Ich lebe noch – oder wie nennt man das?

Jaja, wer hätte gedacht, dass dieser Blog zwar seit ca. 6 Jahren lebt, aber echte ‚Löcher‘ von so einigen Monaten immer wieder vorkommen?

Ich selbst jedenfalls nicht nicht 😉 Ursprünglich hatte ich natürlich gehofft, dass der Versuch mit Baclofen mich nach all den Jahren endlich von meiner Angststörung befreit.

Mittlerweile lebe ich seit über 30 Jahren (Hui! Als Jugendlicher war ich so ’normal‘, dass ich lange nicht mal geglaubt hatte 30 Jahre ALT zu werden…) mit meiner Angststörung und habe an Therapien und Tabletten so ziemlich alles durchgemacht, was es wohl so gibt. Aber immer Fehlanzeige.

Halt nein – da war ja was!! Ich glaube das Erlebnis mit Venlaflaxin ist noch immer das, was mir nach all diesen Jahren die Hoffnung gibt, ich könnte diese Angststörung vielleicht doch eines Tages noch verlieren.

Ich habe in der Zeit seit meinem letzten Post hier wieder einige alte und neue Medikamente probiert – immerhin ist das wieder gute 3 Jahre her. Ich habe sogar irgendwelche russischen Tabletten aus dem Internet bestellt und auch genommen. Alleine das ist für eine Person mit einer Angststörung meist schon unverständlich. Wir Angsthasen haben üblicher Weise ja bereits Angst vor ‚richtigen‘ Medikamenten 😉

Aber das ist auch symptomatisch für den Wunsch, diese Scheisse endlich los zu werden. Dafür greife ich nach jedem Strohhalm – und wenn man meinen Blog liest, auch nach wirklich ‚fragwürdigen‘ Strohhalmen. Schon komisch – da ist man nicht in der Lage, alleine um den Pudding zu gehen, aber so ein Zeug aus dem Internet futtert man…

Wie auch immer, ich werde versuchen hier in nächster Zeit mal wieder etwas mehr zu schreiben. Vielleicht auch retrospektive über die letzten 3 Jahre. Eventuell ist auch für den einen oder anderen etwas dabei, was ihm oder ihr hilft.

Dann auf ein Neues 😉

Zeit des Erwachens

Schau einer an. Ist doch zwei Monate her, seit dem ich das letzte mal etwas geschrieben hatte…..
Es gab auch wenig Gründe zu plaudern. 🙁

Trevilor funktioniert gut gegen die Depressionen und in gewisser Weise sicher auch gegen die Ängste, aber in keinem Fall, so wie ich es mir erhofft hatte, oder es damals erlebt hatte. Dennoch bin ich von meiner ‚Theorie‘ überzeugt, dass mein damaliges Empfinden mit Trevilor zusammenhing (siehe meine Theorie zu ADHS und Dopaminspiegel hier im Blog) und nicht eingebildet war. Und gleichzeitig zweifle ich natürlich an meinen Ideen zu diesem Thema. Bin ja nur angstgestört und nicht vollkommen irre 😉

Ich wäre nicht ich, wenn ich keine neue Variante meiner Theorie hätte. Und ich glaube, die liegt garnicht so weit entfernt von allem was mir bisher dazu einfiel. Es ist und bleibt am Ende hält auch ein Probieren.

Und ja, liebe Psychologen, ich sehe nach wie vor eine körperliche/chemische Ursache. Denn es heißt nicht umsonst in der Medizin: „Ohne Befund.“ was nichts anderes heißt, als „Ich ganz persönlich habe nichts gefunden.“ Es heißt sicher nicht was leider zu viele Ärzte daraus machen : „Der ist gesund. Wenigstens körperlich.“

Mein langjähriger Neurologe ist Ende September in den Ruhestand gegangen (böse Zungen behaupten, er habe meine Theorien und Ideen nicht mehr ertragen….) und am Montag habe ich einen Termin bei seiner Nachfolgerin. Mit der werde ich meine ’neue‘ Theorie besprechen, mal sehen, was das für Lacher gibt 😉 Wer sich den Titel des heutigen Entrags genauer anschaut und sich ein wenig mit Filmen auskennt, hat schon einen Wink mit dem Zaunpfahl bekommen.

