist der Zahnarzt ein langjährig bekannter, fast befreundeter Mann, aber weh tut er mir schon – in solchen Momenten ist es egal, wie nett er sonst ist.

Die Nebenwirkungen sind nun, am 2. Tag mit 3x10mg fast wieder so wie noch vor einigen Tagen, als ich schon länger auf 3x5mg war. Und ich bin mir (mal vom Magen abgesehen) ziemlich sicher, dass die restlichen Nebenwirkungen, wie der leichte Schwindel etc., auch tatsächlich ganz auf Null gehen können. Nur ein wenig Zeit ist wohl nötig.

Und wenn ich mir dann so überlege, dass die Nebenwirkungen verschwinden können, die Magenproblematik evtl. auch mit anderen Mitteln zu behandeln sind, dann gefällt mir das schon wieder ziemlich gut, für ’18‘ Tage. Und ich glaube ja wirklich, dass ein nicht unwesentlicher Teil der psychischen Wirkung über den guten Schlaf zu erreichen ist. Und der ist ja leicht eingeschränkt, durch den Magen. Wenn also der Magen wieder auf seine Spur zurück kommt, dann habe ich gute Hoffnungen.

Ich weiß noch nicht, wie dann vielleicht spätere Fortschritte aussehen könnten, aber egal. Ich werde es feststellen, weil die Nebenwirkungen bisher nicht so schlimm sind, dass ich bald aufhören möchte. Wie schon gesagt eher im Gegenteil.

Ok, ich werde murrig und möchte es nicht ‚am Blog auslassen‘. Ich werde einfach mal schauen, in wie weit mit Famotidin das ganze hier verbessert werden kann. Die Nacht wird es zeigen.

Tag 17 – die 73 Fragezeichen…

Der siebzehnte Tag ist schon eine ganze Menge. Finde ich jetzt einfach mal so. Zumal sich nicht wirklich viel tut – von den kaum erträglichen Magenschmerzen, die einfach nicht mehr weggehen wollen, mal abgesehen…..

Das Motilium hilft auch nur bedingt, was mich noch genervter werden lässt, um nicht zu sagen, dass es mir Angst macht (na klar, ich habe eine Angststörung…). Vor vielen Jahren hatte ich auch ständig diese Symptome der Magenschmerzen, oder eigentlich viel besser liesse es sich mit einem gigantisch aufgeblähten Bauch beschreiben. Der Schmerz ist nicht das Schlimmste; viel mehr diese mächtig aufgeblähte Bauch, der so garnicht verschwinden will und mich gefühlt am Atmen hindert. Was ich eigentlich sagen wollte: vor vielen Jahren hatte ich auch immer diesen tierisch aufgeblähten Bauch und bevor die Diagnose Helicobactor Pylorie kam, wurde ich mit Pepdul und Propulsin behandelt.

Propulsin ist im Grunde sowas wie Motilium: ein Mittel zur Steigerung der Darmtätigkeit, damit das Futter aus dem Magenn verschwindet und nicht rumnervt. Propulsin hat leider den einen oder anderen dahingerafft, so dass es kurz nach der Jahrtausendwende irgendwann vom Markt genommen wurde.
Was aber damals am meisten half, war Pepdul. Ein Histamin-H2 Blocker, der die Produktion von Magensäure unterdrückt. Mittlerweile gibt es Pepdul, bzw. dessen Wirkstoff Famotidin auch rezeptfrei, nur in einer etwas geringeren Dosis (Aber ich kann ja mehr nehmen 😉 ).

Ich habe es sogar hier, muss aber sagen, dass es mir nicht wirklich passt, dass auch noch zu nehmen. Diese Chemicoctail-Fresserei macht mich als Angstfreak schon ein bisschen nervös. Wenn’s aber hilft? Das wäre gut, zumal ich bei dem tierisch aufgeblähten Bauch im stehen nicht mal meine Füsse sehen kann – und wer weiß, vielleicht sind die dreckig und ich sollte die mal waschen!?

Ach, und was ich am Rande ganz ‚vergessen‘ habe: ich habe heute den ersten Tag 3x10mg genommen und – bis auf den Bauch – das Ganze auch ganz ordentlich vertragen. Der Schwindel wird weniger und meldet sich noch ein bisschen. Wenn ich nicht gleich wieder höher dosiere, dann geht das auch bestimmt bald wieder vorbei. Hoffe ich 😉

Tja, aber wenn ich das so betrachte: 17 Tage, 30mg und die Wirkung irgendwie noch im Bananenstadium. Da bin ich etwas angefressen.

