5-5-5 ist meine Nummer….

Heute Morgen hatte ich mir vorgenommen auf drei mal 10 mg Baclofen zu gehen. Ich habe auch mit 10 mg angefangen. In den ersten Stunden hätte ich sogar gemeint, es ginge mir garnicht mal schlecht damit. Dann habe ich wieder in bisschen gelesen und auch einen Kommentar von Federico gelesen (Neeeeiinn, Federico, ist nicht Deine Schuld 😉 ), und war dann der Meinung es wäre vielleicht garnicht so schlau höher zu dosieren. Dachte dann also, ok mach doch einfach 10-5-10. Naja und nun neigt sich der Tag zu Ende und ich bin der Meinung, das war nicht der beste Tag – und vielleicht sogar ein ziemlich beschissener Tag. Irgendwie rebeliert auch mein Magen und das ist bei mir nie ein gutes Zeichen. Da steigere ich mich schnell in schlechte Gefühle rein. Garnicht nett.

Und prompt lieferte mir mein freundlicher Körper auch direkt einen Anlass alles noch schlimmer zu empfinden: Ich wollte den Handwerkern im Haus etwas helfen und Fermacellplatten an die Decke schrauben. Ich kann körperlich sonst gut Arbeiten, aber das, was ich da erlebte war der Hammer. Ich konnte die Platten nur wenige Sekunden hochhalten und mir glitten die stumpf nach unten – samt Arme. Und danach fühlte sich der Körper richtig scheiße an. Zwischenzeitlich habe ich dann besonders empfindlich meine Atmung ‚beobachtet‘ (eine Spezialität von mir….) und darüber nachgedacht, ob Baclofen mal so eben auch zum Atemstillstand führen mag….

Ja, ich höre Federico förmlich schimpfen, aber es fühlt sich leider so an in meinem verrückten Bauch. Kommentiere das hier bitte; Ich bin immer sehr erfreut, wenn einer meine negativen Gedanken verstreut. Die haben soviel lange Weile, die kommen immer wieder.

So, nun Sitze ich hier und Frage mich sogar, ob ich meine Abenddosis auslasse ‚um Schlimmeres zu verhindern‘. Und Gleichzeitig frage ich mich, ob es nicht besser wäre gleich auf 3 x 20mg zu gehen um endlich zu erfahren, ob es da etwas lohnenswertes gibt…

Aber gestern ging es mir ja garnicht schlecht – ich will nicht behaupten, ich wäre angstfrei gewesen, aber es fühlte sich hier und da gut an und das war ja schonmal was. Und das an einem Tag, an dem ich viel unterwegs und sogar beim Zahnarzt war. Wenigstens habe ich mich nicht so nach Symptomen ‚durchleuchtet‘, wie ich es heute und besonders jetzt mache.

Das fühlt sich alles nicht so an, als könnte ‚man‘ das nicht auch aushalten, aber naja, an Angst selbst stirbt auch niemand. Nur weil ich das weiß fühlt es sich nicht weniger beschissen an. Jedenfalls bin ich in solchen Momenten immer kurz davor alles hinzuschmeißen. Aber was soll ich dann machen? Ich will nicht weiter mit der Angst leben. Zum Selbstmord war ich immer zu feige (passend für einen Angstpatienten: oh, Selbstmord? Das klingt gefährlich, das lasse ich lieber!), also muss ich ja wohl weitermachen…. Ich hätte es nur sooo gerne, dass ich mich dabei nicht so quäle. Selbstgemachte Leiden sind vielleicht die schlimmsten.

Also meine Lieben – immer her mit den Tipps. Ich weiß ja, ihr seid da draußen!