Denn was Trevilor dieses mal leider garnicht verändert, ist diese unerträgliche innere Unruhe, die für mich immer wieder die grundlegende Ursache meiner Ängste ist. Ich habe schon oft geschrieben, das ich es einfach nicht glauben will, es liegt ’nur‘ am Kopf und ich müsste nur umlernen. Denn genau das will ja auch nach zig Therapien nie passieren. Diese Unruhe macht es einfach unmöglich irgendwie eine Basis für sich zu finden. Man will aus seinem Körper einfach nur ‚aussteigen‘. Aber des klappt nicht so einfach 🙂

Wie auch immer, ich werde als am Montag mal schauen, wie es läuft und ob mein Vorschlag zur ‚Diagnosis ex juvantibus‘ angenommen wird. Mehr wird aber nicht verraten 😉

LG Petrocelli

Insidon / Trevilor – Tag 36 / 16 – mir geht’s schlecht, das ist schön!

Schau einer an – jetzt bin ich knapp auf 75mg (eine 37,5 und eine ‚Teilentleerte‘), und schon fühle ich ich hundsmiserabel und schwindelig. Also alles, wie beim letzten mal Trevilor vor einigen Jahr.

Natürlich geht es auch mir schlecht, wenn mir kotzübel ist, aber ich freue mich natürlich, das dadurch das Ganze bisher wie damals läuft und deshalb vielleicht ja auch bei den wirklich positiven Erlebnissen?!

Ich habe es damals ja nicht ‚protokolliert‘ und lebe nur von den Erinnerungen und dem, was mein Doc notiert hatte. Aber wenn man mal die Nummer mit dem zu lange 37,5mg weglässt, so passt es zu den Erinnerungen und ich müsste eigentlich innerhalb von Tagen eine deutliche Besserung merken.

Noch kaue ich Fingernägel – vielleicht ein guter Parameter zum Vergleichen 🙂

Insidon / Trevilor – Tag 35 / 15 – Irrsinn und andere Missverständnisse…

Ich finde es toll, dass ich nicht nur bekloppt bin und Ängste ohne wirklichen Grund erlebe, sondern dass auch mir ganz normale Dinge passieren wie ‚Missverständnisse‘. Da fühlt man sich doch spontan ‚ganz normal‘ 😉 Aber dazu gleich…

Ist ja schon einige Tage her, dass ich was geschrieben habe, zumal ich ja nun Einiges erwartet habe, dass in meinen dunklen Erinnerungen aus der ersten Einnahme von Trevilor ja wirklich toll war. Bisher ist es aber leider eher Fehlanzeige (aber hey! gelacht wird erst nach dem Missverständnis….). Also ich habe halt noch ein wenig vor mich hingewartet und Anfang dieser Woche so für mich gedacht, dass es wohl doch eher Einbildung gewesen sein muss, was ich damals erlebt hatte. Das pisst einen ziemlich an. Nicht, dass es mir schlecht geht – sicher nicht. Ich halte z.Zt. schon einiges mehr aus, als unter anderen oder keinen Medikamenten. Aber hat halt nichts mit dem Erwarteten zu tun.

Da habe ich also Anfang der Woche so vor mich her gedacht und überlegt, wieviel ich damals eigentlich genommen hatte, als es mir ’so viel besser‘ ging. Wirklich schon bei 37,5mg??  😐

Je mehr ich nachdachte, umso mehr dämmerte es mir, dass ich hier wohl vor lauter hin- und hergedenke was verpasst habe. Aber warum habe ich nur 37,5mg Tabletten bekommen? Ich wurde also etwas nervös und habe gestern dann endlich den Doc erreicht und fragte ihn, wie damals meine Dosissteigerung war und ob ich vielleicht nach 2 Wochen mit 37,5mg daneben liege.

Tja, da schmunzelte der Doc und verkniff sich ein lauteres Lachen (immerhin bin ich es ja, der bei ihm immer sitzt und Medikamenten- und Dosisvorschläge macht :p ). „Ja, natürlich müssten Sie längst auf 75mg sein! Die 37,5mg sind nur zum Ein- und Ausschleichen und keine therapeutische Dosis. Da kann nicht wirklich was passieren“. Ich hätte damals nur wenige Tage die 37,5mg von ihm bekommen.

Diesmal war die Packung halt größer 😉 Er dachte halt, ich nehme dann eben zwei….

Das zum Thema Missverständnisse :p Jedenfalls ist das Rezept  mit den 75mg Dingern schon unterwegs und ich habe heute 1 1/2 von den 37,5mg genommen. Da werde ich es bis So wohl auf die 75mg schaffen.

Damit kann ich mir also noch eine ‚Erlärung‘ herholen, warum Trevilor die letzten zwei Wochen keinen Raketenstart hingelegt hat, aber umso spannender wird es jetzt. So richtig lange dürfte es dann ja nun wirklich nicht mehr dauern. Ich sehe da wenig Raum für noch mehr ‚Missverständnisse‘. Dann müsste ich mir doch eingestehen, es war ein Reinfall und mich gleichzeitig fragen, was denn damals war. Alles nur Einbildung, weil ich es glauben wollte? Irgend ein anderer Umstand in meinem Leben, den ich mittlerweile vergessen habe (obwohl es mir so gut dabei ging??)?

Gut, wir werden sehen.

Was ich zur Zeit merke ist eine etwas stärkere Vergesslichkeit. Aber das hatte ich schon immer bei SSRIs und Kollegen. Schlägt schnell auf die Erinnerung bei mir 🙂 Schlafen ist ok, nur bei Vollmond etwas schlechter. Der Magen hält sich in Grenzen – nicht doll, aber auch nicht richtig schlecht. Die leichte Übelkeit aus den ersten Tagen ist meist weg und taucht nur sporadisch auf. Die Träume von Insidon sind noch immer da und angenehm, vielleicht aber nicht mehr so deutlich wie in der ersten Zeit. Ich schwanke bei Insidon zwischen einer und zwei am Abend (50-100mg), weil es tagsüber doch etwas müder macht. Manchmal frage ich mich aber, ob ich mich bei 100mg Insidon nicht besser und frischer am Tage fühle als nur mit 50mg. Weil ich tiefer schlafe? Egal.

So, dann schauen wir mal, ob noch etwas mehr an Wirkung kommt 😉

Insidon / Trevilor – Tag 26 / 6

Heute Abend bin ich das erste mal it Insidon etwas runter 0-0-50mg. Trevilor moch identisch auf 37,5-0-0mg. Ich glaube das Insidon kacht doch etwas matschig. Ist einfach mal ein Versuch.

Tja nach sechs Tagen hatte ich eigenlich mehr erhofft, aber bis gestern war ich regelrecht enttäuscht. Aber heute kam etwas neues dazu: deutlichere Nebenwirkungen 😉 Und auch eine neuere Entspannung und stärkere Konzentration.

Warum ich mich über die Nebenwirkungen freue? Weil diese damals auch deutlich zu spüren waren, bevor die beeindruckende Wirkung kam. Also hoffe ich natürlich, dass – wenn jetzt vielleicht doch noch mehr Nebenwirkungen für eine Zeit augkommen – auch die gewünschte Wirkung noch kommt.

Also, mehr wollte ich garnicht loswerden 😉

LG Petrocelli

Insidon / Trevilor – Tag 23 / 3

So, nun bin ich mittlerweile auf 0-0-100 Isidon und 37,5-0-0 Trevilor.

Die Nebenwirkungen sind im Grunde nicht vorhanden – evtl. Ein wenig mehr Müdigkeit als am Ende mit kaum Cipralex und 100mg Insidon.
Die ‚innere Unruhe‘ die damals vollständig und überraschend verschwand, ist noch da. Evtl. Etwas weniger als sonst, aber in keinem Fall so, wie ich es gerne hätte und mich daran erinnern kann.

Nun gut, am dritten Tag war es vielleicht auch damals nicht der Hammer – nach meiner Erinnerung und den Notizen vom Doc, war am Anfang vor allemm Schwindel und Übelkeit das Thema. Wann genau die Entspannung kam, hatte keiner von uns beiden genauer notiert. Deswegen ja auch der Blog hier – der ist vor allem für mich 😉

Ein weiterer Unterschied zu damals ist ja auch das vorherige Cipralex. Ich denke nicht, dass Trevilor deswegen nicht so wirken könnte wie damals, aber das ich weniger Schwindel und Übelkeit versprüre könnte schon daran liegen, dass mein Körper die Wirkung von einem Serotoninwiederaufnahmehemmer noch gut kennt, so das beim Trevilor nun ’nur noch‘ die Wiederaufnahmehemmung des Noradrenalin hinzukommt.

Jedenfalls hoffe ich wohl, das es solche Gründe hat, sonst müsste ich ja jetzt schon an der möglichen Reproduktion der damaligen guten Wirkung zweifeln, wenn die Schlechte auch nicht mehr kommt…..

Wie auch immer, ich wollte nur das hier als Udate für die ersten Tagen hinterlassen, damit ich die Entwicklung später selbst genauer betrachten kann.

LG Petrocelli

Insidon – Tag 10

Also, seid 2 Tagen bin ich auf 0-0-100mg, aber es macht mir im Moment noch den Kopf zu matschig. Nicht wirklich schlimm, aber nervig. Ich glaube Tagsüber möchte ich das Zeug nicht auch noch nehmen 😉 Naja, so schlimm ist es auch nicht.

Was mir aber immer deutlicher auffällt, ist die negative Wirkung auf meine Kondition. Vor ca. 4 Monaten habe ich mit regelmäßigem Ausdauertraining begonnen und seit dem ich Insidon nehme, fallen mir mein sonst üblichen Trainingseinheiten echt schwer. Passt zu diesem matschigen Gefühl 🙂
Achja, und der Magen ist offensichtlich auch etwas genervt – aber das ist noch alles im erträglichen Bereich. Ich befürchte, beim Beginn mit Trevilor ist das aber vorbei 🙂 Ich kann mich noch gut erinnern, wie hundeelend ich mich fühlte (bzgl. Magengrumeln und Übelkeit) als ich vor einigen Jahren das erste mal Trevilor genommen hatte. Aber auch damals war das nach wenigen Tagen vorbei. Und noch während es mit kotzelend war, ging es kopfmäßig aber schon klar nach oben. War damals also nicht ein gravierendes Problem.

Ich bin also weiter gespannt. Auf der positiven Seite kann ich aber auch schon beim Insidon sagen, dass es mich auch innerlich entspannter macht. Ich merke es einfach an Situationen, die mich sonst unruhig werden lassen. Die halte ich schon jetzt etwas besser aus.

Gerade in solchen Momenten kommt mir irgendetwas von den Gefühlen aus der damaligen Trevilor-Zeit sehr bekannt vor. Vielleicht kann man das nicht einem Medikament zuordnen, aber irgendwie schürt es schon meine Hoffnung, dass der besondere Erfolg von Trevilor bei mir durch die damalige Kombination von Insidon(resten) im Serum und Trevilor kam und deshalb durch das Verschwinden des Insidon im Serum auch diese unglaubliche Zeit beendet wurde. Ok, ich wiederhole mich 🙂

Jedenfalls ist das etwas Positives im Moment. Mir z.Zt. egal, ob eingebildet oder nicht.

LG Petrocelli

Insidon, Tag 7 bis 8? Verdammt, ich hab‘ mich verzählt ;)

Man, da ist man schon Irre und dann verzählt man sich noch 😉

Am Dienstag meinte ich, es wäre Tag 5, dann kann es heute am Freitag kaum Tag 7 sein. Also ich meine, wenigstens nicht in diesem Universum :p.

Ich hatte Freitag Abend mit Insidon angefangen, demnach wäre Dienstag, der Tag 5 und heute Tag 8. So weit, so gut. Aber die Dosisrduktion vom Cipralex (und wohl auch die erste Möglichkeit zur Wirkung des Insidons) habe ich ja erst am Samstag gemacht. Demnach hätten wir heute erst Tag 7 und Dienstag wäre nicht Tag 5 sondern 4 gewesen.

Ok, wer sich bis hierher getraut hat wird sich sagen, der arme Petrocelli hat jetzt sämtlichen Grips verloren 😉 Neee, ich wollte nur plappern und amüsierte mich selbst über diese ‚Problematik‘, die irgendwie garkeine ist. Und, ja – ich habe schon lange sämtlichen Grips verloren 😀

Was gibt es also über Tag 7,5 zu sagen? Oder besser gerade über die letzten Tage?

Das Insidon wirkt ganz deutlich auf meinen Schlaf und vor allem meine Träume. Der Hammer, ich träume, als gäbe es am nachsten Tag Geld dafür. Und das ist wirklich angenehm – keine Albträume. Verwirrend, aber nicht unangenehm.
Tagsüber bin ich dann ein wenig müder, aber das (wie auch die Träume) kenne ich noch aus der damaligen Zeit. Von daher, funktioniert die ‚Vorbereitung‘ des Versuchs planmäßig 🙂 Auf Insidon reagiere ich also schonmal sehr ähnlich wie damals. In einigen Tagen, Wochen wird die Müdikeit verschwinden und das mit den Träumen weniger. So war es jedenfalls damals.

Eigentlich sagt das ja noch garnichts, aber wenn ich mir meine Ängste schon alle einrede, darf ich mir ja auch mal was Positives einreden… Für mich heisst es nämlich, dass ich auf Trevilor vielleicht wieder genauso reagiere?! Und wenn es auf Grund der Kombination nicht verschwindet, sondern bleibt, dann wäre es traumhaft. Vielleicht bleibt es ja auch nicht und ich muss es immer mal wieder absetzen und neu anfangen, weil wenigstens die ersten 4 Wochen gut sind? 🙂 Ja, spekulieren ist schon fein.

Achja und auch tagsüber merke ich schon etwas – trotz halber Cipralex Dosis bin ich der Meinung, die ‚guten‘ Gefühle, die Entspannung ist stärker als die leichten Ansätze des Entzuges. Also alles im Rahmen. Fast eher besser also nur Cipralex. Aber auch hier – egal ob Tag 7 oder 8 – kann ich nur sagen, es wird noch deutlicher werden (müssen). Auch Insidon braucht enige Wochen, bis es seine volle Wirkung hat. Aber bisher fühlt es sich besser an als vorher. Und es ist ’nur‘ Insidon. Noch bin ich also guter Dinge. Vielleicht fange ich Morgen bei gleicher Cipralex Dosis mit 50-0-50mg Insidon an. Könnte nur helfen, wenn ich mit Cipralex noch weiter runter gehe. Aber da lasse ich mir noch einige Tage Zeit.

So, das war’s erstmal für heute.

LG Petrocelli

Insidon, Tag 5

0-0-50 mg, Cipralex 10-0-0 mg

Noch hab ich nix verändert und ich denke, ich bleibe eher einige Tage länger bei dieser Cipralex Dosis, da ich in den nächsten Tagen noch Einiges erledigen muss. Weniger Cipralex könnte doch zu Entzugserscheinungen führen und da habe momentan gar keinen Nerv drauf.
Und ich denke es ist kein Nachteil, wenn Insidon noch etwas mehr seinen Spiegel aufbauen kann – ich habe es damals vor dem switch zu Trevilor einige Monate genommen. Und es lässt mich das Absetzen von Cipralex evtl. leichter durchführen.

Zur Zeit lauft wenigstens ohne große Nebenwirkungen – das ist schon mal nett. Was ich heute deutlich gemerkt habe, ist eine stärkere Belastung beim Sport – ich habe mich deutlich schlapper gefühlt. Aber ich glaube, das vergeht als Nebenwirkung wieder. Ich habe damals am Ende mit 50-50-100mg/d keinerlei Nebenwirkungen mehr gehabt.

So, weiter geht’s!

Petrocelli

Back to the roots, oder was soll das hier eigentlich…….

„Ach“, werden einige sagen, „der lebt noch?“ – Ja, so gerade 😉
Wie auch immer, ich dachte mir, es wäre Zeit für ein Update:

Methylphenidat ist bestimmt eine tolle Sache, aber bei mir brachte es nichts ausser Bauchschmerzen. Ich habe noch viel dazu gehört und gelesen und es scheint, als wäre ich auch nicht mal ein Sonderling, dass mph bei mir nicht wirkt. (Also immerhin bin ich deswegen kein Sonderling 😉 ). Alternativen wie Amphetaminsaft und/oder Strattera habe ich nicht probiert. Ob ich das schade finden soll? Ich weiß es nicht.

Was man aber in jedem Fall sagen kann ist, dass meine Ängste einfach mein größeres Problem sind. Die ADHS typischen Probleme kenne ich zwar zu genüge, aber darunter leide ich nur zweitrangig. Sicher ist beides miteiander verstrickt, aber nur eines macht mich richtig kaputt.

Warum also ‚Back to the roots‘?

Wer aufmerksam meinem Geplappere gefolgt ist, der hat auch ein besonder wichtiges und auffälliges Erlebnis vor einigen Jahren zu lesen bekommen. Ich habe für einen kurzen Zeitraum von ca. 4 Wochen vollkommen symptomfrei gelebt. Eigentlich ständig damit beschäftigt zu beobachten, dass es partout nichts mehr zu beobachten gab. Völlige Entspannung usw. Hier eine kurze Beschreibung aus Herr Kern besitzt ‘nen Pudel :

…., aber es gab ein einziges Mal in den letzten 25 Jahren, in denen ALLES – und das meine ich auch so – wieder gut war: Ich hatte KEINE Angst mehr, ich war die Ruhe selbst. Es kreisten keine unendlichen Gedanken durch meinen Kopf, ich war hoch konzentriert und das ewige innere Kribbeln war schlicht WEG. Ich habe Abends manchmal für ne Dreiviertelstunde im Garten auf nem Stuhl gesessen und einfach in die Luft geguckt (da war nix!) und mich dabei ‘beobachtet’ wie entspannt ich bin. Eine unglaubliche Phase von 3-4 Wochen. Ca. 6 Jahre her. In dieser Zeit habe ich sogar vollständig aufgehört an meinen Fingernägeln zu kauen – und das mache ich immerhin seit locker 35 Jahren…. Es ergab sich z.B., dass sich in dieser Phase ein alter Freund bei mir gemeldet hatte und fragte, ob er sich unseren Transporter ausleihen könnte, er wollte aus der Nähe von Hamburg ein Fahrrad für seine Mutter abholen. Ich fragte nur, wann er den haben wollte und nach der Antwort fragte ich einfach, ob er was dagegen hätte, wenn ich ihn abhole und wir zusammen nach Hamburg fahren (gute 120 km)….

Wenn man bedenkt, dass ich schon zu dieser Zeit das Haus seit Jahren nicht alleine verlassen konnte (und wenn NUR mit meiner Frau), dann dürfte man die Skepsis des besagten Freundes erahnen können. Noch mehr, denn jeder wusste auch mit meiner Frau war es fast unmöglich nur den Stadtrand zu verlassen. Eine Fahrt nach Hamburg war eine grössere Katastrophe.

Nun gut, natürlich freute er sich, denn letztendlich konnte eh keiner richtig nachvollziehen, was diese Krankheit bedeutet und eine Spontanheilung – ja warum nicht. Der Petrocelli war ja irgendwie nie richtig krank. Nichts faulte, alle Beine und Arme dran und ne Augenklappe hat er auch nicht.

Wer nur ungefähr die Lebenssituation kennt in der ich mich auch damals befand, wird das ganze genau wie ich als ein ‘Wunder’ betrachten müssen. So habe ich es damals gesehen. Denn die Fahrt nach Hamburg hatte sogar Spass gemacht. Keine Angst, kein Stress. Nur eine nette Fahrt mit einem guten Freund.

Tja, meine Theorien dazu brachten mich ja auch auf ADHS usw. Da Methylphenidat aber nun offensichtlich nicht mein Problem löste, aber das ‚Erlebnis‘ von damals für mich nach wie vor ‚echt‘ ist, suchte ich nach weitere Gründen, warum Trevilor für kurze Zeit wirkte und dann nicht mehr. Wundersamer Weise ja auch viel ‚zu schnell‘, denn der Hersteller selbst spricht von gut 2 Wochen, bis man überhaupt was Positives merken soll. Also alles sehr paradox.

Ich habe mich vor kurzem aber gefragt, ob es vielleicht mit dem Medikament zu tun hatte, das ich direkt davor genommen habe. Und das die Kombination der ‚Trick‘ war. Schließlich bleiben einige Medikamente noch wesentlich länger über das Serum dem Körper zu Verfügung als es vielleicht eine Halbwertszeit von einigen Stunden vermuten lässt. Ich fragte also bei meinem damaligen Neurologen nach und erfuhr, dass es ‚Insidon‘ war (Opipramol). Es war damals so, dass ich Übergangslos von Insidon auf Trevilor umgestiegen bin, was einer gewissen ‚gleichzeitigen Medikation‘ entsprechen dürfte. Also habe ich mich zu meinem Neurologen aufgemacht und ihn danach gefragt.

Seine Notizen bestätigten die Erinnerung, dass ich beides direkt hintereinnander genommen habe. Auch bestätigte er, dass Insidon noch länger als nur einige Tage dem Körper zur Verfügung stand. Obwohl er damals nur von einem ‚Honeymoon-Effekt‘ beim Trevilor ausgegangen ist, als es wieder schlechter wurde (er notierte bei meinem Besuch während der ‚guten‘ Phase mit Trevilor eine deutliche Verbesserung meiner Erscheinung und Stimmung), gefiel ihm diese ‚Idee‘ so gut, dass er es für eine mögliche Erklärung hält, auch wenn Sie ihm damals nicht eingefallen ist. Es wäre ungewöhnlich, sich eine so deutliche Verbesserung ‚einzubilden‘, deshalb vermutete er damals schon, das es vom Trevilor kam, aber es wunderte ihn auch, dass es so schnell kam und bereits weg war, wenn es bei den meisten Patienten eigentlich mit der positiven Phase erst losgeht.

Wie auch immer. Trotz der damaligen Blutungen als Nebenwirkung, haben wir beschlossen diese medikamentöse Konstellation nochmals herzustellen. Wenn die Kombination wirklich der Schlüssel ist, könnte man evtl. Trevilor bei Nebenwirkungen mit dem einzigen anderen in Deutschland verfügbaren SNRI, Cymbalta, austauschen – das habe ich immer problemlos vertragen. Ich möchte es aber unbedingt zuerst mit Trevilor probieren, um kein ‚Hintertürchen‘ für Ausreden offen zu lassen, wenn es nicht klappt. Bevor ich mich totblute, muss die positive Wirkung längst schon da sein – dann könnte man immer noch stoppen und Cymbalta probieren. Das Risiko scheint also doch begrenzt.

Ich habe Ende April wieder mit Cipralex angefangen, was auch etwas geholfen hat. Wenigstens habe ich die letzte Zeit nicht ständig rumgeheult 😉 Das Cipralex schleiche ich nun jedenfalls aus und habe schon vor 4 Tagen mit Insidon angefangen. Ganz sachte 50mg Abends, um einzusteigen. Hier hat mir der Neurologe gesagt, ich muss das Aufdosieren selbst – je nach befinden – entscheiden. Nach dem Ausschleichen (so in ca. 1o Tagen) soll ich 3 Tage ausser Insidon nichts nehmen und dann mit Trevilor anfangen….

Tja, vielleicht denkt es sich schon der eine oder andere. Die meiste Angst habe ich davor, dass nichts (ausser Nebenwirkungen wie Schwindel und Übelkeit, die ich damals auch zu Beginn reichlich hatte) passiert und ich mir womöglich doch endlich eingestehen muss, dass es mit Medikamenten als Angstler einfach nichts zu holen gibt. Das es damals irgendetwas anderes war, dass ich heute völlig vergessen habe und nichts mit den Medikamenten zu tun hatte. Genauso, wie die wenigen positiven Meldungen unter Baclofen vielleicht garnichts mit Baclofen zu tun haben, sondern mit anderen Lebensumständen, die mit Baclofen nur begleitet wurden. Oder mit welchen Medikamenten auch immer. Ja, ich glaube davor habe ich am meisten Angst. Dann bliebe nurnoch ich selbst als Grund und ich bin leider noch immer davon überzeugt, dass ich es alleine einfach nie schaffen werde. Zu viele Chancen habe ich vermasselt und zu beständig gekniffen aus Angst vor der Angst. Was sollte schon aus mir heraus dafür sorgen, dass ich plötzlich so anders werde? Ich meine, das ist keine ‚Episode‘, die vielleicht erst wenige Monate andauert….

 

Insidon, Tag 4, 0-0-50 mg, Cipralex 10-0-0 mg (statt 20mg):

Eigentlich alles fast wie immer. Vielleicht ein wenig schläfriger, vor allem Morgens. Und hier und da etwas mehr Schwindel als sonst. Kann aber gut und gerne am Wetter oder einfachen Alienstrahlen liegen und nix mit dem Medikamenten zu tun haben 😉 Noch kaue ich auch brav die Fingernägel und alle 2 Sekunden hüpfen die Gedanken hin und her wie eh und je.

So, wir lesen uns.

LG Petrocelli