Hatte Goldfinger nicht in einem Kommentar geschrieben er nimmt Bac genau einen Monat und ihm geht es richtig gut. Da treibt es Mr Pippi in die Augen und ich denke dann gleich wieder, dass sich daraus ableiten ließe, dass Baclofen deswegen wohl bei mir nicht hilft. Tja, mir wurde schon oft, dass man das nicht so annehmen darf, jedoch bin ich da wohl etwas anders gepolt.

Nun gut, ich werde nicht gleich aufhören. Aber das mit dem Magen muss ich noch in den Griff kriegen. Sonst geht es nicht weiter.

Tag 15 – warten um zu gehen?

Die gestrige Nacht war wieder sehr gut. Endlich, um erhlich zu sein. Mir wurde von Federico zwar gesagt, Baclofen würde dem Magen nicht zusetzen, aber – Federico ahnt es schon längst – ich bin mir da leider nicht sicher. Im alkohol-und-baclofen-forum.de finde ich auch verschiedene Bericht von Baclofen-Usern, die mit Ihrer Gastritis mehr zu tun haben, wenn sie Bac nehmen. Ob Baclofen das verursacht will ich ja garnicht meinen, aber ich denke es verstärkt die Magenprobleme bei denen, die eh damit zu tun haben. Der zeitliche Zusammenhang ist schon deutlich.

Das Ganze ist aber auch nicht kriegsentscheidend, denn ich werde einfach mit Motilium und Famotidin gegensteuern, dann wird das schon wieder. Seit gestern nehme ich ja wieder Motilium und die Nacht hat ja schon gezeigt, dass es besser wird.

Aber nun zu meinem Titel: heute kann ich sagen, dass ich kaum noch Nebenwirkungen merke. Also denke ich, dass ich vielleicht Morgen auf 3x10mg gehe. Die Nebenwirkungen schwinden, aber die Angst vor der Angst ist noch fast unvermindert da. Und natürlich frage ich mich, ob es irgendwann ‚klick‘ macht, und ich dann spüre, das die Angst nicht kommen würde, wenn ich etwas mache, was ich schon lange vermeide? Oder MUSS ich erst losrennen, irgendwas machen, wovor ich bisher immer Angst hatte, Amir ich merke, da die Angst garnicht mehr ausbricht?
Was passiert aber, wenn ich etwas ausprobiere und dann bricht die Angst aus. Verstecke ich mich dann total und würde ich es dann nicht mehr mitbekommen, wenn es dann doch ginge? Ich bin vor zwei Tagen – als aber auch die Magenprobleme sehr stark waren, unter denen ich mich immer noch kleiner mache – in ein kleines Einkaufszentrum und wollte etwas Bargeld aus einem Automaten holen. Meine Frau wartete im Auto. Und für mich war es eine Tortour: Der scheiß Automat war besetzt und der Typ sah aus, also würde er bei einem Telespiel den Highscore knacken wollen und nicht wie jemand, der einfach nur Geld abheben will. Und es schien mir, es dauerte ewig, bis der Highscore geknackt war….
Während ich selbst auf mein Geld wartete (ich glaube ja manchmal, die drucken das Geld da drin….), drehte sich alles wie in ‚alten Zeiten‘ und meine Blicke suchten den Ausgang, noch bevor ich wenigstens meine dämliche Karte aus dem Automaten raus hatte.

Tja, also dafür, dass das Tag 13 mit Baclofen war, ziemlich kacke. Und das frustriert mich nicht nur, sondern bringt halt immer wieder zu der Frage, welche Reihenfolge ist die richtige? Und wenn es nur über denn Weg des ausprobierens geht – wann geht es los? Ich habe nämlich keinen Bock mehr auf diese Geldautomatenerlebnisse. Klar, hab‘ ich ja überlebt, aber nur weil ich weiß, ich überlebe das immer, macht es das Ganze nicht ein bisschen besser. Den Zahnarzt überlebt man im allgemeinen auch immer – und? Wer will sich das jeden Tag immer wieder reintun? Also nicht vergessen: ohne was davon zu lernen! (jeden Tag zum Zahnarzt dürfte die meisten nach einiger Zeit auch nicht mehr tangieren, soviel Zähne hat keiner 😉 )
Denn da liegt ja wieder das Angsthasenproblem: zu wissen, dass es einen nicht umbringt, macht die Quälerei nicht wirklich besser, denn in den Momenten der Angst, weiß man davon schlicht nichts. In diesen Momenten fühlt man sich mit dem schlichten Tod bedroht.