Tag 2 – es kann auch nerven…

… wenn man merkt, dass Ärzte auch nur Menschen mit ganz gewöhnlichen Interessen und Desinteressen sind. Wie heute z.B. – ich hatte meinen zweiten Termin mit meiner Ärztin bzgl. Baclofen.
Und das Ergebnis war, dass sie es mir nicht verschreiben wollte weil sie sich informiert hatte und gute Gründe dagegen hat: Es würde als Nebenwirkung Angst und besonders ausgeprägte Suizidgedanken haben. ‚Da habe es auch tatsächlich Tote gegeben!‘
Ähm, Hallo!?

Also, wenn man als Arzt keine Bock hat oder selbst die Hosen voll hat, bei so einem Versuch begleitend dabei zu sein, dann soll man doch wenigstens die Eier haben es auch zu sagen: Nein, lieber bekloppter Patient. Du bist doof hau ab!
Diese ‚das ist ganz doll gefährlich‘ Scheisse, um einen Angstpatienten davon zu überzeugen, er soll es nicht haben wollen, damit Herr/Frau Arzt nicht in Stress gerät, ist scheisse. Ich bin nicht doof und immer schön dran denken: als es beim Abitur um Chemie und Bio ging, habt IHR von mir abgeschrieben – nicht umgekehrt (ja im Ernst, zwei heutige Ärzte konnte damals so einiges nicht… tztztz) Aber gut, ich war bei keinem von beiden – vielleicht sollte ich das mal tun und bei denen nach Baclofen fragen 😉

Egal, ich schweife ab. Jedenfalls bin ich total genervt. Natürlich hat so ein Gequatsche auch seine verunsichernde Wirkung auf mich – ich bin Angstgestörter, mich macht sowas nervös, auch wenn ich genau weiß, das diese Infos keine Grundlage haben. Ich meine, mal im Ernst: Alle SSRIs, wie sie so da sind: Paroxetin, Gladem, Sertralin, Citalopram usw. – ALLE sind dafür bekannt, dass sie Angst auslösen können (durch ihre agitierende Wirkung) und das sie bei vor allem depressiven Patienten das Risiko für einen Selbstmord erheblich erhöhen. Dennoch gelten alle diese Mittel als sog. Mittel der Wahl für Depressionen und Angststörungen!
Und Baclofen soll ich nicht nehmen, da es genau diese Nebenwirkungen haben soll, die aber bei SSRIs in Ordnung sind? Ich meine davon ab findet man im ganzen Internet und im Beipackzettel nichts davon, dass dem so ist mit Baclofen. Aber stimmt, ich erinnere mich! Sie sagte ja auch, als ich sie fragte, woher sie denn diese interessanten Informationen her hat, dass sie mit DREI unterschiedlichen Psychiatern gesprochen hat, die allesamt das Gleiche gesagt haben, obwohl sie sich nicht mal kennen…. (ähm, wer hat das gefragt?)
Tja, den Kontakt zu einem Netzwerk von Ärzten und Psychologen, die TATSÄCHLICH Erfahrung mit Baclofen und Angststörung haben, den Kontakt hat sie nicht aufgenommen….

Ihr merkt schon, ich bin schwer angepisst. Ist doch aber wahr, sie ist ja fein raus. Soll ich doch meine Ängste noch schön lange haben – ihr als Arzt helfen ja keine gesunden Patienten.

Gut, wie war der Tag heute? Ich war heute Nachmittag und jetzt am Abend ein bisschen müde – so stellenweise. Ansonsten ging es mir eigentlich ziemlich gut. Das Zucken in den Beinen ( was tatsächlich zu den Nebenwirkungen beim Aufdosieren zählt ), war noch ein bisschen vorhanden. Wenn Frau Doktor mich nicht so abgenervt hätte, wäre es mir vielleicht garnicht mehr aufgefallen.

Als, ich nehme es erstmal weiter. Die Ängste sind sicher nicht stärker als bisher ( eher im Gegenteil ) und Selbstmordgedadnken habe ich auch keinerlei gehabt 😉

So, dann gute Nacht, mir fallen allen ernstes die Äuglein zu. Ich muss schlafen…..