Also, die Tipps mit ‚Hey, dann musst Du los, es ausprobieren!‘ sind ganz toll, aber wenn ich das zwei, drei mal mache und jedes mal auf die Fresse bekomme, dann versuche ich es das vierte mal nicht mehr. Dannn gehe ich davon aus, Baclofen ist halt nichts für mich und aus die Maus. Genau deswegen, sitze ich also hier und warte ab, was passiert. Ich kenne Gefühle (z.B. von der raten Zeit Trevilor oder und ausreichender Dosis Alprazolam), die sind da, ohne das ich was ‚teste‘ und ich weiß, wenn ich jetzt losgehen würde, passiert nichts. Alles wäre gut. Und genau auf das Gefühl warte ich eigentlich, habe aber mittlerweile ein wenig Angst, das Gefühl kommt nicht. Vieleicht ist das auch ein unrealistischer Punkt, auf so ein Gefühl zu warten, ohne ‚was tun zu wollen‘. Ich weiß es nicht.

Bei vielen Erfahrungsberichten, von Leuten, die Baclofen gegen Ihre Ängste genommen haben, klang es für mich oft so, dass es tatsächlich irgendwann einfach Klick gemacht hat, und sie hatten keine Angst mehr. Und bei vielen nicht erst nach Wochen, sondern schon nach wenigen Tagen. Das klang für mich immer unrealistisch, aber dafür haben es zu viele geschrieben. Naja, und ich befürchte halt, da falle ich mal wieder aus dem Schema.

Nun gut, ich werde mal ein wenig schlafen und dann warten wir mal ab. Ich dosiere ja auch viel langsamer hoch, als die meisten, die ich oben gemeint habe. Also vielleicht ist das ja schon der Grund, warum es bei mir noch nicht losgegangen ist 😉

Magenprobleme verstärken sich…

Diese Nacht hatte ich leider nicht den gestern Abend gewünschten Erfolg. Im Gegenteil, es war mir unmöglich bis ca. 3h einzuschlafen. Obwohl ich hundemüde war.

Ich hatte es schon angesprochen, dass ich seit kindesbeinen mit meinem Magen zu tun habe. Wenn es mir schlecht geht, sei’s aus Stress oder wenn vielleicht etwas ‚falsches‘ gegessen, dann bläht sich mein Bauch auf wie ein Medizinball und im Ergebnis kann ich schlecht atmen. Soweit reine Physik, aber als Angsthase und Hypochonder steigert man sich da rein, achtet nurnoch auf die erschwerte Atmung und durch den Versuch bewusst zu atmen, macht man alles nurnoch schlimmer. Eine leichte Hyperventilation beginnt und am Ende geht garnichts mehr.

Baclofen ‚geht auf den Magen‘ wenn man Pech hat. So ist es öfter zu lesen und ich meine auch im Beipackzettel steht da was (mein spanisch ist ja leider zu mangelhaft 😉 ).  Was genau da vielleicht verschlechtert wird, weiß ich nicht wirklich, ist mir auch egal, wenn es sich so anfühlt.

Seit Jahren nehme ich in solchen Phasen – die ich natürlich auch OHNE Baclofen sehr gut kenne – immer ein Medikament mit dem Namen Motilium. Ein Medikament, dass die Darmtätigkeit verbessert und damit schneller dafür sorgt, dass das Essen aus dem Magen weiterverarbeitet wird usw. Das würde ich jetzt auch am liebsten nehmen, da es das einzige Mittel ist, was mir Erfahrungsgemäß bei solchen Problemen hilft.

Aber wie alle fleißigen Leser meines Blogs wissen, nehme ich Baclofen ohne ärztliche Verordnung und bin nun ein bischen unsicher, ob diese beiden Mittel nicht beissen. Womöglich könnte ich meinen Arzt fragen, der mir Motilium verschrieben hat (ja, ich hole mir nicht alles aus dem bösen Internet!), aber an so einem Wochenende ist das schlecht 😉 Vielleicht nerve ich die Damen und Herren in meiner Lieblingsapotheke mal ein bisschen mit solchen Fragen. Schließlich heisst es doch immer:

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker!